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0:1 in Hamburg : Hertha verliert weiter

  • -Aktualisiert am

Walk like an Egyptian: Marcell Jansen feiert seinen nächsten Treffer Bild: REUTERS

Der Hamburger SV zeigt eine dürftige Leistung - und Hertha BSC kann nichts damit anfangen. Vor allem Ramos vergibt gute Möglichkeiten reihenweise und die Berliner treten am Ende der Tabelle weiter auf der Stelle. Der HSV hingegen träumt wieder von der Champions League.

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          Die Woche über war in Hamburg viel von der Champions League die Rede. Ins Gespräch gebracht hatte der Hamburger Trainer Bruno Labbadia die europäische Geldvermehrungsmaschine dergestalt, dass die Zugangsberechtigung durchaus noch in Reichweite sei für den Tabellenvierten Hamburger SV. Man müsse nur mal wieder eine Serie starten, um den nächsten Heimspielgegner FC Schalke auf Rang drei noch abzufangen. Genau das könnte am Samstagnachmittag beim glücklichen 1:0 gegen Hertha BSC Berlin begonnen haben, doch die Leistung des HSV war weit von der eines Champions-League-Teilnehmers entfernt.

          Allein der Treffer von Marcell Jansen in der 40. Minute und die Einwechslung Ruud van Nistelrooys in der 64. Minute erfreuten die Hamburger Fans unter den 54.000 Zuschauern in der Arena. „Das war so ein Spiel, nach dem es nur heißen kann: Mund abputzen und drei Punkte mitnehmen“, sagte Labbadia später. Dem HSV fiel gegen den zahmen Tabellenletzten erschreckend wenig ein; er blieb in der zweiten Halbzeit ohne Torchance. Die Hertha versuchte durch die Einwechslungen von Wichniarek und Gekas am Ende alles, um zu einem Remis zu kommen - doch den Angriffsaktionen fehlten Genauigkeit und Selbstvertrauen.

          Pfiffe gab es schon nach dreißig Minuten - völliger Stillstand im Hamburger Spiel. Hertha BSC verteidigte, zog sich an den eigenen Strafraum zurück, und dem Hamburger SV fiel nichts ein, um gegen diese massive Deckung vorzugehen. Da blieb selbst den treuesten Anhängern in der Nordkurve nichts anderes übrig, als die Finger in den Mund zu stecken.

          Am Ball geblieben: Der Herthaner Raffael (v.), der Hamburger Ze Roberto und Schiedsrichter Hartmut Fleischer

          Wieder einmal zeichnete sich eine enttäuschende erste Halbzeit des HSV im eigenen Stadion ab. Was fehlte, waren Ideen, Tempo, Kombinationsspiel. Man fühlte sich an das Spiel gegen die Frankfurter Eintracht vor zwei Wochen zurückversetzt. Berlin schien überrascht, dass der HSV selbst dem Tabellenletzten Chancen gewährte - aber es war so. Nur: Wie Adrian Ramos drei ordentliche Möglichkeiten vergab, war dilettantisch. Völlig frei kam er in der 14. Minute zum Kopfball, brachte aber keinen Druck hinter die Kugel.

          In der 25. Minute vertändelte Ramos den Ball im Strafraum. Und bei einem Konter in der 33. Minute lief der beste Berliner Torschütze der Hamburger Abwehr zwar davon, schoss aber so schwach, dass keine Gefahr für Schlussmann Frank Rost herrschte. „Wir haben große Leidenschaft und Aggressivität, aber es zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Wochen, dass wir keine Tore erzielen“, sagte der Berliner Trainer Friedhelm Funkel.

          Glückliche Führung für den HSV

          Das Pfeifkonzert begann, als Rechtsverteidiger Tomás Rincon und sein Kollege in der Mitte, David Rozehnal, mit unbedrängt geschlagenen langen Bällen keinen Abnehmer fanden. Man hätte darauf wetten können, dass nur eine Aktion von individueller Klasse zu einer Tormöglichkeit für den HSV führen würde. Als Tunay Torun in der 40. Minute dann ein Dribbling wagte und dem Berliner Kapitän Arne Friedrich den Ball durch die Beine schob, stand Jansen plötzlich goldrichtig und schoss den Ball ins Berliner Tor. Eine glückliche Führung, die den HSV spürbar erleichterte: In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit gab es mehr gelungene Kombinationen als in der gesamten Zeit davor.

          Gleich nach dem Seitenwechsel aber zeigte Ramos, dass er sich nicht entmutigen lässt, hatte bei seinem Schuss in der 50. Minute aber Pech und traf nur die Latte. Die Hertha kam nun in ihre beste Phase und hatte gleich noch eine Chance durch Kringe. „Nach der Pause waren wir einfach nur schlecht“, sagte Labbadia. „Der Gegner hat mit Mann und Maus gestürmt und hatte nichts mehr zu verlieren.“ Der HSV zog sich so weit zurück wie die Berliner im ersten Durchgang und bettelte gegen den langsam mutiger werdenden Tabellenletzten beinahe schon um den Ausgleich. Es war Rost im Hamburger Tor zu verdanken, dass Hertha durch Lustenberger den Ausgleich verpasste: reaktionsschnell eilte er aus dem HSV-Tor und war noch vor dem Schwiezer am Ball. Schwach gespielt und doch gewonnen - das war‘s, was der HSV aus diesem Spiel mit in die nächste Partie bei Bayer Leverkusen mitnehmen kann.

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