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0:2 in Dortmund : Die Frühjahrsmüdigkeit des HSV

  • -Aktualisiert am

Das 1:0 in vier Akten: Kehl (2.v.l.) schießt. . . Bild: AP

Dem Hamburger SV scheint zum Ende der Saison die Luft auszugehen. Drei Tage nach dem Pokal-Aus im Halbfinale gegen Werder Bremen verpasste die Mannschaft von Martin Jol mit dem 0:2 bei Borussia Dortmund die Chance, zumindest für 24 Stunden mit Spitzenreiter Wolfsburg gleich zu ziehen.

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          Die Vorfreude blieb für Martin Jol mit Blick auf seinen ersten Auftritt als HSV-Trainer in Dortmund die schönste Freude. „Die Stimmung in Dortmund ist ja immer herausragend. 80.000 Fans, zuletzt vier Siege in Serie, die Chance auf das internationale Geschäft - da wird was los sein. Ich freue mich.“

          Mit der Mannschaft von Jol war allerdings nicht viel los, zu wenig jedenfalls, um dem BVB gefährlich zu werden. Dank der Tore von Sebastian Kehl (32. Minute) und Alexander Frei (90.) gewann der BVB in der Fußball-Bundesliga zum fünften Mal nacheinander und wahrte sich eine kleine Chance auf den Einzug ins internationale Geschäft. Der HSV dagegen erhielt im Kampf um die deutsche Meisterschaft einen Dämpfer. Die Dortmunder Fans feierten vor allem Trainer Jürgen Klopp: „Ohne Trainer gehen wir nicht nach Haus'“, sangen sie, bis der Fußballlehrer noch einmal auf den Rasen zurückkehrte, um die Huldigungen des schwarz-gelben Fußballvolkes entgegenzunehmen.

          Guerrero zunächst einzige Spitze

          Drei Tage zuvor war der HSV gegen Bremen im DFB-Pokal 120 Minuten gefordert gewesen und hatte im Elfmeterschießen verloren. Doch für Jol war das kein Grund, verdrossen oder verzagt nach Dortmund zu reisen. Seine Mannschaft habe sich schon mehrmals in dieser Saison resistent gegen Rückschläge gezeigt, sagte er. Ohne sich am eigenen Strafraum zu verschanzen, scheuten die Hamburger allerdings das Risiko. Sie versuchten vorrangig, den Ball und das eigene Tor zu sichern, und blieben bei vereinzelten Vorstößen harmlos. Paolo Guerrero, die einzige Spitze, vermochte sich während der ersten Hälfte nicht in Szene zu setzen - Ivica Olic saß zunächst nur auf der Ersatzbank.

          Jerome Boateng sieht zu, wie Torhüter Frank Rost der Ball durch die Beine rollt. . .
          Jerome Boateng sieht zu, wie Torhüter Frank Rost der Ball durch die Beine rollt. . . : Bild: REUTERS

          Während Jol die Startformation des HSV auf fünf Positionen verändert hatte, bot sein Gegenüber Klopp zum vierten Mal nacheinander dieselbe Startelf auf. Die eingespieltere und frischere Mannschaft brauchte zwar eine Weile, um den Sturm und Drang wieder aufzunehmen, mit dem sie zuletzt überzeugt hatte. Doch Mitte des ersten Durchgangs verlagerte sich das Geschehen zusehends Richtung Hamburger Strafraum.

          Die Vollbeschäftigung hinterlässt Spuren

          Erste Warnschüsse illustrierten die offensiven Bemühungen des BVB. Verteidiger Neven Subotic traf mit einem Fernschuss die Latte, Stürmer Nelson Valdez verfehlte im Fallen knapp das Ziel. Der schönste Spielzug der ersten Hälfte kam dann indes zu einem angemessenen Abschluss. Von Nuri Sahin mit einem butterweichen, präzisen Pass versorgt, spielte Kapitän Sebastian Kehl dem Hamburger Schlussmann Frank Rost den Ball durch die Beine - der nächste Rückschlag für die Hamburger, bei denen die Vollbeschäftigung Spuren hinterlässt.

          Zu Beginn des zweiten Abschnitts brachte Jol einen zweiten Stürmer, doch die Hereinnahme von Olic stärkte den Angriff zunächst nur formal. Für lange Zeit konnte ein Eckstoß von Piotr Trochowski als gefährlichster Torschuss durchgehen. Für ein intensives Aufbäumen fehlte den Hamburgern offenbar die Kraft. Aber auch die Dortmunder ließen nach. Und als Torwart Roman Weidenfeller für einen Augenblick die Übersicht verlor, bot sich dem HSV in der Schlussphase doch noch die große Chance auszugleichen. Eine Flanke von Olic lenkte BVB-Verteidiger Felipe Santana an die Latte, von dort sprang der Ball jedoch ins Feld zurück. Die Westfalen kamen mit dem Schrecken davon - und in der letzter Minute sogar noch zu einem weiteren Treffer. Nach einem angeblichen Foul von Michael Graavgard an Kevin Prince Boateng setzte Frei mit seinem Elfmetertor das letzte Ausrufezeichen.

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