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0:3 gegen Frankfurt : Die Fans pfeifen auf Bremen

  • -Aktualisiert am

Bremens Neuzugang di Santo sah früh die Rote Karte Bild: dpa

Eine frühe Rote Karte, ein verschossener Elfmeter und ein Eigentor: Bei Bremen geht im Heimspiel gegen Frankfurt alles schief. Die Eintracht gewinnt mit 3:0 - und die Werder-Fans pfeifen.

          2 Min.

          Der ordentliche Saisonstart mit zwei knappen Siegen ist vergessen, und Werder Bremen sortiert sich da ein, wo es vor der Spielzeit eingeordnet worden war - in der unteren Tabellenhälfte. Das 0:3 gegen Eintracht Frankfurt war die dritte Niederlage nacheinander; sie schickt Werder in eine erste kleine Krise.

          Weniger wegen des Ergebnisses – schließlich hat Werder die vergangenen sechs Partien gegen die Hessen verloren –, sondern wegen der schwachen Leistung, die von den Zuschauern schon nach dreißig Minuten mit Pfiffen quittiert wurde.

          Hinten stimmte wieder einmal wenig bei Werder. Auf dem Weg nach vorn sah manches recht ordentlich aus, aber als Franco di Santo in der 26. Minute die Rote Karte gesehen hatte, fehlte den Bremern auch noch der zweite Stürmer. Im zweiten Durchgang hätte Werder trotzdem herankommen können, doch einen von Hunt getretenen Strafstoß wehrte Trapp im Frankfurter Tor ab (58. Minute).

          Die Eintracht hatte relativ wenig Mühe, in der Hansestadt zu ihrem zweiten Saisonsieg zu kommen. Zwei Tore schoss Zugang Vaclav Kadlec (15. und 34.), den dritten Treffer erzielte Werder selbst: Sebastian Prödl traf ins eigene Netz (77.). Fünf Tage vor dem ersten Europa League-Auftritt gegen Girondins Bordeaux (19.00 Uhr / Live im Europa-League-Ticker bei FAZ.NET) sammelte Frankfurt Selbstvertrauen und kletterte in der Tabelle ein paar Plätze nach oben.

          Auch Torwart Mielitz hätte sich einen anderen Verlauf gewünscht
          Auch Torwart Mielitz hätte sich einen anderen Verlauf gewünscht : Bild: dpa

          Einer stand unter besonderer Beobachtung: der Bremer Torwart Sebastian Mielitz. Das Thema Wiese hatte die Werder-Führung zwar am Donnerstag schon für beendet erklärt. Wiese war am vergangenen Samstag beim Abschiedsspiel für Torsten Frings von den Fans gefeiert worden – und so mancher Werder-Anhänger würde den Hoffenheimer Ruheständler sofort und mit Kusshand zurücknehmen.

          Mielitz hatte Wiese vor einem guten Jahr abgelöst, konnte in seiner sachlichen Manier aber selten Bälle der Kategorie „unhaltbar“ abwehren können und gilt allenfalls als durchschnittlicher Torwart. Allerdings waren ihm die 66 Gegentore der Vorsaison nicht allein anzurechnen; dicke Patzer leistet sich Mielitz nämlich fast nie. Ein wenig Verunsicherung war ihm am Samstag zunächst anzumerken – vor allem wegen des Frankfurter Dauerdrucks in den ersten zwanzig Minuten.

          Trainer Dutt wird in den nächsten Tagen nach Antworten suchen
          Trainer Dutt wird in den nächsten Tagen nach Antworten suchen : Bild: dpa

          Zweimal wehrte Mielitz den Ball hastig direkt vor Frankfurter Füße ab. Die Eintracht spielte eine Klasse besser als die wackligen Werderaner und kam verdient zur 1:0-Führung, als Bastian Oczipka in der 15. Minute scharf in den Bremer Strafraum passte und dort Vaclav Kadlec zur Stelle war. Es folgte eine kleine Drangphase der Bremer, die ihren Höhepunkt in Di Santos Kopfball an den Pfosten fand (19.).

          Doch nur sieben Minuten später war der Dienst für den Werder-Stürmer beendet – er sah nach einem Tritt in Oczipkas Gesicht die Rote Karte. Werder Bremen war nun hoffnungslos unterlegen und musste noch vor der Pause das zweite Gegentor hinnehmen. Wiederum war es Kadlec (34.), der 3,2-Millionen-Einkauf von Sparta Prag, der für die Eintracht traf.

          Frankfurt freut sich indes über den Sieg an der Weser
          Frankfurt freut sich indes über den Sieg an der Weser : Bild: dpa

          Schon da pfiffen die Bremer Fans auf ihre Mannschaft, denn das schöne Konzept von Werder-Coach Robin Dutt war nicht aufgegangen: „Wir können momentan nicht davon ausgehen, dass wir in jedem Spiel vier Tore schießen“, hatte der neue Trainer gesagt, „deswegen müssen wir möglichst lange zu null spielen.“ Das war komplett nach hinten losgegangen – Werder war die Verunsicherung nach dem Rückstand in fast jeder Szene anzumerken, während die Eintracht viel geordneter und klarer wirkte.

          Trotzdem hatten die dezimierten Bremer nach Hunts Freistoß in der 44. Minute die Chance beinahe zum Anschlusstreffer, doch Elia traf den Ball nicht richtig – und Hunt selbst ließ wenigstens so etwas ähnliches wie Gefahr aufblitzen, als er Trapp in der Nachspielzeit prüfte. Zu zehnt wehrte sich Werder nach Kräften, und bekam auch einige Chancen. Aber spätestens mit dem vergebenen Foulelfmeter erlahmte die Gegenwehr.

          Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 0:3 (0:2)

          Werder Bremen: Mielitz - Fritz, Prödl, Lukimya, Caldirola - Kroos (46. Gebre Selassie), Makiadi, Ekici (46. Ignjovski) - Elia, Hunt (78. Petersen) - Di Santo
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka (85. Djakpa) - Russ, Rode - Aigner, Inui (61. Flum), Barnetta - Kadlec (81. Lakic)
          Schiedsrichter: Brych (München)
          Zuschauer: 40.060
          Tore: 0:1 Kadlec (14.), 0:2 Kadlec (34.), 0:3 Prödl (77./Eigentor)
          Besonderes Vorkommnis: Hunt (Werder Bremen) scheitert mit Foulelfmeter an Trapp (58.)
          Gelbe Karten: Caldirola (1), Makiadi (1) / -
          Rote Karten: Di Santo (26./grobes Foulspiel) / -

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