https://www.faz.net/-gtm-7oqm9

0:0 in Hoffenheim : Frankfurt genügt die Langeweile

Elfer verursacht und gehalten: Kevin Trapp Bild: dpa

In einem zähen 0:0-Spiel kommt erst am Ende Stimmung auf. Frankfurts Torwart Trapp verschuldet einen Strafstoß und hält ihn. Hoffenheims Modeste tritt nach und sieht rot.

          Um ihren Erwählten von sich zu überzeugen, genügten der Charme und vor allem die finanziellen Möglichkeiten der Frankfurter Eintracht nicht. Zwei Tage nach der Absage von Roger Schmidt, den man bei den Hessen so gern als Nachfolger von Armin Veh gesehen hätte, präsentierte sich die Mannschaft dann nicht gerade im Stile von Eroberern und Herzensbrechern. Aber es ist ja auch nicht anzunehmen, dass etwaige Kandidaten für den Trainerjob bei der Eintracht ihr Ja-Wort vom Eindruck eines ganz gewöhnlichen Bundesligaspiels abhängig machen.

          Immerhin darf nach dem 0:0 am Samstag bei der TSG Hoffenheim der Restzweifel am Klassenverbleib gegen Null gehen – und könnte sich schon an diesem Sonntag in Luft auflösen, wenn der Hamburger SV nicht in Augsburg gewinnt.

          Bleibt die Frage, wer in der neuen Saison der Chef auf der Trainerbank sein wird, nachdem Schmidt Bayer Leverkusen den Vorzug gab. Manager Hübner und Vorstandschef Bruchhagen gaben sich diesbezüglich betont gelassen – warum auch nicht, schließlich haben sie aus der Eintracht alles in allem eine gute Partie gemacht. Ob der Markt ausreichend attraktive Bewerber hergibt, ist allerdings ein anderes Thema.

          In Sinsheim zeichnete zum drittletzten Mal Veh verantwortlich für Aufstellung und Ausrichtung – er tat es unter Verzicht auf Pirmin Schwegler, der Kapitän ist nach einer Viruserkrankung noch nicht wieder im Vollbesitz der Kräfte. Die Mannschaft spielte 45 Minuten lang ordentlich, aber ohne zu glänzen, engagiert, aber ohne den allerletzten Biss. Vor allem fehlte es ihr an einem entschlossenen Geist, der eine der guten Möglichkeiten genutzt hätte – Madlung (9. Minute), Russ (32.) und Lanig (37.) waren es nicht.

          „Die eigentliche Sensation ist das 0:0“

          Die Hoffenheimer, bei denen Kapitän Andreas Beck während der Woche seinen Vertrag bis 2017 verlängert hatte, kamen ihrerseits zu einigen guten Gelegenheiten, doch im Grunde war es das gleiche Bild: eine Mannschaft, die zwar Spaß am Spiel hat, aber nicht mehr den Hunger, ein besonderes Ziel zu erreichen. Nach der Pause erhöhte Hoffenheim den Druck, während die Eintracht keinerlei Lust auf einen Treffer mehr zu verspüren schien und ihre Angriffsbemühungen weitgehend einstellte.

          Am Ende wird es bunt: Anthony Modeste fliegt vom Platz

          Nach etwa einer Stunde schien alles auf gepflegte Langeweile hinzudeuten, doch dann wurde es noch einmal bunt. Aus ein paar Nickligkeiten in Zweikämpfen entwickelte sich eine hitzige Atmosphäre, in der es plötzlich richtig zur Sache ging – am deutlichsten schlug sich das in der Roten Karte für den Hoffenheimer Modeste nieder (85.), der gegen Zambrano nachtrat.

          Kurz zuvor hatte die TSG noch die große Siegchance besessen, doch Roberto Firmino scheiterte mit seinem Elfmeter an Torhüter Trapp, den dieser selbst verursacht hatte. „Die eigentliche Sensation ist das 0:0“, sagte TSG-Coach Markus Gisdol: Es war das erste Hoffenheimer Heimspiel in dieser Saison ohne eigenen Treffer.

          1899 Hoffenheim - Eintracht Frankfurt 0:0

          1899 Hoffenheim: Grahl - Johnson, Süle, Abraham, Beck - Polanski - Rudy, Herdling (69. Gyau) - Roberto Firmino - Volland, Modeste
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Madlung, Djakpa - Lanig, Russ - Aigner (70. Oczipka), Meier, Barnetta (36. Schröck) - Joselu Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 30 150 (ausverkauft)
          Besonderes Vorkommnis: Roberto Firmino (1899 Hoffenheim) scheitert mit Foulelfmeter an Trapp (84.)
          Gelbe Karten: - / Joselu (3), Lanig (2), Schröck (2), Trapp (2)
          Rote Karten: Modeste (85./Tätlichkeit) / -

          Weitere Themen

          Sturmwarnung

          Eintracht Frankfurt : Sturmwarnung

          Nach Luca Jovic zieht es auch Sébastien Haller aus der Eintracht weg – zu West Ham United. Damit verlieren die Hessen ihre beiden besten Torschützen.

          Topmeldungen

          Missbrauchsfall Lügde : Angeklagter zu Bewährungsstrafe verurteilt

          Der Mann soll nicht direkt an dem Missbrauch beteiligt gewesen sein, sondern per Webcam zugeschaltet. Ein Gutachter hatte ihn für voll schuldfähig erklärt. Die Vorsitzende Richterin nannte die Taten „schäbig und menschenverachtend“.

          Lichtverschmutzung : Der helle Wahnsinn

          Die Nacht verschwindet und mit ihr zahlreiche Tierarten. Dabei wäre es so einfach, das Licht in den Städten zu dimmen, ohne auf Sicherheit zu verzichten. Wie der Wandel gelingen kann, führt die Sternenstadt Fulda vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.