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0:2 in Berlin : Braunschweigs Wunder bleibt aus

  • Aktualisiert am

Das war zu wenig: Braunschweig unterliegt in Berlin 0:2 Bild: REUTERS

Eintracht Braunschweigs Aufbäumen bleibt ohne Wirkung. Der Aufsteiger verpasst den Sprung nach vorne. „Wir machen trotzdem weiter“, sagt Trainer Lieberknecht.

          Das Braunschweiger Wunder rückt in immer weitere Ferne. Der erste Hertha-Heimsieg des Jahres 2014 lässt den Tabellenletzten Eintracht zwei Spieltage vor dem Saisonende zwar weiter eine kleine Chance auf den Klassenverbleib in der Fußball-Bundesliga. Gewinnt der Hamburger SV aber an diesem Sonntag in Augsburg, würde der Rückstand auf Relegationsplatz 16 allerdings auf fünf Punkte anwachsen. John Anthony Brooks (61. Minute) und Sami Allagui (77.) beendeten am Samstag mit ihren Toren zum 2:0-Sieg den Heimfluch – es war der erste Berliner Sieg im Olympiastadion seit 134 Tagen. „Wir machen trotzdem weiter, weil wir an diese Dinge glauben, die es im Fußball gibt und die manchmal nicht erklärbar sind“, sagte der Braunschweiger Trainer Torsten Lieberknecht.

          Mit drei Umstellungen – darunter die komplette Innenverteidigung – sowie den begnadigten Marcel Correia (Startelf) und Karim Bellarabi (kam zur zweiten Hälfte) wollte Lieberknecht die Chance bei der schwächsten Rückrundenmannschaft in Berlin nutzen. Doch der große Schwung bei den Braunschweigern, die von mehr als 10.000 Fans in der Hauptstadt lautstark unterstützt wurden, ließ erst einmal auf sich warten. Die erste richtige Chance hatte Dennis Kruppke kurz vor dem Halbzeitpfiff. Der Eintracht-Kapitän schoss den Ball aber überhastet am Berliner Tor vorbei (41.).

          Da den Berlinern nach neun Spielen ohne Sieg nacheinander oft die Sicherheit und Passgenauigkeit fehlte, war zunächst in den Fanblöcken mehr los als auf dem Rasen. Hertha versuchte viel zu oft, mit langen Pässen über Mittelstürmer Sandro Wagner Gefahr zu erzeugen. Nach schöner Vorarbeit von Alexander Baumjohann brachte Sami Allagui den Ball in Bedrängnis aus zwei Metern nicht ins Braunschweiger Tor (25.). Und Baumjohann selbst scheiterte nach Hacken-Ablage von Wagner am Braunschweiger Torwart Daniel Davari (44.).

          So ähnlich sieht das Abstiegsgespenst aus: Braunschweigs Kumbela

          Lieberknecht, der auf den erkrankten Orhan Ademi verzichten musste, hatte sein Team im Trainingscamp in Neuruppin nördlich von Berlin auf den Endspurt im Abstiegskampf eingeschworen. Toptorjäger Dominik Kumbela, der ein Drittel aller Tore für den Aufsteiger erzielt hat, konnte nach überstandener Muskelverletzung wieder mitwirken. Und Eintracht wehrte sich: Nach tollem Pass von Bellarabi scheiterte Kumbela frei an Hertha-Keeper Thomas Kraft (49.). Und Bellarabi selbst, beim jüngsten 0:2 gegen die Bayern wegen Verspätung beim Frühstück noch aussortiert, konnte Kraft auch nicht überwinden (50.).

          Allagui (54.) und Wagner (59.) standen schon kurz vor dem Torerfolg, der schließlich Brooks gelang. Nach Ecke von Baumjohann wehrte Davari mit einer Faust zu kurz ab, der WM-Kandidat des amerikanischen Nationaltrainers Jürgen Klinsmann schoss aus sieben Metern ein. Und Allagui machte mit seinem neunten Saisontreffer alles klar, nachdem Davari einen abgefälschten Schuss des genesenen Berliner Toptorjägers Adrian Ramos zunächst noch mit dem Fuß pariert hatte.

          Hertha BSC - Eintracht Braunschweig 2:0 (0:0)

          Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Langkamp, Brooks, van den Bergh - Hosogai, Cigerci (69. Niemeyer) - Skjelbred (62. Ronny), Baumjohann, Allagui - Wagner (62. Ramos)
          Eintracht Braunschweig: Davari - Elabdellaoui (83. Kessel), Correia, Bicakcic, Reichel (83. Pfitzner) - Boland, Theuerkauf - Kruppke, Hochscheidt (46. Bellarabi) - Kumbela, Nielsen
          Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
          Zuschauer: 51 953
          Tore: 1:0 Brooks (61.), 2:0 Allagui (77.)
          Gelbe Karten: - / -

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