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0:3 in Nürnberg : Hertha verliert zum achten Mal in Folge

  • -Aktualisiert am

Ratlos? Hertha-Trainer Friedhelm Funkel hat viele Sorgen mit seiner neuen Mannschaft Bild: ddp

Das Kellerduell war eine klare Angelegenheit: Nürnberg besiegte Berlin deutlich mit 3:0 und befreite sich ein wenig im Abstiegskampf. Gygax und zwei Mal Bunjaku trafen für den FCN. Hertha BSC steckt nun in großer Not.

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          Die Hoffnung von Hertha BSC Berlin, mit dem neuen Trainer Friedhelm Funkel die Negativserie beenden zu können, war vergeblich. Die achte Niederlage in Folge, und die zweite nach dem Wechsel auf der Bank, bringt die Mannschaft noch tiefer in Abstiegsnot. Vor 38.090 Zuschauern verlor der Europa-League-Teilnehmer 0:3 beim 1. FC Nürnberg, und es gab keine Anzeichen für eine Besserung. Im Gegenteil: Die Berliner erarbeiteten sich im Gegensatz zum letzten Spiel in Hamburg im Duell mit dem Tabellennachbarn nicht einmal mehr Torchancen. „Die Nürnberger haben uns heute vorgemacht, wie man in solch einem Spiel auftritt“, bilanzierte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel enttäuscht.

          Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht so gut für den Aufsteiger: Beim „Club“ fiel neben Charisteas (Muskelfaserriss) und Gündogan (Mittelfußprellung) kurzfristig auch noch Dennis Diekmeier aus, der Verteidiger hatte im Abschlusstraining am Freitag einen Allergieschock erlitten. Aber auch ohne den U-19-Europameister, der sich zu einem enorm wichtigen Spieler entwickelt hatte in den vergangenen Monaten, spielte die Abwehr der Franken an diesem Nachmittag ohne Fehl und Tadel. „Wir haen heute vor allem auch gezeigt, dass wir Tore schießen können“, freute sich Nürnbergs Trainer Michael Oenning.

          Ersatztorwart Burchert war wieder höchst unsicher

          Die Berliner Hintermannschaft um Nationalspieler Arne Friedrich hingegen ließ nicht nur jegliche Ordnung und Struktur vermissen. Es fehlte zudem auch der Biss und die Bereitschaft, Zweikämpfe anzunehmen. Und im Tor schien sich Sascha Burchert noch nicht von seinen beiden Slapstick-Einlagen, die gegen Hamburg vor zwei Wochen zu Gegentoren geführt hatten, erholt zu haben. Der Vertreter von Stammtorhüter Drobny (Rückenprobleme) und Ochs (Muskelfaserriss) war höchst unsicher.

          Bei der Nürnberger Führung in der 18. Minute ließ er den Ball nach einem Kopfball von Mike Frantz abprallen; Daniel Gygax traf durch Burcherts Beine hindurch zum 1:0. Kurz darauf unterlief Patrick Ebert ein folgenschwerer Fehler. Der Berliner verlor ein paar Meter vor dem eigenen Strafraum den Ball an Frantz, der Albert Bunjaku anspielte. Der Schweizer erzielte das 2:0 (26. Minute).

          Bunjaku sorgt schon nach einer Stunde für den Endstand

          Nicht ein halbwegs gefährlicher Vorstoß gelang dem Tabellenletzten in der ersten Halbzeit. Das Mittelfeld der Berliner war verwaist, und wohl deshalb nahm Funkel noch vor der Pause den arg unauffälligen Kacar aus dem Spiel und brachte Cesar de Souza. Besserung brachte dieser Wechsel nicht.

          Der erste und einzige Schuss aufs Nürnberger Tor durch Ebert in der 73. Minute war eine leichte Beute für Torwart Raphael Schäfer. Der „Club“ konnte es in der zweiten Spielhälfte sogar etwas ruhiger angehen lassen - und kam dennoch zum 3:0. Bunjaku sorgte mit seinem zweiten Treffer in der 60. Minute für die Entscheidung. „Die Enttäuschung ist riesengroß. Die Mannschaft hat fast nichts davon umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Jetzt hilft nur noch Arbeit, Arbeit, Arbeit“, sagte Hertha-Trainer Funkel.

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