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0:2 gegen Dortmund : Merkels Daumen nutzen Cottbus nichts

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Kein Aufbau Ost in Cottbus: Angela Merkel konnte die Heimniederlage gegen Dortmund nicht verhindern Bild: REUTERS

Kanzlerin Merkel drückte Cottbus auf der Tribüne die Daumen. Es nutzte jedoch nichts: Dortmund gewann dank Petrics Treffer mit 2:0. Während der BVB nun im Mittelfeld zu finden ist, bleibt Energie auf Platz 17.

          Auch das Daumendrücken des neuen Ehrenmitgliedes Angela Merkel hat Energie Cottbus nicht zum ersten Punktgewinn im heimischen Stadion gegen Borussia Dortmund verholfen. Die Westfalen gewannen unter den Augen der Bundeskanzlerin mit 2:0 (1:0) auch ihr fünftes Gastspiel bei den weiter akut abstiegsgefährdeten Lausitzern. Der Kroate Mladen Petric sorgte am Samstag mit einem herrlichen Distanzschuss (8. Minute) und einem Kopfball (84.) für die Entscheidung. Es waren bereits die Saisontore zehn und elf des Kroaten.

          Dortmund entfernte sich mit dem ersten Bundesliga-Sieg im neuen Jahr von der Abstiegszone. „Ich bin natürlich sehr zufrieden mit den drei Punkten und damit, dass wir endlich wieder einmal zu Null gespielt haben“, sagte Dortmunds Trainer Thomas Doll. Dagegen ärgerte sich Energie- Coach Bojan Prasnikar, dass seine Schützlinge erneut nicht ohne Gegentor blieben. „Das ist unser größtes Problem in letzter Zeit. Wir wollten der Kanzlerin ein Geschenk machen, das hat nicht geklappt“, sagte der Slowene.

          Kein großes Spiel für die Kanzlerin

          Vor dem Anpfiff war die Bundeskanzlerin zum Ehrenmitglied von Energie Cottbus ernannt worden. Sie erhielt im Stadion der Freundschaft den Mitgliedsausweis mit der Nummer 2008 und einen Silberteller von Energie-Präsident Ulrich Lepsch. Der Cottbuser Trainer Bojan Prasnikar überreichte der CDU-Vorsitzenden im Innenraum ein Trikot mit der Rückennummer 10, von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck erhielt sie einen rot-weißen Schal. Merkel war bisher bei keinem Fußball-Bundesligisten Mitglied. „Ich bin natürlich sehr stolz und wünsche viel Kraft für die nächsten Spiele. Alles ist drin. Cottbus muss Teil der Bundesliga bleiben, dafür werde ich die Daumen drücken“, sagte Merkel.

          Ein großes Spiel bekamen sie und die 17.842 Zuschauer danach nicht geboten - mit einer Ausnahme bis zur Pause: Während die Cottbuser nach einer Attacke an Daniel Ziebig noch einen Pfiff am BVB-Strafraum forderte, schalteten die Gäste sofort um. Mit einem präzisen Pass schickte Giovanni Federico Stürmer Petric, der den Ball mit Vehemenz aus 18 Metern unter die Latte schmetterte. „Ich habe einen Schlag abbekommen“, klagte Ziebig nach der Partie.

          Fehlte die Kraft vor dem Tor?

          Auf dem gefrorenen und nicht leicht bespielbaren Rasen besaßen die Gastgeber zwar eine optische Überlegenheit, bis zur Pause jedoch nicht eine Torchance. „Ein klein bisschen mehr Kraft vor dem Tor, dann klappt es auch“, riet die Kanzlerin zur Halbzeit im Pay-TV-Sender „Premiere“. Trotz der personellen Probleme stand die BVB-Abwehr sicher, als linken Außenverteidiger hatte Trainer Thomas Doll angesichts der Ausfälle Offensivkraft Delron Buckley aufgeboten.

          Die Gelb-Schwarzen beschränkten sich mit der Führung im Rücken darauf, die Partie zu kontrollieren und auf ihre Möglichkeiten zu warten. Zwingende Aktionen brachte auch die Borussia dabei kaum zu Stande. Dies hätte der Cottbuser Branko Jelic vier Minuten nach seiner Einwechslung fast bestraft, sein Kopfball traf jedoch nur den Außenpfosten (63.). Neun Minuten vergab Kapitän Timo Rost per Kopf freistehend den Ausgleich für die vergeblich anrennenden Cottbuser. Petric machte es nach Eckball von Alexander Frei dann besser.

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