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0:4 gegen Hannover : Hilflose Wolfsburger

  • -Aktualisiert am

Überhaupt nicht in Tritt: Naldo (l.) gegen Schlaudraff Bild: dpa

Die Rangfolge in Niedersachsen bleibt vorerst gleich: Hannover 96 triumphiert im Duell der niedersächsischen Bundesligaklubs in Wolfsburg mit 4:0.

          Die große Spielfreude von Hannover 96, die in der Europa League bereits zum verdienten Einzug in die Gruppenphase geführt hat, macht sich auch in der Bundesliga bezahlt. Mit einer erfolgreichen Mischung aus klugen Konter- und Kombinationsfußball hat sich die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka mit 4:0-Toren beim VfL Wolfsburg durchgesetzt. 30.000 Zuschauer sahen ein Niedersachsenderby, das überraschend früh zu Gunsten des Gastes entschieden war.

          Die Tabelle der Bundesliga im Überblick

          Überragender Akteur im Team des Siegers war dabei Sabolcs Huszti. Der Neuzugang von Zenit St. Petersburg ergänzt das ohne schon klug kombinierende Team als glänzender Vorbereiter. Huszti hatte seinen Kollegen Karim Haggui (10. Minute), Artur Sobiech (26./54.) und Leon Andreasen (52.) Tore ermöglicht, weil er jedes Mal eine perfekte Vorlage gegeben hatte

          Zu spät: Wolfsburgs Schäfer (hinten) gegen Hannovers Stindl

          Das Bemühen des VfL Wolfsburg, den aufmüpfigen Lokalrivalen aus Hannover als Nummer 1 im Fußball-Norden wieder abzulösen, endete im eigenen Stadion mit einer einzigen Enttäuschung. Nach dem erfolgsversprechenden Auftakt beim 1:0-Erfolg in Stuttgart wurde das Team von Trainer Felix Magath vorgeführt. Und der 29 Jahre alte Huszti zeigte bei ruhenden Bällen, aber auch aus vollem Lauf, warum er eine Verstärkung für das Mittelfeld von Hannover 96 ist.

          Der Mann mit der Rückennummer 10 verfügt über die Gabe, den Ball im richtigen Moment zu streicheln oder weiterzuleiten. Was im Wolfsburger Dress eigentlich der Brasilianer Diego zeigen sollte, führte der Ungar Huszti in Perfektion vor.

          Pogatetz der große Verlierer

          Während Huszti zu den großen Gewinnern eines schwungvollen Spiels zählte, war auf der Gegenseite ein ganz großer Verlierer auszumachen. Emanuel Pogatetz, der zu den resolutesten Innenverteidigern der Bundesliga gehört, hatte während der Sommerpause die Seiten gewechselt und war nach zwei erfolgreichen Jahren in Hannover zum VfL Wolfsburg gewechselt. „Freundschaften zählen jetzt nicht mehr.

          Ich möchte mit Wolfsburg international spielen“, sagt der Österreicher und war der festen Überzeugung, jetzt beim Klub mit den besseren Aussichten auf Erfolg zu haben.

          Starke Leistung: Artur Sobiech (l.) und Szabolcs Huszti sind zurecht zufrieden

          Auf dem Platz war davon aber herzlich wenig zu sehen. Hannover kombinierte gefälliger und war verdient früh in Führung gegangen. Und Pogatetz, der sich und die früheren Mitspieler wie gewohnt wenig schonte, musste sich angesichts der Wolfsburger Niederlage recht kritische Töne der 96-Fans gefallen lassen. In den Hohn und Spott über die VfL-Pleite mischten sich dabei allerdings auch Vokabeln, die der Abwehrspieler nicht verdient hat.

          Wolfsburg will Weile haben

          Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis auf dem Platz das zu sehen ist, was sich Magath für den VfL Wolfsburg vorgenommen hat. Als Chef eines zahlungskräftigen Vereins, der sich auf dem Arbeitsmarkt für Berufsfußball nicht zurückhalten muss, blickt der 59-Jährige auf eine sommerliche Transferperiode zurück, in der er mehr Profis verkauft als gekauft hat. Die neue Bescheidenheit von Magath, der sogar ein ganz kleines Transferplus erwirtschaftet hat, ändert aber nichts daran, dass dem VfL Wolfsburg eine recht hochkarätige Mannschaft zur Verfügung steht.

          Bilderstrecke

          Pogatetz als Bestandteil einer Abwehrkette, die mit dem Brasilianern Naldo und Fagner sowie dem Schweizer Ricardo Rodriguez ganz neu bestückt worden ist, soll seinen Beitrag zu mehr Stabilität leisten. Aber der Neuzugang war um seine Aufgabe gegen seinen früheren Arbeitgeber wahrlich nicht zu beneiden.

          Die Angriffe von Hannover 96 waren voller Virtuosität und nur ganz schwer zu stoppen. 96-Cheftrainer Mirko Slomka belohnte seine Mannschaft an der Außenlinie mit galantem Applaus und konnte mehr als zufrieden sein. Die Überlegenheit seines Teams war so groß, dass der zur Halbzeit eingewechselte Wolfsburger Robin Knoche nach nur 20 Minuten und vielen Fouls im Mittelfeld wegen einer Gelb-Roten Karte den Arbeitsstag schnell beenden musste.

          VfL Wolfsburg - Hannover 96 0:4 (0:2)

          Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Pogatetz, Rodriguez - Josue
          (46. Knoche), Marcel Schäfer - Vieirinha (55. Jönsson), Diego, Olic
          (55. Orozco) - Dost. - Trainer: Magath
          Hannover: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch -
          Andreasen (77. Schmiedebach), da Silva Pinto - Stindl (74. Nikci),
          Huszti - Schlaudraff, Sobiech (70. Ya Konan). - Trainer: Slomka
          Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
          Tore: 0:1 Haggui (10.), 0:2 Sobiech (26.), 0:3 Andreasen (52.),
          0:4 Sobiech (56.)
          Zuschauer: 29.451
          Gelb-Rote Karte: Knoche wegen wiederholten Foulspiels (65.)
          Gelbe Karten: Naldo, Pogatetz - Stindl (2)
           

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