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0:2 bei Schalke : Die Karlsruher Zeit wird knapper und knapper

Der Türöffner für den Schalker Sieg: Kuranyi schoss das 1:0 gegen Karlsruhe Bild: AP

Wer das Tor nicht trifft, hat kaum Pluspunkte für den Verbleib in der Liga. Karlsruhe lieferte bei Schalke keine trefflichen Argumente und unterlag 0:2. Kuranyi und Farfan bescherten dem königsblauen Trainertrio den zweiten Sieg.

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          Und die Uhr läuft immer weiter. Aus 630 Minuten ohne Tor sind es am Samstag schon 720 geworden für den Karlsruher SC. Und wenn in den verbleibenden sieben Spielen in der Fußball-Bundesliga nicht noch etwas Wundersames passiert, dann war das 0:2 beim FC Schalke 04 durch die Treffer von Kuranyi (23. Minute) und Farfan (80.) für die Badener ein weiterer Schritt Richtung Zweitklassigkeit.

          Bei immer noch fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 16 und dieser schwarzen Serie vor des Gegners Tor (insgesamt sind es sogar 16 Spiele ohne Treffer) fehlen einfach die Argumente, um in der Bundesliga zu bestehen. Auf Schalke erfreut man sich unterdessen weiter am Stimmungswandel, den die Ablösung von Trainer Rutten herbeigeführt hat.

          Mitte der ersten Halbzeit pfiffen die Schalker Fans erstmals

          Weil im ersten Heimspiel unter dem Trio Buskens/Mulder/Reck schon der zweite Sieg nacheinander gelang, könnte es doch noch auf ein Happyend in Form eines Platzes im Uefa-Pokal hinauslaufen. Trotzdem sagte Trainer Büskens: „Ich werde ganz normal meine Arbeit bis Saisonende machen und nicht anfangen zu schweben.“ Es war ein verdienter, aber schmuckloser Sieg, der unter Rutten gewiss noch für größeren Unmut beim anspruchsvollen Publikum gesorgt hätte. Doch den drei Neuen bringt der Schalker Anhang so viel Vertrauen entgegen, dass die königsblaue Laune auch von unverändert grauem Spiel nicht getrübt wird.

          Erst Mitte der zweiten Hälfte bekamen die unkonzentriert wirkenden Profis die ersten Pfiffe zu hören. Beim KSC ist Sebastian Freis das Symbol der Misere. Sein Tor zum 3:2 gegen den HSV am 19. Spieltag war das bislang letzte für sein Team. Was er auch macht, der Ball will seitdem einfach nicht mehr ins Netz. So ging es auch auf Schalke weiter. Gleich zwei gute Gelegenheiten hatte Freis zu Beginn. Doch bei seinem ersten Versuch brachte er unbedrängt nur einen kläglichen Schuss hervor (4.), beim zweiten zauderte er, bis die Chance vertan war (10.).

          Die Zeit für den KSC im Abstiegskampf wird knapper und knapper

          Natürlich waren die Karlsruher Möglichkeiten auch eine Folge der Schalker Abwehrnöte. Mit Bordon, Höwedes und Zambrano fehlten gleich drei potentielle Innenverteidiger verletzt, Rafinha war gesperrt. Trotz allem aber besitzen die Gelsenkirchener immer noch genug Qualität, um jederzeit entscheidende Stiche setzen zu können. Farfan und Altintop hatten die eine oder andere gute Idee. Ein Dritter im Offensivbund, Jones, schlug schließlich die Flanke vor dem 1:0.

          An Mut fehlte es dem KSC auch danach nicht, auch nicht an Aggressivität in den Zweikämpfen. Vor dem Tor aber hält die mentale Blockade an. Und weil auch das Glück nicht helfen wollte - etwa beim abgefälschten Schuss von Stindl, den Neuer gerade noch abwehrte (43.) oder bei Mutzels Versuch knapp über das Tor (55.) - kam, was kommen musste: das 0:2 durch Farfan. Spätestens jetzt war klar: Die Zeit für den KSC im Abstiegskampf wird knapper und knapper.

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