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0:1 gegen Duisburg : Heftiger Heim-Dämpfer für den Hamburger SV

  • Aktualisiert am

Matchwinner für Duisburg: Ivica Grlic schoss das einzige Tor in Hamburg Bild: REUTERS

Sie wollen in die Champions League, verlieren aber im eigenen Stadion gegen einen Abstiegskandidaten. Der Hamburger SV unterlag dem bisherigen Schlusslicht Duisburg mit 0:1. Ivica Grlic traf für den MSV. Der HSV rutschte vorerst auf Platz vier ab.

          Der MSV Duisburg hat den Champions-League-Träumen des Hamburger SV einen gewaltigen Dämpfer versetzt. Mit einem 1:0 (0:0) feierte das bisherige Schlusslicht der Fußball-Bundesliga nach dem 2:1 vor zwei Wochen bei Werder Bremen nun den zweiten Coup bei einem Spitzenverein. Das Tor erzielte Ivica Grlic (54. Minute).

          Die Hoffnungen auf den Klassenverbleib erhielten bei den Duisburgern damit wieder neue Nahrung. Es war der erste Sieg des MSV gegen die Norddeutschen seit 14 Jahren. Der HSV dagegen, der zuvor von einem Pflichtsieg gegen den MSV gesprochen hatte, hat im Wettrennen um die internationalen Startplätze durch das vierte sieglose Spiel in Serie weiteren Boden verloren und liegt mit 47 Zählern auf Platz vier.

          Kein Druck, keine Ideen, Fehlpässe zuhauf

          „Ich weiß nicht, wo die Spieler mit ihren Gedanken waren. Auf dem Rasen waren sie jedenfalls nicht“, zürnte HSV-Trainer Huub Stevens. Die Hamburger zeigten vor 54.218 Zuschauern in der Nordbank-Arena eine erschreckend schwache Leistung. Kein Druck, keine Ideen, Fehlpässe zuhauf - für einen Champions-League-Aspiranten geradezu rufschädigend. Gegen die kompakte Defensive der Duisburger mit bisweilen neun Akteuren im und vor dem Strafraum fiel den Platzherren nichts ein.

          Ein Kopfball von Nigel de Jong (27. Minute), der das Tor um mehrere Meter verfehlte, war die einzige Aktion der Hamburger in den ersten 45 Minuten, die sich in die Rubrik Torschussversuch einordnen ließ. Die Zuschauer quittierten das müde Gekicke mit einem gellenden Pfeifkonzert zur Pause.

          Grlic zieht ab und lässt Rost keine Abwehrchance

          Die Duisburger, die erwartungsgemäß auch keine Bäume ausrissen, zeigten jedoch, dass ihre Drohung Richtung Hamburg kein leeres Gerede war. Auf das überraschende 2:1 bei Werder Bremen verweisend, hatte Trainer Rudi Bommer vor der Partie verkündet: „Wer in Bremen etwas holen kann, kann auch in Hamburg gewinnen.“ Nachher sagte er: „Es war ein gutes Spiel von uns. Wir haben verdient gewonnen.“

          Der 50-Jährige sollte Recht behalten. Zunächst verfehlten Claudiu Niculescu (20., 43.) und Christian Tiffert (36.) noch das Ziel, doch dann nahm Grlic Maß: Nach einem Einwurf zog der 32-Jährige von der Strafraumgrenze ab und ließ HSV-Schlussmann Frank Rost keine Chance. HSV-Trainer Huub Stevens reagierte und holte Nationalspieler Piotr Trochowswki ausgerechnet in dessen 100. Bundesliga-Spiel vom Platz.

          HSV muss auf van der Vaart und Atouba verzichten

          Für ihn kam der Argentinier Juan Pablo Sorin, der bereits eine Woche zuvor in Stuttgart ein Vier-Minuten-Comeback gegeben hatte. Doch auch der ehemalige Nationalspieler konnte nicht Wende bringen. Zwar hatten die Einheimischen durch de Jong (63., 83., 87.), Paolo Guerreo (67., 90.+2) und Bastian Reinhardt (86.) noch Tormöglichkeiten, konnten diese aber nicht nutzen.

          Am Fehlen der gesperrten Joris Mathijsen und David Jarolim sowie des verletzten Ivica Olic konnte es allerdings nicht gelegen haben, dass die Gastgeber eine derart desolate Vorstellung ablieferten. In der nächsten Partie müssen die Hamburger gar noch auf Kapitän Rafael van der Vaart und Thimothee Atouba verzichten, die beide die fünfte Gelbe Karte kassierten. „Wir sind sehr unzufrieden. Das war ein schwaches Spiel von uns“, sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Am Ziel Champions League wollte er aber keine Abstriche machen.

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