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0:1 gegen St. Pauli : Hannovers Höhenflug wird unterbrochen

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Für den Platz an der Sonne reicht es nicht ganz: Marius Ebbers freut sich über den Sieg in Hannover Bild: REUTERS

Das zweite Überraschungsteam der Saison nach Mainz überrascht wieder - diesmal allerdings negativ. Hannover 96 verliert gegen St. Pauli nicht nur das Heimspiel, sondern auch Abwehrchef Haggui. Ebbers erzielt schon früh das goldene Tor für die Hamburger.

          Marius Ebbers hat den Höhenflug von Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga vorerst gestoppt und zugleich den Ruf des FC St. Pauli als „Auswärts-Mannschaft“ bestätigt. Der Aufsteiger besiegte verdient die Niedersachsen in der einzigen Freitagspartie des siebten Spieltags mit 1:0 (1:0) und vereitelte damit den Sprung der Gastgeber auf Rang zwei. „Der Trainer stellt uns sehr gut ein. Das ist ein Schlüssel“, sagte St. Paulis Torhüter Thomas Kessler und fügte an: „Neun Auswärtspunkte sind eine Sensation.“

          Vor 49.000 Zuschauern in der in dieser Saison erstmals ausverkauften AWD-Arena war St.-Pauli-Kapitän Ebbers (6. Minute) nach Vorarbeit von Bastian Oczipka früh in der ersten Hälfte erfolgreich. Hannovers Karim Haggui (80.) sah wegen einer Notbremse zudem die Rote Karte. Die Gäste feierten ihren dritten Sieg auf fremdem Platz.

          96 nahm im Gegensatz zum 1:0 beim 1. FC Kaiserslautern nur einen Wechsel in der Startelf vor: Lars Stindl ersetzte Torjäger Didier Ya Konan (Knie-Verletzung). St. Paulis Trainer Holger Stanislawski rotierte nach der 1:3-Heimschlappe gegen Borussia Dortmund gleich viermal. Max Kruse und Fabian Boll ersetzten Florian Bruns (grippaler Infekt) sowie Charles Takyi im Mittelfeld. Statt Carsten Rothenbach (Schienbein-OP) und Ralph Gunesch bildeten Florian Lechner sowie Carlos Zambrano die rechte Abwehrseite des Aufsteigers.

          Der Stürmer des FC St. Pauli lässt Torwart Florian Fromlowitz per Kopfball keine Chance

          „Wir waren nicht eng genug am Mann“

          Etwas überraschend hatte Stanislawski auf einen Startelf-Einsatz von Gerald Asamoah verzichtet. Der frühere Nationalspieler hatte von 1994 bis 1999 für Hannover gespielt und galt an alter Wirkungsstätte als aussichtsreicher Kandidat für einen Platz von Beginn an. Aber auch ohne den 31-Jährigen, der in der 66. Minute schließlich eingewechselt wurde, war St. Pauli in der ersten Hälfte immer wieder mit seiner variablen Offensive gefährlich.

          Vom erhofften Fußball-Fest im Nord-Duell aber keine Spur. „Das wird eine richtig schöne Aufgabe für uns“, hatte Stanislawski vor der Partie frohlockt. Und mit Courage begann auch sein Team. Nach einem herrlichen Flankenlauf von Linksverteidiger Bastian Oczipka netzte Ebbers per Kopfball zur frühen Führung ein. Es war zugleich der erste Saisontreffer des Stoßstürmers.

          „Wir waren nicht eng genug am Mann“, kritisierte 96-Manager Jörg Schmadtke das Gegentor. Obwohl Hannover zunächst mehr Ballbesitz hatte, stellte St. Pauli durch schnelle Konter und emsige Defensivarbeit seine Auswärtsstärke unter Beweis. Während bei 96 Angreifer Mohammed Abdellaoue ohne „Traumpartner“ Ya Konan in der Luft hing, rochierten Ebbers, Rouwen Hennings und Fin Bartels beim Aufsteiger gefährlich.

          Nach der Roten Karte wird die Stimmung düster

          Die beste Chance der Gastgeber in Hälfte eins besaß noch Sergio Pinto (45.), dessen Freistoß haarscharf am Tor vorbeischrammte. Kurz vor dem Pausenpfiff wurden zudem im St.-Pauli-Fan-Block Feuerwerkskörper gezündet. Auch nach der Pause blieb Hannover, das Team von Coach Mirko Slomka, blass. Zunächst vergab Ebbers (64.) nach einer Vorlage von Kruse nur knapp.

          Im Gegenzug verpasste Abdellaoue einen möglichen Treffer - St.Pauli-Keeper Matthias Kessler parierte aus kurzer Distanz prächtig. Düsterer wurde die Stimmung von Slomka zudem nach einer Roten Karte (Notbremse) gegen Haggui (80.), der Matthias Lehmann gestoppt hatte.

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