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0:2 bei Hoffenheim : Schalke dominiert – und verliert

  • -Aktualisiert am

David Wagner gibt die Richtung vor Bild: EPA

Siebter statt Erster: Schalke 04 vergibt trotz drückender Überlegenheit einen Sieg gegen Hoffenheim und verpasst damit den ersehnten Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga.

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          Lange sah es so aus, als ob der FC Schalke 04 beim Sturm auf die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga unaufhaltsam sein sollte. Dann aber schlug die TSG 1899 Hoffenheim am Sonntagabend zurück. Zwei Wochen nach dem 2:1-Triumph bei Meister Bayern München gelang den Kraichgauern ihr bisher schönster Heimsieg unter ihrem neuen Trainer Alfred Schreuder.

          Die TSG gewann durch Treffer von Andrej Kramaric (72.) und Ihlas Bebou (85.) 2:0. Ein über die gesamte Strecke gesehen glücklicher Sieg des Tabellenelften. Die Königsblauen fielen eine Woche vor dem Derby gegen Borussia Dortmund von Rang sechs auf Platz sieben der Tabelle zurück – drei Plätze hinter dem BVB. Das hatten sie sich rund um Gelsenkirchen ganz anders erhofft.

          Bundesliga

          Auf einen, dessen Spielweise eher auffällig unauffällig ist, richteten sich zu Beginn viele Blicke. Sebastian Rudy, der „auf“ Schalke überhaupt nicht zurechtkam und ein Schatten seiner selbst schien, begegnete seiner Vergangenheit. Im Trikot der TSG 1899 Hoffenheim, dem Klub, in dem er zu einem begehrten Bundesligaprofi und Nationalspieler aufstieg. Ausgeliehen von den Westfalen, hofft der 29 Jahre alte Schwabe auf einen dauerhaften Verbleib im Kraichgau, wo sie seine Art des soliden Dienstleister-Fußballs zu schätzen wissen. Rudy hatte eine plausible Erklärung für den Erfolg über seinen „Ex-Verein“, wie er sagte. „Keine Mannschaft“, sagte er, „kann das neunzig Minuten durchhalten, wir wussten, dass sie müde werden.“

          „Es gewinnt nicht immer die Mannschaft, die besser ist, darum lieben wir alle dieses Spiel“, sagte David Wagner, der neue Schalker Trainer, der seiner Mannschaft trotzdem ein „gutes Spiel“ attestierte. Die Hoffenheimer gewannen am Ende, weil Schreuder zur Pause einen klugen Wechsel vornahm, als er den Konterstürmer Bebou für den Mittelfeldkämpfer Geiger einwechselte und damit das zuvor fehlende Tempo in die sporadischen Gegenstöße der TSG brachte. Dazu konnte sich der Niederländer erstmals in dieser Spielzeit auf die Dienste seines besten Angreifers Kramaric verlassen, der wochenlang wegen einer Knieverletzung gefehlt hatte. Der Kroate kehrte auf Anhieb in die Startelf zurück und wurde schließlich zum Toröffner für den Hoffenheimer Sieg. „Es ist doch etwas anderes, wenn Kramaric ins Spiel kommt mit seiner Ballsicherheit“, lobte Schreuder seinen lange vermissten Angreifer.

          Schalke dominierte in den ersten 45 Minuten das Spielgeschehen mit einer geradezu britisch anmutenden Wucht. Das mag auch mit Wagners jüngster Vergangenheit bei Huddersfield Town zu tun gehabt haben – einem Underdog-Klub, den er 2017 in die Premier League führte. Inzwischen schreibt der gebürtige Frankfurter an einer deutschen Wiederaufstiegsgeschichte: der des FC Schalke, der in dieser Saison nach dem schlappen Vorjahr kaum wiederzuerkennen ist. In Sinsheim bestimmte Königsblau vor knapp 30.000 Zuschauern lange die Dramaturgie und besaß vor der Pause zahlreiche Gelegenheiten, um aus Dominanz Treffer zu machen. Die beste hatte Caligiuri, der mit einem Freistoß das Lattenkreuz traf (3.).

          Die Mienen sagen alles: Schalkes Uth und Harit mit langen Gesichtern.

          Auch nach dem Wechsel schrieben die Schalker Aktivisten lange das Drehbuch dieses Spiels, angefeuert von rund 4000 stimmgewaltigen Fans. Die Frage lautete nur, wie lange die von Kapitän Vogt mustergültig angeführten Hoffenheim den Gelsenkirchener Druckwellen standhalten würde. Und dann geschah das kleine Fußballwunder. Ihren ersten gescheiten Konter, eingeleitet von Bebou, der mit einem saftigen Schuss Torhüter Nübel zu einer Glanzparade veranlasste, vollendete der Rückkehrer Kramaric mit einem kurzentschlossenen Nachschuss ins rechte Toreck zur glücklichen Führung für Hoffenheim.

          Das 1:0 wirkte wie Adrenalin auf Schreuders Spieler, die nun auch noch auf den zweiten Treffer erpicht waren. Und tatsächlich: Bebou, der Leben in die Hoffenheimer Bude gebracht hatte, vollendete einen weiteren Gegenangriff mit einem plazierten Flachschuss zum 2:0. Es war die Entscheidung in diesem verrückten Spiel, in dem lange alles für einen Schalker Erfolg gesprochen hatte und am Ende doch die anderen gewonnen hatten.

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