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0:0 in Hamburg : Ein Punkt zu wenig für Hannovers Traum

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Viel Lärm um Nichts: Jarolim (l.) geht flink zu Boden, ist ansonsten aber eher langsam Bild: AFP

Im „kleinen“ Nordderby fehlt es nicht nur an Toren: Auch die spielerische Klasse bleibt zwischen dem Hamburger und Hannovers SV auf der Strecke. Das könnte die jeweiligen Europapokalträume platzen lassen. Immerhin: 96 dürfte die Europa League kaum verfehlen.

          Gemessen an der Bedeutung, die diesem Spiel zugeschrieben wurde, war es lange eine ziemlich flaue Partie. Final-Charakter für das Erreichen von Europa- und Champions-League - was der Hamburger SV und Hannover 96 dann aber achtzig Minuten lang boten, war eher fade Kost. Erst das Ende des Nordderbys bot packenden Fußball mit Chancen auf beiden Seiten. Dass es letztlich beim 0:0 blieb, konnte weder den HSV noch Hannover befriedigen: Der HSV bleibt in der Tabelle hinter Mainz und Nürnberg, Hannover kann an diesem Sonntag von den Bayern überholt werden.

          Die Forderung von Mirko Slomka für die verbleibenden fünf Spiele war deutlich: „Für die Champions League brauchen wir vier Siege“, sagte der Trainer von Hannover 96. Lange waren die Hannoveraner defensiv mit ihren Saisonzielen umgegangen, so kurz vor Ende der Serie möchten die „Roten“ den dritten Rang aber nicht mehr abgeben. Das Erreichen der Champions-League-Qualifikation wäre der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Für Slomkas Kollegen Michael Oenning war die Partie beinahe schon die letzte Chance, nach dem Mainzer Sieg am Freitagabend noch Rang fünf und die Europa League zu erreichen. Für Oenning selbst stand das Spiel unter einem ähnlich entscheidenden Motto: Ein Sieg, und sein Vertrag als Cheftrainer beim HSV wird so gut wie sicher auch in der kommenden Saison gelten. Auch aus finanziellen Gründen kann sich der demnächst sparsamer wirtschaftende HSV einen abermaligen Austausch des Trainerstabs kaum leisten.

          Eine Woche nach dem begeisternden 1:1 gegen Tabellenführer Dortmund erreichte der HSV am Samstag wieder sein Normal-Niveau. Hannover, auswärts selten so gut wie zuhause, wartete defensiv aufmerksam ab und kam durch drei Konter zu den besten Chancen der ersten Halbzeit. Nach Cherundolos Flanke setzte Ya Konan einen Kopfball neben das Tor (8. Minute). Sieben Minuten später hatte Abdellaoue den Hamburger Torwart Rost schon umkurvt, passte nach innen, doch dort rettete Diekmeier gerade noch vor Rausch. Kurz vor der Pause war es noch einmal Ya Konan, der ziemlich frei zum Schuss kam, aber zu schwach abschloss. Dem HSV fehlte es an Tempo und Ideen im Spiel. Vor allem Jarolim, in den Zweikämpfen gewohnt stark, verlangsamte im Mittelfeld jede Hamburger Aktion, und im Angriff sah man wieder einmal, dass van Nistelrooy und Petric eher ungern zusammenspielen.

          Nach der Pause wurde die Partie etwas munterer; Rausch schoss knapp am HSV-Tor vorbei (51.), Petric ließ Torgefahr aufblitzen, als er zweimal bei Einzelaktionen glänzte - einmal flog der Ball am Tor der „Roten“ vorbei, beim zweiten Mal riss Zieler in Hannovers Tor die Hände hoch (55. und 60. Minute). Erst spät wurde es ein Spitzenspiel. Ya Konan verpasste seinen 14. Saisontreffer um Millimeter (75.); beim HSV waren Elia und van Nistelrooy im Pech - einmal rettet Haggui, Nistelrooys Kopfball verfehlte sein Ziel um Zentimeter (75. und 77.). Beide Teams spielten nun auf Sieg, doch auch der bis dahin blasse Abdellaoue traf in seiner besten Szene nicht für Hannover (87.).

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