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0:1 gegen Hamburg : Van Nistelrooy ärgert Schalke schon wieder

  • -Aktualisiert am

Trotz der Gerüchte um Real Madrid beweist Ruud van Nistelrooy seinen Wert für den HSV Bild: AFP

Fehlstart mit Dachschaden: In der lädierten Arena verliert Schalke mit 0:1 gegen den Hamburger SV. Van Nistelrooy entscheidet das Duell der Mittelklasseklubs wie schon im Hinspiel. Und nun will Real Madrid den Niederländer zurückholen.

          Ruud van Nistelrooy war schon vor dem Anpfiff der meistbeachtete Mann des Tages in der Arena des FC Schalke 04. Der Stürmerstar liebäugelt mit einer Rückkehr zu Real Madrid - und machte auf dem Fußballplatz prompt Werbung in eigener Sache. Beim 1:0 in Gelsenkirchen gelang ihm in der 53. Minute der Treffer, der die vierte Bundesliga-Heimniederlage der „Königsblauen“ besiegelte.

          Da Gonzalo Higuain am Rücken operiert werden musste, beklagt der spanische Rekordmeister einen Engpass im Angriff und ist offenbar daran interessiert, wieder mit dem niederländischen Stürmerstar ins Geschäft zu kommen, der von 2006 an bei Real unter Vertrag stand, bis er in der vergangenen Saison nach Hamburg wechselte. Ein offizielles Angebot liegt dem HSV noch nicht vor, aber Trainer Armin Veh bestätigte: „Sie wollen ihn haben. Das hat Ruud mir gesagt.“

          Für die Madrilenen hatte van Nistelrooy in 93 Spielen 61 Tore geschossen und zum Gewinn von zwei Meisterschaften beigetragen. „Es ist nicht irgendein Verein, der vorbei kommt. Es ist Real Madrid. Es ist der einzige Verein, der in meinem Kopf etwas verändern kann“, sagte der Vierunddreißigjährige. „Aber ich habe Hamburg auch eine ganze Menge zu verdanken - und ich will die Jungs eigentlich nicht im Stich lassen.“

          Wohl dem, der solch einen Torjäger hat: Der HSV feiert van Nistelrooy

          Magaths Schalker spielen frei von Inspiration

          Beim 2:1 im Hinspiel schon als zweimaliger Torschütze gefeiert, wurde der Routinier gegen Schalke abermals zur entscheidenden Figur. Bereits im ersten Durchgang hatten die Hamburger gefälliger und gefährlicher gewirkt, es aber nicht vermocht, van Nistelrooy, in Schussposition zu bringen. Die Chance zum Führungstreffer bot sich zunächst anderen.

          In der Anfangsphase zielte Änis Ben-Hatira, der den verletzten Guerrero ersetzte, knapp am langen Eck vor bei, Pitroipa brachte den Ball zwar an Torhüter Manuel Neuer vorbei, geriet aber ins Straucheln und kam nicht zum Abschluss. Später rettete der Gelsenkirchener Christoph Moritz bei einem Kopfball von HSV-Verteidiger Kacar auf der Linie. Der Heimelf mangelte es, wie so oft an Ideen; frei von Inspiration, versuchte sie erfolglos, Druck auszuüben. Dass ein fleißiger, aber limitierter Kicker wie Edu eine Stunde lang den Vorzug vor dem technisch versierten Jurado erhielt, passte ins königsgraue Bild.

          Den Hamburgern war nicht verborgen geblieben, wie schwer es den Westfalen fiel, ein strukturiertes Spiel aufzuziehen. Also kamen sie selbstbewusst aus der Pause und bemühten sich weiter um die Führung. Mit Erfolg. Nachdem Elia kurz nach Wiederbeginn noch knapp das Ziel verfehlt hatte, tauchte van Nistelrooy, der lange kaum zu sehen war, plötzlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf und drückte Demels Flanke mit dem Kopf über die Linie. Bis dahin hatte er keine Gelegenheit gehabt, sich für höhere Aufgaben in Spanien zu empfehlen oder bei seinem aktuellen Arbeitgeber unentbehrlich zu machen. Doch als seine Chance kam, war er im Stile eines Torjägers zur Stelle.

          „Hoffentlich kommt schnell Deutlichkeit in die Sache“

          Die Schalker, zuletzt im eigenen Stadion viermal siegreich und ohne Gegentor, lieferten eines ihrer schlechtesten Heimspiele ab. Ihre Angriffsversuche, unterbrochen von zahlreichen Ballverlusten, waren meist schon fehlgeschlagen, ehe sie den gegnerischen Strafraum erreichten.

          Da den Schalkern bis zum Schluss nichts mehr einfiel, wurde van Nistelrooy vom Unruhestifter zum Matchwinner. Und sagte nach dem Schlusspfiff zum Thema Madrid: „Hoffentlich kommt schnell Deutlichkeit in die Sache. Es war eine komische Woche und nicht leicht, mich auf dieses Spiel zu konzentrieren.“ Einer hat Verständnis für die späten Träume des Alt-Stars, Torhüter Frank Rost: „Ich könnte ihn verstehen, wenn er sagt: Ich möchte meine Karriere gern bei Real Madrid beenden.“

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