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0:4 gegen Mönchengladbach : Kölner Spießrutenlauf im Dauerregen

Gladbach und de Camargo hatten in Köln vollends die Nase vorne Bild: dapd

Eine Halbzeit ist es in der Seenlandschaft ein Spiel auf Augenhöhe - Siebzehnter gegen Achtzehnter. Im zweiten Durchgang dreht Gladbach im rheinischen Duell mit Köln auf und feiert einen 4:0-Sieg. Lukas Podolski muss wegen einer Knöchelverletzung die Nationalmannschaftsreise absagen.

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          Gegen keinen Gegner hat Borussia Mönchengladbach so oft in der Bundesliga gewonnen wie gegen den 1. FC Köln. Der 4:0-Erfolg am Samstag im Rhein-Energy-Stadion war der 41. Erfolg der Borussia - und er war vermutlich so wichtig wie selten einer zuvor. Denn das ohnehin immer aufgeheizte rheinische Derby war durch die schlechte Tabellensituation der beiden Kellerkinder zusätzlich angeheizt worden.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Mit dem Erfolg aber nahm Mönchengladbach drei wichtige Punkte mit und ließ den letzten Tabellenplatz in Köln. „Kein Endspiel, aber ein Tendenzspiel“ hatte der Kölner Trainer Frank Schaefer vorher ausgemacht - und die Tendenz sieht nicht nur für ihn momentan alles andere als rosig aus. Am Mittwoch steht in Köln die Generalversammlung an - angesichts der gerade publizierten 24,1 Millionen Euro Schulden droht dem Verein ein Abend, der ihn von Grund auf erschüttern könnte.

          Wolkenbruchartige Regenfälle hatten in Köln nicht nur für Überschwemmungen gesorgt, sondern auch auf dem Rasen ihre Spuren hinterlassen. Vieles, was beide Mannschaften mitunter boten, sah mehr nach Zufall aus als sonst. Vor allem Schiedsrichter Gagelmann war gefragt, zwischen Foul und unfreiwilliger Rutscheinlage zu unterscheiden, was nicht immer einfach war.

          Bobadilla trifft zur Führung - und der 1. FC Köln tobt

          Die Borussia schien mit diesen schwierigen Bedingungen von Beginn an besser zurecht zu kommen, doch ihre Chancen verdankte sie in der ersten Halbzeit vor allem dem Kölner Torwart Varvodic, der beinahe aus jedem Eckball eine Torchance für den Gast machte. Die Probleme des 1. FC Köln, den rechten Stand in dieser Partie zu finden, wurden in der 51. Minute noch größer.

          Bobadilla erzielte per Freistoß den Gladbacher Führungstreffer - sehr zum Unmut der Kölner Spieler und Fans. Gagelmann hatte zuvor auf Weiterspielen entschieden, obwohl ihm der Assistent an der Linie ein Foulspiel eines Borussen angezeigt hatte. „Dieses Tor hat die Partie entschieden“, sagte Trainer Schaefer, „dieses Tor und unsere Reaktion darauf.“ Schon der nächste vielversprechende Angriff der Borussia endete mit einem Tor - Bradleys Schuss in der 70. Minute wurde von einem Kölner Abwehrspieler unhaltbar für Vardovic abgelenkt.

          Selbst aus der Tatsache, dass Mönchengladbach mit Brouwers und Dante zwei Innenverteidiger wegen Verletzungen austauschen und die Abwehr mehrfach umstellen musste, konnte der 1. FC Köln kein Kapital schlagen. Die letzten Minuten wurden zum Spießrutenlauf für die Kölner Spieler - erst recht nach dem 0:3 durch de Camargo in der 83. Minute, und weil das alles noch nicht genug war, traf Bobadilla in der 90. Minute auch noch ein zweites Mal. „Ich bin aber bei aller Rivalität weit davon entfernt, Häme aufkommen zu lassen“, sagte der Gladbacher Coach Michael Frontzeck. Lukas Podolski muss derweil nicht nur die Niederlage verschmerzen, sondern auch seine Länderspielteilnahme absagen. Wegen einer Knöchelverletzung sagte er Bundestrainer Joachim Löw für die Reise nach Schweden ab.

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