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0:1 in Nürnberg : Wolfsburg einfallslos

  • -Aktualisiert am

Ballaballa? Diego versucht den Kopfball erstmal als Trockenübung Bild: AFP

Die vom Trainer-Diktator Magath befreiten Wolfsburger fallen nach zwei Sieg in Nürnberg in alte Muster zurück. Bei der Niederlage beim „Club“, der seine Talfahrt stoppt, köpft Gebhart das einzige Tor des Tages.

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          Die einen stoppten ihre Talfahrt, bei den anderen hielt der zarte Aufwärtstrend nicht einmal eine Woche. Verdientermaßen erkämpfte sich der 1. FC Nürnberg am Samstag mit dem 1:0 über den VfL Wolfsburg durch ein Kopfballtor von Gebhart (76. Minute) den ersten Sieg nach dürren Wochen.

          Die vom Trainer-Diktator Felix Magath befreiten Niedersachsen indes wirkten auch unter dessen vorläufigem Nachfolger Lorenz-Günther Köstner wieder so einfallslos und bieder wie in den Wochen vor dem Trainertausch. Der „Club“ verbesserte sich durch den Erfolg auf Platz dreizehn der Tabelle, während der VfL weiter auf Relegationsplatz sechzehn verharrt.

          Nach nur einem Punkt aus den vorangegangenen sechs Spielen, zuletzt vier Begegnungen ohne eigenen Treffer und ersten Publikumsprotesten kehrten die Franken vor 38.000 Zuschauern zu dem mutigen Fußball zurück, der sie an den ersten drei Spieltagen ausgezeichnet hat.

          Sie attackierten ihre Wolfsburger Gegenspieler früh, entwickelten Druck über die Flügel, wo der Japaner Kiyotake wieder kreativer als zuletzt anmutete, und hofften dennoch lange vergeblich auf das erlösende Tor. Der VfL, zum dritten Mal nacheinander in derselben Startformation angetreten, fühlte sich zunächst nur bemüßigt, seine Formsteigerung unter Köstner defensiv zu bestätigen.

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          Mehr als ein vor der Pause noch halbwegs solides Werkstück kam dabei nicht heraus. Dass dieses Team vor einer Woche in Düsseldorf 4:1 gewonnen und danach dem FSV Frankfurt beim 2:0-Pokalsieg stürmisch die Grenzen aufgezeigt hatte, davon war in Nürnberg nichts zu spüren.

          „Sie zeigen jetzt ihr wahres Gesicht“, hatte der bei einigen Fans zuletzt in die Kritik geratene FCN-Trainer Dieter Hecking vorher geunkt, als er über die Wolfsburger sprach. Von wegen. Was vor dem Wechsel noch einigermaßen stabil anmutete, geriet in den zweiten 45 Minuten ins Wanken.

          Handarbeit in Nürnberg: Gebhart (links) und Olic treffen sich in luftiger Höhe
          Handarbeit in Nürnberg: Gebhart (links) und Olic treffen sich in luftiger Höhe : Bild: dapd

          Der „Club“ verstärkte nun seine Bemühungen, endlich mal wieder ein Tor zu erzielen. Der überzeugende Aushilfskapitän Balitsch als Vertreter des verletzten Stammtorwarts Schäfer verfehlte das Ziel bei einem Kopfball nur um Zentimeter (55.), wenig später konnte der im Verbund mit Kjaer starke Naldo den früheren Wolfsburger Esswein erst im letzten Moment stoppen (60.). Nennenswerte Offensivaktionen des VfL blieben Mangelware.

          Doch mit einem Nullsummenspiel kamen die Wolfsburger in Nürnberg nicht davon. Gebhart, als Kopfballspezialist noch nicht weiter aufgefallen, nutzte Chandlers punktgenaue Vorlage zum umjubelten 1:0 (76.) - ein Moment purer Freude für die leidgeprüften „Club“-Anhänger, die in dieser Spielzeit bis zum Samstag noch keinen Heimsieg gefeiert hatten.

          Wolfsburger Vordenker: Interimscoach Köstner (links) und Assistent Jonker
          Wolfsburger Vordenker: Interimscoach Köstner (links) und Assistent Jonker : Bild: dpa

          1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg 1:0 (0:0)

          1. FC Nürnberg: Rakovsky - Chandler, Nilsson, Klose, Plattenhardt - Balitsch (83. Feulner), Simons - Kiyotake, Gebhart (87. Korczowski), Esswein - Pekhart (72. Polter)
          VfL Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Kjaer, Schäfer - Polak, Josué (84. Lakic) - Hasebe (84. Madlung), Diego, Olic (62. Rodriguez) - Dost
          Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
          Zuschauer: 40.500
          Tor: 1:0 Gebhart (76.)
          Gelbe Karten: Chandler (2), Kiyotake (1) / Fagner (1), Josué (3), Kjaer (1)

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