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0:3 gegen Leverkusen : Frankfurt bleibt Nullnummer der Liga

  • -Aktualisiert am

Rauf auf die Siegerstraße: Simon Rolfes bejubelt sein Tor zum 1:0 für Leverkusen in Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

Bei Eintracht Frankfurt bleibt es ungemütlich: Auch nach der Suspendierung von Ioannis Amanatidis wartet die Eintracht aufs erste Tor im Jahr 2011. Bayer Leverkusen verzichtet beim 3:0-Sieg freiwillig auf Michael Ballack.

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          Bayer Leverkusen bleibt der schärfste Verfolger von Tabellenführer Borussia Dortmund. Wobei scharf sehr relativ ist. Der 3:0-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt erhöhte das Punktekonto zwar auf 42, aber er kam nicht auf die Art zustande, die noch auf einen gut gewürzten Bundesliga-Endkampf hoffen ließe. Gegen in der ersten Halbzeit desolate Frankfurter versäumte es Bayer, aus seiner Überlegenheit angemessen Kapital zu schlagen. Nach der 2:0-Halbzeit-Führung durch Rolfes (9.) und Renato Augusto (32.) geriet der Erfolg sogar kurzzeitig in Gefahr. Eine Viertelstunde lang schwamm Bayer, musste einige Torchancen zulassen, ehe es wieder die Kontrolle übernahm.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Interessanterweise wechselte Trainer Heynckes nicht Michael Ballack ein, um sein Team zu stabilisieren, sondern Hanno Balitsch. Der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft blieb bis zum Schlusspfiff auf der Bank. Balitsch erzielte dann in der 84. Minute das 3:0 nach einem vollendeten Angriff, in dem die Eintracht-Abwehr taumelig gespielt wurde.

          Insgesamt bewies Leverkusen wieder einmal seine Begabung. Aber ein weiterer Fortschritt, der zu einer Aufholjagd gegen Dortmund nötig wäre, war auch nicht zu erkennen. Zur Pause hätte Bayer 5:0 führen können. Zusätzlich zu den Toren von Rolfes und Augusto erspielten sich die Leverkusener drei weitere Gelegenheiten allerbester Güte. Erst verzog Schwaab, dann hob Castro den Ball über die Frankfurter Torlatte und danach traf Hyypiä mit seinem Kopfball den Pfosten. In allen drei Szenen durften die Bayer-Profis ungestört und freistehend vor Eintracht-Torwart Nikolov ihr Glück versuchen.

          Nur Randfigur: Ballack beim Warmmachen

          Effekthaschend, unbeweglich und unproduktiv

          Das sagt alles über die Qualität der Frankfurter Verteidigung an diesem trüben Nachmittag. Dabei war dieser Mannschaftsteil noch nicht mal der schlechteste. Was das Eintracht-Mittelfeld zustande brachte, tendierte gar gegen null. Während Ochs, Schwegler und Meier bei ihren untauglichen Versuchen, an den Ball zu kommen oder ihn gar zu kontrollieren noch einen halbwegs sportlichen Eindruck hinterließen, schlüpfte Caio perfekt in die Rolle eines mittelmäßig begabten Schwimmbadfußballers. Selbstverliebt, effekthaschend, unbeweglich und völlig unproduktiv.

          Die beiden einzigen erfolgversprechenden Aktionen der Eintracht in der ersten Halbzeit brachte der Brasilianer zum Abschluss, indem er sich einmal von Rolfes abdrängen ließ, und das andere Mal zu schwach auf das Leverkusener Tor schoss. Torwart Adler konnte locker parieren. 45 Minuten lang schaute sich Trainer Skibbe das traurige Schauspiel an, dann tauschte er Caio und Tsavellas gegen Fenin und Halil Altintop aus. Der Effekt war immens. Auf einmal spielte die Eintracht auf, kam zu Torchancen und die zuvor so souveränen Leverkusener wunderten sich. Mit Glück überstanden sie diese Phase, ehe sie wieder die Kontrolle übernahmen. Als der frisch ins Spiel gebrachte Balitsch nach einem wunderbaren Spielzug in der 84. Minute das 3:0 erzielte, hatte die Eintracht schon aufgegeben.

          Randale vor dem Spiel

          Vor dem Spiel haben Eintracht-Anhängeram Samstag zwei Leverkusener Fans krankenhausreif geschlagen. Die Frankfurter zogen mehrere gegnerische Fans aus einem Lokal in Offenbach heraus, dabei erlitt ein Leverkusener einen achtfachen Schulterbruch. Ein junger Offenbacher, der ein Leverkusen-Trikot anhatte, trug eine Platzwunde am Kopf und eine Gehirnerschütterung davon. Die Polizei nahm elf bereits als gewaltbereit bekannte Eintracht-Anhänger vorläufig fest.

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