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0:2 in Leverkusen : Die Bayern sind noch nicht bereit für Barcelona

  • -Aktualisiert am

Vergibt zwei Großchancen für die Bayern: Mario Götze möchte am liebsten im Boden versinken Bild: AFP

Drei Tage vor dem Halbfinale in der Champions League beim FC Barcelona verliert der FC Bayern im Energiesparmodus 0:2 in Leverkusen. Während es bei den Münchnern nur darum geht, Kräfte zu sparen, freut sich Bayer 04 über die Treffer von Calhanoglu und Brand.

          Pep Guardiola hatte schon vor dem Spiel deutlich gemacht, dass die Partie in Leverkusen für seine Mannschaft nicht mehr als ein Pflichttermin auf dem Weg nach Barcelona sein würde. „Die Bundesliga ist vorbei“, sagte der Trainer der Münchner Bayern, die schon seit einer Woche als deutscher Meister feststehen. Es gehe nur noch darum, die Kräfte für das Champions-League-Halbfinale gegen den Spitzenreiter der Primera Division am Mittwoch (20.45 Uhr / Live im ZDF, bei Sky und im Champions-League-Liveticker bei FAZ.NET) zu bündeln.

          Gute Vorbereitung sieht anders aus: Pep Guardiola weiß, was die Stunde geschlagen hat Bilderstrecke

          Beim 0:2 gegen Bayer waren die Münchener in einer Art Energiesparmodus nicht stark genug, eine engagierte Bayer-Mannschaft über neunzig Minuten hinweg in Schach zu halten. In der zweiten Spielhälfte setzte sich die größere Einsatz- und Spielfreude der „Werkself“ aufgrund der Tore von Hakan Calhanoglu (55. Minute) und Julian Brandt (81.) durch. Anders als die Bayern zeigte der FC Barcelona beim 8:0 gegen den Tabellenletzten Cordoba eine gelungene Generalprobe.

          Wie erwartet hatte Bayern-Trainer Pep Guardiola eine B-Elf aufgeboten. Neben verletzten Stammspielern wie Arjen Robben. Franck Ribery und Robert Lewandowski waren auch Jerome Boateng und Thomas Müller daheim geblieben, um sich für den bevorstehenden Auftritt in der Champions League zu schonen. Andere waren höchstens als Teilzeitkräfte eingeplant. Thiago, Xabi Alonso, Benatia und Xabi Alonso nahmen auf der Ersatzbank Platz.

          Dafür spielte Javier Martinez vom Anpfiff an. Der Spanier gab im Abwehrzentrum an der Seite von Dante nach einer Verletzungspause von mehr acht Monaten sein Comeback. In der Startelf standen einige Profis, die zumeist nicht erste Wahl sind wie etwa Altmeister Claudio Pizarro oder junge, talentierte Kräfte wie Gianluca Gaudino, Mitchell Weiser und sogar Rico Strieder, der mit dem Erfahrungsschatz von sechs Regionalliga-Einsätzen in der Profimannschaft als Linksverteidiger debütierte.

          Die rotierenden Bayern konzentrierten sich in erster Linie darauf, das Spiel zu kontrollieren und die Leverkusener vom eigenen Tor fernzuhalten; sie überließen dem Gegner die Initiative, ohne dabei in ernste Bedrängnis zu geraten. Ihren Vorstößen dagegen fehlte es zumeist an Finesse. Dennoch bot sich Bayern die beste Chance des ersten Durchgangs.

          Mit einem Steilpass in Szene gesetzt, lief Mario Götze frei auf das Leverkusener Tor zu, umkurvte den herauseilenden Bernd Leno, kam dabei aber von der Ideallinie ab und brachte so nur einen schwachen Schuss zustande, den Tin Jedvaj mit einer Grätsche zur Ecke ablenken konnte. In der Anfangsphase hatten die Bayern Glück gehabt, nicht in Rückstand geraten zu sein. Schiedsrichter Dingert erkannte ein Kopfballtor von Stefan Kießling wegen einer angeblichen Abseitsposition nicht an – eine knappe Entscheidung.

          Auch im zweiten Durchgang versuchten die Bayern, auf ökonomische Art diese Partie, die sie buchstäblich als Pflichtspiel betrachteten, unbeschadet hinter sich zu bringen. Das gelang nicht. Die erste Lücke, die Leverkusen zu nutzen wusste, tat sich ausgerechnet bei einem ruhenden Ball auf. Schweinsteiger und Martinez ließen die Mauer so instabil erscheinen, dass Calhanoglus raffinierter Freistoß im linken Eck einschlug.

          Zuvor hatte Pizarro die zweite große Möglichkeit vergeben, den deutschen Meister in Führung zu schießen; er scheiterte an Torhüter Leno, der wie später gegen Götze glänzend parierte. Nach gut einer Stunde durften Martinez und Lahm vorzeitig Feierabend machen. Ihre Positionen übernahmen Benatia und Thiago. So konnten sie aus der Nähe miterleben, wie Brandt einen wunderbaren Steilpass von Karim Bellarabi zum 2:0 nutzte.

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