https://www.faz.net/-gtm-x3k5

0:0 in Berlin : Der HSV befindet sich weiter im Sinkflug

  • Aktualisiert am

Fußball zum Abgewöhnen: Berlins Arne Friedrich war wohl auch froh, als das Spiel vorbei war Bild: ddp

Wer kein Tor schießt, der kann auch nicht gewinnen. Diese alte Fußball-Weisheit erfuhren Hertha BSC und der Hamburger SV beim 0:0 in Berlin. Die Gäste scheiterten gar mit einem Elfmeter - und setzten damit ihren Negativlauf in der Liga fort.

          2 Min.

          Champions League-Anwärter Hamburger SV ist weiter im Sinkflug - und auch Hertha BSC kann in der Bundesliga einfach nicht mehr gewinnen. Am 29. Spieltag trennten sich beide Team vor 40.289 Zuschauern im Berliner Olympiastadion 0:0 und boten dabei größtenteils Fußball zum Abgewöhnen. Mit dem torlosen Remis wartet der HSV nun schon fünf Partien auf einen „Dreier“, Hertha sogar sieben.

          Und im Kampf um die Königsklasse büßten die Hamburger zwei weitere Zähler ein. Selbst einen Foulelfmeter konnte Ivica Olic für den HSV am Dienstagabend nicht nutzen. Der Kroate zielte in der 76. Minute am Tor vorbei. „Wir müssen in der ersten Halbzeit in Führung gehen. Wir wurden leider nicht mit einem Sieg belohnt, den wir verdient gehabt hätten“, sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

          „Da sollten wir auch mal wieder gewinnen“

          Mit Blick auf das Rennen um die Champions-League-Plätze merkte er an. „Da sollten wir auch mal wieder gewinnen, das ist klar.“ Herthas Nationalspieler Arne Friedrich gestand einen etwas glücklichen Punktgewinn ein. „Die Mannschaften haben sich neutralisiert. Heute können wir uns nicht beklagen, dass wir nur den einen Punkt mitgenommen haben. Uns hat die letzte Entschlossenheit gefehlt.“

          Über lange Phasen spielte im Olympiastadion Angst gegen Verunsicherung. Die Gastgeber hatten sechs Spiele hintereinander nicht mehr gewonnen, die Gäste vier - und genauso agierten beide. Fehlpässe, Ballverluste, Stellungsfehler, wegspringende Bälle: Viele Zuschauer hatten bei nasskaltem Wetter schon vor der Pause die Geduld verloren.

          Stevens schafft es doch rechtzeitig zum Spiel

          Gleich in der ersten Minute produzierte Herthas Wintereinkauf Rudolf Skacel den ersten Schnitzer, der wiedergenesene Olic konnte aus dem schlechten Rückpass aber nichts Zählbares machen. Dann dauerte es immerhin 34 weitere Minuten, bis der HSV zur nächsten Chance kam: Diesmal verschenkte Friedrich die Kugel, Mohamed Zidan flankte - doch Änis Ben-Hatira scheiterte freistehend am gut reagierenden Hertha-Keeper Jaroslav Drobny.

          Der 19-jährige ehemalige Berliner Ben Hatira hatte schon nach 18 Minuten den Argentinier Juan Pablo Sorin ersetzt, der abermals verletzt passen musste. Van der Vaart, Atouba, Jarolim und Kompany hatten Trainer Huub Stevens, der nach einer abermaligen Operation bei seiner Frau doch rechtzeitig zum Spiel in Berlin war, ohnehin schon gefehlt. Noch eine Stufe harmloser agierten lange Zeit die Berliner, die mit Top-Torjäger Marko Pantelic (11 Saisontore), Raffael (3) und Solomon Okoronkwo (4) ihre drei besten Torschützen verletzungsbedingt nicht dabei hatten.

          Echte Toraktionen bleiben in Berlin Mangelware

          Die erste etwas größere Aufregung im Hamburger Strafraum gab es erst eine Minute vor der Pause nach einer Hereingabe von Mineiro, doch Collin Benjamin bereinigte die Situation. Zwei Minuten nach der Pause hätte Patrick Ebert dann Hertha in Führung bringen müssen, doch auf links freigespielt, bugsierte der übermotivierte 21-Jährige den Ball neben den Pfosten. Wenigstens waren in Hälfte zwei etwas mehr Tempo und Einsatz zu verzeichnen - meist von den Gastgebern.

          Doch Toraktionen blieben Mangelware. Hertha hat in 29 Bundesliga-Spielen gerade mal 30 Treffer zustande gebracht, Hamburgs Schnitt lag in den letzten fünf sieglosen Partien sogar unter eins. Da passte es ins Bild, dass Olic einen von Josip Simunic an Guy Demel verschuldeten Foulelfmeter mehr als einen Meter neben das Hertha-Tor setzte. Und auch die letzten Versuche der Gäste blieben ohne Folgen, da Drobny stark klärte.

          Weitere Themen

          Emotionaler Abschied von Uli Hoeneß Video-Seite öffnen

          „Ich habe fertig“ : Emotionaler Abschied von Uli Hoeneß

          Seit 1970 war Hoeneß als Spieler, Manager oder Präsident beim FC Bayern tätig und wurde in dieser Zeit zu einer polarisierenden Persönlichkeit des deutschen und internationalen Fußballs. Am Freitag war es für den Weltmeister von 1974 an der Zeit, zu gehen.

          Topmeldungen

          ÖVP-Vorsitzender Sebastian Kurz (r.) Ende Oktober bei der konstituierenden SItzung des österreichischen Parlaments in Wien mit seinem früheren Innenminister Herbert Kickl (M.) und ÖVP-Chef Norbert Hofer

          Casino-Affäre : Der lange Schatten der alten Koalition

          Nach der FPÖ gerät in Österreich nun auch die ÖVP in Bedrängnis. In der sogenannten Casino-Affäre ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen Korruption und Untreue gegen den ehemaligen Innenminister.

          Buttigieg in Iowa vorn : Suche nach der Mitte

          Pete Buttigieg liegt in den Umfragen zur demokratischen Vorwahl in Iowa erstmals vorn. Ist er der Hoffnungsträger für die Zentristen oder nur der Aufreger des Monats? In jedem Fall verfügt er über ein gut gefülltes Konto.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.