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0:1 gegen Hannover : Trikots machen keine Champions

  • -Aktualisiert am

Am Boden in der Bundesliga: Borussia Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang Bild: AFP

Mehr Krise geht nicht: Borussia Dortmund trägt die Champions-League-Trikots auf, doch die Hemden machen keinen Meister. Der BVB kassiert durch das 0:1 gegen Hannover 96 seine vierte Bundesliga-Niederlage nacheinander.

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          Sie wollten alles besser machen und endlich wieder zu den Siegern der Bundesliga gehören. Tatsächlich hat sich die Lage für Borussia Dortmund am neunten Spieltag weiter verschlechtert. Der vor Saisonbeginn noch als größter Rivale von Meister Bayern München geltende Traditionsklub verlor zum vierten Mal nacheinander: diesmal 0:1 daheim gegen die Mittelklassemannschaft von Hannover 96, die zuvor noch kein Auswärtsspiel gewonnen und dabei auch noch kein Tor geschossen hatte.

          Kiyotakes Freistoßtreffer zum 1:0 (61. Minute) änderte am Samstag alles, während der BVB, inzwischen als Fünfzehnter nur einen Platz von der unmittelbaren Abstiegszone entfernt, trotz vieler Gelegenheiten aufs Neue mit leeren Händen dastand. Hannover hingegen verschmerzte die Gelb-Rote Karte für Gülselam (89.) letztlich locker und überstand auch mit zehn Mann die sechsminütige Nachspielzeit.

          Appell ans Gemeinschaftsgefühl

          „Wir wissen, dass die Fans frustriert sind“, sagte Innenverteidiger Neven Subotic kurz nach dem Abpfiff. „Wir wissen, dass wir frustriert sind und schon mal bessere Tage hatten.“ Dagegen versuchte sich Trainer Jürgen Klopp sogleich als Aufbauhelfer. „Wir müssen weitermachen“, hob der BVB-Coach hervor, „und dafür sorgen, dass wir uns nach Spielen nicht mehr so fühlen.“ An das Dortmunder Gemeinschaftsgefühl appellierten, als wieder einmal die Bundesliga-Wende misslungen war, auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhard Rauball, die in der Kabine ein paar aufmunternde Worte an die geknickten Profis richteten.

          Frustrierend: BVB-Trainer Klopp am Rande des Spiels Bilderstrecke

          Nur ein Punkt aus den vergangenen fünf Liga-Begegnungen, nun vier Niederlagen nacheinander und Platz 15 in der Tabelle mit direktem Anschluss an die Abstiegszone: Die schwarz-gelbe Bilanz nach neun Spieltagen liest sich gruselig. Da boten auch die aufmunternden Sprechchöre der Fans nur wenig Trost. Dabei schien Hannover doch der ideale Aufbaugegner für die Borussen, von denen Trainer Jürgen Klopp zunächst einmal Basistugenden einforderte. Solide zu verteidigen, hatte er nach einer Reihe von Kontergegentoren verlangt und Besserung gelobt: „Wir werden keine Räume mehr hergeben, ab jetzt sind wir bereit für dreckige Siege.“

          Ein paar Räume öffneten sich vier Tage nach dem 4:0 bei Galatasaray Istanbul dann doch vor der Pause: so, als der starke Bittencourt nach einem langen Einwurf von Stankevicius frei zum Schuss kam und sein Ziel knapp verfehlte (6.); so, als der deutsche U21-Nationalspieler bei einem sehenswerten Konter der Niedersachsen knapp im Abseits stand (25.). Sonst aber dominierte der BVB, wenn auch nicht mit der letzten Konsequenz. Chancen für einen Sieg gab es genug. Mchitarjans Drehschuss aber wurde ebenso von Zieler pariert (12.) wie Hummels’ Kopfball, den der herausragende Hannoveraner Torwart („tolle Sache, in Dortmund zu Null zu spielen“) gegen die Latte lenkte (18.).

          Auch Reus, in den ersten 45 Minuten neben Piszczek und Hummels der umtriebigste Borusse, war zweimal nah an einem Treffer. Dass er nicht zustande kam, mag mit der Erfolglosigkeit der vorangegangenen Bundesligaspiele zu tun gehabt haben. Bei allem Druck, den die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte auf ihren Gegner ausübten, fehlte der letzte Schuss Kaltblütigkeit. Der Patient schien zwischenzeitlich auf dem Weg zur Erholung, aber genesen wirkte er noch nicht.

          Noch lange nicht, wie sich danach zeigen sollte. Nachdem Reus (47./55.) und Ramos (58.) weitere große Gelegenheiten vertan hatten, schlug Hannover zu. Gündogan hatte zuvor den ehemaligen Dortmunder Bittencourt grob von den Beinen geholt und wurde dafür zu Recht verwarnt. Den folgenden Freistoß aus 22 Metern Distanz nutzte der Japaner Hiroshi Kiyotake zum Siegtreffer. Ein Schock für den BVB, der sich anschließend bei Torhüter Weidenfeller bedanken durfte, dass aus dem Rückstand bei Kiyotakes und Joselus Schüssen (65.) nicht ein 0:2 oder 0:3 wurde. Die Krise hatte Dortmund wieder an einem Tag, an dem vieles besser werden sollte. Drei Spiele neun Punkte, kein Gegentor in der Champions League. Neun Spiele, sieben Punkte, 15 Gegentreffer in der Bundesliga: Das sagt alles.

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