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0:1 gegen Augsburg : Hamburg rutscht weiter in die Krise

  • Aktualisiert am

Bild: EPA

Nach der harmlosen Vorstellung zum Rückrundenauftakt gegen die Schwaben steckt der HSV im Tabellenkeller fest. FAZ.NET erklärt, wie es dazu kommen konnte.

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          Die Situation für den Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga wird immer prekärer. Gleich zum Rückrundenauftakt verloren die Hanseaten am Samstag beim FC Augsburg mit 0:1 (0:1). Das erhoffte Aufbruchssignal im sportlichen Überlebenskampf zum Jahresbeginn blieb aus. Weshalb? Unter anderem weil es wieder einmal in der Offensive haperte. Seit nun fünf Spielen wartet der Tabellenvorletzte auf einen Sieg. Und was sagt Trainer Markus Gisdol? „Die knappe Niederlage tut uns überhaupt nicht gut in unserer Situation.“

          Bundesliga

          Die Ausgangslage: Nach nur zwei Punkten und zwei Toren aus den vier Spielen vor der Winterpause stand der HSV beim Überraschungsteam der Hinrunde unter Druck. Der wird jetzt nach der Niederlage und vor dem Spiel am kommenden Samstag gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln noch größer.

          Das Personal: Kurzfristig musste Sturm-Talent Jann-Fiete Arp wegen einer Erkältung passen. Auch Aaron Hunt stand wegen einer Knöchelverletzung nicht zur Verfügung. Albin Ekdal und Lewis Holtby hatten sich schon zuvor aufgrund von Verletzungen abgemeldet. So war Trainer Gisdol gezwungen, im Vergleich zum 1:3 bei Borussia Mönchengladbach kurz vor Weihnachten auf fünf Positionen seine Startformation zu ändern.

          Das Debüt: Einen bemerkenswerten Tausch vollzog Gisdol im Tor. Er machte den 23 Jahre alten Julian Pollersbeck anstelle von Christian Mathenia zur Nummer eins. Mathenia hatte in der Hinrunde alle Spiele bestritten, wirkte aber zu oft unsicher. U21-Europameister Pollersbeck zeigte in Augsburg eine gute Leistung, am Gegentreffer durch Ja-Cheol Koo kurz vor der Pause war er schuldlos.

          Der Schwachpunkt Offensive: Die Ursache für die dramatische Tabellensituation des HSV ist klar: 15 Tore in nun 18 Spielen sind viel zu wenig. In Augsburg erspielten sich die Hamburger keine einzige große Torchance. „Was wir nach vorne machen, das ist einfach zu wenig“, klagte Gisdol. Dass in Ausnahmetalent Arp ein 18-Jähriger vermisst wurde, sagte schon einiges über die Angriffs-Qualitäten des HSV aus. Arps Ersatz Bobby Wood war kaum sichtbar, der Ex-Augsburger Andre Hahn rackerte, aber Torgefahr ging auch von ihm nicht aus.

          Zufrieden war Gisdol mit der Leistung seiner Mannschaft keineswegs. In der Kritik steht er als Trainer aber noch nicht.

          Der Transfermarkt: Ein bezahlbarer Offensivspieler, der sofort helfen kann, wird dringend gesucht. Doch den gibt der Transfermarkt derzeit nicht her. „Die Situation ist wirklich schwierig, weil die Topspieler im Winter bei ihren Vereinen gebunden sind“, sagte Gisdol. Sportchef Jens Todt meinte, dass bei Neuzugängen im Winter aktuell „nichts heiß“ sei.

          Die Trainerdebatte: Gisdol selbst steht vorerst nicht zur Disposition. Der 48-Jährige, der in der vergangenen Saison den Verein dank einer starken Rückrunde rettete, genießt das Vertrauen des Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt. In Augsburg versuchten die beiden mögliche Diskussionen um den Trainer gleich zu ersticken. „Man muss nicht über Einzelne reden“, sagte Bruchhagen. Ein Sieg im Spiel gegen den Letzten Köln am nächsten Wochenende ist jedoch dringend nötig, um mögliche Debatten weiterhin klein zu halten.

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