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0:2 in Mainz : Nürnbergs Aktionismus verpufft

Der Blick geht nach unten: der Nürnberger Robert Mak in Mainz Bild: dpa

Der nächste Rückschlag für den Club: Trotz Trainerwechsels unterliegt der hilflose 1. FC Nürnberg dem FSV Mainz 0:2 und trudelt dem Abstieg entgegen.

          Roger Prinzen hatte eigentlich gute Voraussetzungen für den Auftakt seiner Rettungsmission als Interimstrainer des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligaklubs 1. FC Nürnberg im Auswärtsspiel bei Mainz 05. Erst vor fünf Wochen hatte der unter der Woche fast schon panikartig für den erfolglosen Holländer Gertjan Verbeek zum Cheftrainer beförderte bisherige U-23-Trainer des „Clubs“ bei den Mainzern hospitieren dürfen.

          Geholfen hat es dem Trainerlehrling allerdings nichts. Die Nürnberger trudeln auch mit ihm weiter bedrohlich in Richtung Abstieg. Die Mannschaft musste beim 0:2 in Mainz die neunte Niederlage im zehnten Spiel hinnehmen. Der vom Nürnberger Management erhoffte Schub blieb aus, die Tore für den Gegner erzielten Shinji Okazaki (30. Minute) und Christoph Moritz (44.). Dem Tabellensiebzehnten bleibt nun fast nur noch die Hoffnung, dass der Hamburger SV in seinem Sonntagsspiel in Augsburg nicht gewinnt, so dass wenigstens der Relegationsrang noch in Reichweite bleibt.

          Klein beigeben will Trainer Prinzen nicht: „Die Motivation muss jetzt sein, für den ,Club’ alles zu geben und zu sagen: In dem Spiel gegen Hannover werde ich alles rein schmeißen und das Herz in die Hand nehmen.“ Mike Frantz sagte: „Wir haben jetzt gegen Hannover das absolute Endspiel zu Hause. Ich hoffe, dass die Fans noch einmal alle Kraft bündeln, um uns anzutreiben.“

          Mainz steht kurz vor Europa

          Die Mainzer werden das Sonntagsspiel des HSV in Augsburg derweil mit anderen Hoffnungen verfolgen. Im Falle einer Niederlage des Tabellenachten Augsburg wäre Mainz 05 zumindest Platz sieben im Abschlussklassement nicht mehr zu nehmen, der zur dritten Europapokalteilnahme in der Vereinsgeschichte nach 2005 und 2011 berechtigen würde.

          Hände hoch: Nürnbergs Timothy Chandler (rechts) im Zweikampf mit Maxim Choupo-Moting

          Der „Club“ hatte den bisherigen Trainer Verbeek, der seinen Dienst in Franken erst am zehnten Spieltag angetreten hatte, am Mittwoch nach nur 22 Spielen und einer bitteren 1:4-Heimniederlage am vergangenen Wochenende entlassen, weil er sich beharrlich geweigert hatte, den Gegebenheiten des Abstiegskampfs seine offensive Grundüberzeugung zu opfern. Angeblich sollen sogar sich die Spieler zuletzt eine vorsichtigere Herangehensweise gewünscht haben, ohne dass Verbeek seine Meinung ändern wollte.

          Der aus dem Juniorenbereich beförderte Prinzen ließ seine Mannschaft nun tatsächlich deutlich defensiver agieren als sein Vorgänger. Zudem änderte er sein Team auf zwei zentralen Positionen auch personell: Emanuel Pogatetz, zuvor stets gesetzt in der Abwehrzentrale, saß nur auf der Bank, stattdessen agierte das Duo Ondrej Petrak und Javier Pinola in der Innenverteidigung. Den zuvor in der Innenverteidigung eingesetzten Nachwuchsmann Niklas Stark beorderte er als defensive Stütze ins Mittelfeld. Zudem konnte Prinzen wieder auf den rund zehn Wochen verletzt fehlenden Außenbahnspieler Timothy Chandler zurückgreifen, den er allerdings nach einem schwachen Auftritt zur Pause auswechselte.

          Prinzens Maßnahmen führten lediglich zu einem couragierten Spielbeginn, in dem die Nürnberger offensive Akzente setzten. In der Defensive agierten sie indes viel zu passiv, nahezu mut- und kraftlos. Obwohl sie sich sehr tief stehend am eigenen Strafraum verschanzten, gestatteten die Franken den Mainzern somit erstaunlich viele Freiheiten in Tornähe.

          Der Führungstreffer durch Shinji Okazaki nach einer Freistoßflanke von Johannes Geis war die fast logische Folge (30.). Der Japaner erzielte seinen 13. Saisontreffer per Kopfball. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Christoph Moritz im Anschluss an einen von den Nürnbergern katastrophal verteidigten Eckball mit einem Flachschuss aus zwölf Metern (44.). Die Nürnberger Hoffnungen auf eine Trendwende im Abstiegskampf waren somit schon vor dem Pausenpfiff zerstört – danach kam kaum mehr Erfolgversprechendes von ihnen.

          Der 40 Jahre alte Prinzen blieb dennoch bis zum Schlusspfiff seinem engagierten Coaching treu. Er stand ohne Pause an der Seitenlinie und feuerte sein Team an, das sich immerhin im zweiten Spielabschnitt etwas mutiger präsentierte und durch Josip Drmic immerhin zu einer Torgelegenheit kam. Dennoch dürfte es für den 40 Jahre alten Jungtrainer Prinzen ein sehr schwieriger Weg werden zum „Retter von Nürnberg“. Vorstellbar ist das eigentlich nicht mehr.

          FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg 2:0 (2:0)

          FSV Mainz 05: Karius - Pospech, Bell, Noveski, Júnior Díaz - Geis, Soto (73. Koo) - Moritz, Malli (86. Baumgartlinger), Choupo-Moting - Okazaki (90. Nedelew).
          1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler (46. Angha), Petrak, Pinola, Plattenhardt - Frantz - Balitsch, Stark (70. Colak) - Kiyotake - Mak (62. Hlousek), Drmic.
          Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg).
          Zuschauer: 33 507.
          Tore: 1:0 Okazaki (30.), 2:0 Moritz (44.).
          Gelbe Karten: - / Angha (4), Kiyotake (2)

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