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0:3 bei Rapid Wien : Hohn und Spott für den Hamburger SV

  • -Aktualisiert am

Feier an der Eckfahne: die Österreicher freuen sich über ihre Glanzleistung Bild: AFP

Der HSV hat sich zum Europa-League-Auftakt kräftig blamiert - ausgerechnet im Stadion, das den Namen des legendären Trainers Ernst Happel trägt. Nun machen die Namen Smolarek und van der Vaart die Runde.

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          Zwischen Stuttgart und Frankfurt mal eben nach Wien reisen und dort Rapid schlagen - in etwa so hatte es sich der Hamburger SV vorgestellt. An Warnungen mangelte es nicht, die ehemaligen Trainer Kurt Jara und Huub Stevens berichteten, dass der altehrwürdige SK Rapid inzwischen wieder eine Mannschaft habe, die man nicht im Spaziergang besiegen würde können. Auch dann nicht, wenn man Tabellenführer der deutschen Bundesliga ist.

          Am Ende eines peinlichen Abends im ausverkauften und ausgerechnet nach dem größten HSV-Trainer aller Zeiten benannten Ernst-Happel-Stadion wurde man das Gefühl nicht los, dass der HSV den ersten Gegner der Gruppenrunde in der neuen Europa League eben doch auf die leichte Schulter genommen hatte: 3:0 gewann der Stammverein Happels gegen zahme, lahme und schließlich hilflose Hamburger. Mittelfeldspieler Piotr Trochowski sagte: „Wenn man ein Spiel so verliert, hat man den Gegner immer unterschätzt.“

          Aus Österreich hagelte es erwartungsgemäß Hohn und Spott, vor allem deshalb, weil mancher Experte wie Hans Krankl dem HSV attestierte, von vornherein „arrogant“ aufgetreten zu sein. Wie man es auch nennt und benennt: Nach der deutlichen Niederlage steht die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia im nächsten Spiel der europäischen Runde daheim gegen Hapoel Tel Aviv schon unter Druck.

          Wiener Feiertag gegen den Gegner aus der deutschen Bundesliga
          Wiener Feiertag gegen den Gegner aus der deutschen Bundesliga : Bild: AP

          Zaghafte Hamburger

          Die beiden Enden des Leistungsvermögens der Hamburger dürften nun in etwa abgesteckt sein. Zwischen dem 3:1 gegen den VfB Stuttgart am Samstag und diesem blamablen 0:3 lagen nur fünf Tage. In Sachen Einstellung lagen aber Welten zwischen den Spielen. Eine erste Warnung war die frühe Möglichkeit der Wiener durch Jelavic, der schon jubeln wollte, aber Boateng kratzte den Ball noch von der Linie. Der HSV hatte verstanden und bekam in der 24. und 26. Minute zwei Großchancen zur Führung durch Marcus Berg. Beide Male vergab der Schwede so dilettantisch, dass einige Kollegen die Hände vors Gesicht schlugen.

          So begann Rapid an die Chance zu glauben, schoss das 1:0 durch Hofmann und kurz vor der Pause das 2:0 durch Jelavic. Ohne große Probleme überstand Rapid die zaghaften Hamburger Angriffe der zweiten Halbzeit und kam durch Drazan noch zum 3:0. Ob Torwart Rost, Innenverteidiger Rozehnal oder die Außenverteidiger Aogo und Boateng - hinten war der HSV dieses Mal ganz schwach. Und ohne den ballsicheren Guerrero fehlte vorn gegen die tief stehenden Wiener jemand, der für Gefahr sorgte.

          Smolarek und van der Vaart im Gespräch

          Weil Guerrero nach seiner Knieverletzung womöglich für die ganze Saison ausfällt, wird in Hamburg nun neben dem arbeitslosen Stürmer Ebi Smolarek auch der Name Rafael van der Vaart gehandelt. Er wäre aber erst in der nächsten Transferperiode ein Kandidat. Weil dann auch der neue Sportchef gefunden sein soll, kann man sich jetzt schon auf eine Winterpause voller Schlagzeilen vom HSV einstellen. Trainer Labbadia bemühte sich um Gelassenheit. „Wir sind vorher gefeiert worden, das ist jetzt erst mal vorbei. Wir werden jetzt nicht alles schlechtreden. Wir stehen wieder auf“, sagte er. Das muss auch so sein, denn die englischen Wochen haben gerade begonnen.

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