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0:2 gegen Stuttgart : Karlsruhe zieht im brisanten Derby den Kürzeren

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Zaungänger: Elson, Stuttgarter Torschütze zum 0:1, ließ sich von den Fans feiern Bild: ddp

Die Emotionen kochten schon vor dem Spiel hoch: Weil der Bus der Stuttgarter blockiert wurde, begann das Spiel mit Verspätung. Auf dem Spielfeld war der VfB dann eiskalt und siegte in der hitzigen Schlussphase mit 2:0. Elson und Khedira trafen im Derby.

          2 Min.

          Elson mit seinem Premieren-Tor in der Fußball-Bundesliga und Sami Khedira haben den VfB Stuttgart auf Europapokal-Kurs gehalten und den Karlsruher SC in noch größere Abstiegsnot gebracht. Nach dem Treffer des Brasilianers in der 50. Minute stellte Khedira (88.) im brisanten baden-würtembergischen Derby den Stuttgarter 2:0 (0:0)-Sieg sicher.

          Vor 29.252 Zuschauern im ausverkauften Karlsruher Wildpark-Stadion blieb Markus Babbel am Sonntag auch im achten Bundesliga-Spiel als VfB-Teamchef ungeschlagen. Mit 36 Punkten behielt Stuttgart als Tabellensiebter Tuchfühlung zu den Uefa-Cup-Plätzen, der KSC bleibt mit 17 Zählern auf Rang 17 (siehe auch: Die aktuelle Tabelle der Fußball-Bundesliga). „Wir müssen bis zum Schluss an unser Ziel glauben. Wenn wir uns jetzt aufgeben, sind wir fehl am Platz“, beschwor KSC-Torwart Miller fast schon Durchhalteparolen. „Uns hat der letzte Schuss Überzeugung gefehlt“, sagte Abwehrspieler Christian Eichner.

          Insgesamt mehr als 1000 Sicherheitskräfte im Einsatz

          Das brisante Duell hatte mit 15 Minuten Verzögerung begonnen, weil mehrere hundert Chaoten vor dem Wildparkstadion dem VFB- Mannschaftsbus die Zufahrt versperrt hatten und von berittenen Polizisten zurückgedrängt werden mussten. Die Randalierer brüllten daraufhin Schmähparolen gegen den VfB und warfen Feuerwerkskörper. Erst auf Umwegen erreichte der Bus einen anderen Stadioneingang. Bei dem badisch-schwäbischen Derby waren insgesamt mehr als 1000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

          Die Ohnmacht der Verteidigung: Elson schiebt ein, der KSC verliert das Spiel

          Nach der Aus im Uefa-Pokal durch die 1:2-Heimniederlage gegen Zenit St. Petersburg (siehe auch: Uefa-Pokal: Stuttgart verliert gegen Zenit und scheidet aus) hatte Babbel die VfB-Mannschaft gleich auf sechs Positionen umgestellt. Innenverteidiger Georg Niedermeier und Mittelfeldakteur Timo Gebhart feierten ihr Bundesliga-Debüt, Kapitän Thomas Hitzlsperger fand sich zunächst auf der Bank wieder. Für den Nationalspieler sollte Thomas Lanig für Impulse aus dem defensiven Mittelfeld sorgen. Auf der Gegenseite kam Sebastian Langkamp zu seinem ersten Bundesligaspiel.

          Kampf und Krampf bestimmten die Szenerie

          Die vielen Umstellungen zahlten sich im Stuttgarter Spiel nicht aus. Nach vorn unterliefen den Schwaben viele Stockfehler, die Abwehr war ein ums andere mal nicht sattelfest. Mit einem Beinschuss düpierte Sebastian Freis VfB-Verteidiger Ludovic Magnin, der dann Freis am Trikot zog. Schiedsrichter Felix Brych (München) bewertete diese Aktion (13.) aber nicht als strafstoßwürdig.

          Ansonsten bestimmten Kampf und Krampf die Szenerie: Der KSC konnte seine Feldüberlegenheit bis auf einen Schuss von Mahir Saglik nicht in Torchancen ummünzen, auf der Gegenseite dauerte es eine halbe Stunde bis zum ersten Eckball des VfB. Doch dann drehten die Gäste auf. Beim Schuss von Ciprian Marica aus 20 Metern rettete der Pfosten (33.), bei Martin Lanigs Kopfball (38.) die Latte für den bereits geschlagenen KSC-Keeper Markus Miller.

          Der VfB wackelt, doch Khediras 2:0 macht alles klar

          Kurz nach der Pause belohnte sich Elson für seine starke Leistung. Nach Pass von Gomez, der erstmals in der Rückrunde ohne Tor blieb, wartete Marica lange genug mit seiner Hereingabe in den Fünf-Meter- Raum, um dem Brasilianer sein erstes Bundesliga-Tor zu ermöglichen. Giovanni Federico vergab kurz darauf die beste Karlsruher Chance zum Ausgleich. Der VfB verlegte sich gegen wenig zwingende Gastgeber fast nur noch aufs Kontern. Für Gefahr sorgte Magnin, der mit einem Freistoß aus gut 20 Metern Miller (58.) prüfte. In der Schlussphase wackelte die VfB-Defensive, doch Khedira machte dann alles klar.

          „Hochzufrieden“ mit dem Ergebnis war VfB-Teamchef Babbel: „In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Stärken herausgespielt. Daher war es ein verdienter Sieg.“ Babbels Karlsruher Trainerkollege Edmund Becker meinte: „Das ist sehr, sehr ernüchternd. Für mich ist unverständlich, wie wir die zweite Halbzeit begonnen haben. Keine Aggressivität, schlecht organisiert in der Defensive.“

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