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0:0 gegen Wolfsburg : Kampf reicht Kaiserslautern nicht

  • -Aktualisiert am

Es wird enger: Marco Kurz und Kaiserslautern sind auf dem letzten Platz angekommen Bild: dpa

Auch im vierzehnten Anlauf gelingt Kaiserslautern kein Sieg. Beim 0:0 gegen Wolfsburg sind nur Kampf und Leidenschaft zu erkennen. Marco Kurz, Trainer des neuen Tabellenletzten, soll dennoch bleiben.

          2 Min.

          Der erhoffte Befreiungsschlag ist dem 1. FC Kaiserslautern nicht geglückt. Das Team von Trainer Marco Kurz kam am Samstag auch im vierzehnten Anlauf nicht zu einem Erfolg. Gegen den VfL Wolfsburg reichte es lediglich zu einem torlosen Remis. Das Bemühen, durch Kampf und Leidenschaft die dringend benötigten drei Punkte zu erobern, war erkennbar. Mehr aber nicht.

          Kurz wird auch nach dieser neuerlichen Enttäuschung in der kommenden Woche noch das Sagen bei den „Roten Teufeln“ haben. „Der Trainer bleibt“, sagte Vorstandschef Stefan Kuntz. „Die Mannschaft hat heute alles in die Waagschale geworfen, ist aber leider nicht mit drei Punkten belohnt worden.“ Einen Freibrief bis Saisonende wollte er seinem Coach, der einen auch für die zweite Bundesliga gültigen Vertrag bis 2013 hat, jedoch nicht ausstellen. „Wir wissen alle, dass das ein Tagesgeschäft ist.“

          Es war keine gute Woche, die schon beim Anpfiff hinter dem Fußballteam des FCK lag. Es begann mit Fanprotesten, die in antisemitischen Pöbeleien gegen den israelischen Stürmer Itay Shechter gipfelten, setzte sich fort mit der schweren Trainingsverletzungen von Angreifer Dorge Kouemaha (Achillessehnenriss) und dem Ausfall von Stammtorwart Kevin Trapp (Zerrung) und fand seinen Abschluss in Turbulenzen im Aufsichtsrat, dessen Mitglieder sich in der Frage, wie viel Geduld man mit Kurz noch haben soll, in aller Öffentlichkeit stritten.

          Für den Abstiegskandidaten ging es an diesem Nachmittag auf dem Betzenberg gegen einen Gegner, der nun gerade nicht mit breitester Brust auflief und ebenfalls noch lange nicht gesichert ist: Was die Wolfsburger in der ersten Halbzeit anboten, genügte erstklassigen Ansprüchen auch nur in ganz wenigen Situationen.

          Kampf und Leidenschaft gab es genug auf dem Betzenberg, Tore aber nicht
          Kampf und Leidenschaft gab es genug auf dem Betzenberg, Tore aber nicht : Bild: dapd

          So zum Beispiel in der 7. und 20. Minute, als Chris und Patrick Helmes mit zwei Weitschüssen die Reaktionsfähigkeit des Lauterer Ersatzkeepers Tobias Sippel prüften, der auch wenige Sekunden vor der Pause gegen Marcel Schäfer aufmerksam in einer brenzligen Situation klärte (44.).

          Spielerisch waren die Niedersachsen nicht in der Lage ihr vermutetes Potential abzurufen, stattdessen verloren sie sich gegen den einsatzfreudigen FCK im Mittelfeld in zahlreiche Duelle um den Ball, wovon das Sturmduo Mario Mandzukic/Helmes, auf das Coach Felix Magath in dieser Konstellation erstmals in der Rückrunde setzte, überhaupt nicht profitieren konnte.

          Vor dem Spiel setzten die Spieler des FCK ein deutliches Zeichen gegen Rassismus
          Vor dem Spiel setzten die Spieler des FCK ein deutliches Zeichen gegen Rassismus : Bild: dapd

          Aus der Einfallslosigkeit des Meisters von 2009 konnten die Lauterer kein Kapital schlagen, weil sie bei ihren wenigen Möglichkeiten, viel zu hektisch den Abschluss suchten: Sandro Wagner setzte den Ball aus acht Metern neben den Pfosten (36.), während Christian Tiffert an Schlussmann Diego Benaglio scheiterte (37.).

          Den Schwung, den die Heim-Elf zum Schluss der ersten Halbzeit entwickelt hatte, nahm sie zunächst auch in den zweiten Abschnitt mit: Julian Derstroff verpasste nach einem Freistoß die Führung nur um Haaresbreite (49.), Andrew Wooten hatte Pech, dass Mandzukic seinen Schuss noch vor der Linie klärte (74.). Am Ende half das Resultat keinem weiter.

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          1. FC Kaiserslautern - VfL Wolfsburg 0:0

          1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Simunek, Abel, Jessen - Borysiuk, de Wit (68. Wooten) - Sukuta-Pasu (86. Fortounis), Tiffert, Derstroff (67. Jørgensen) - Wagner
          VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Russ (88. Madlung), Felipe Lopes, Rodriguez - Josué, Chris - Dejagah (57. Orozco), Schäfer (64. Hitzlsperger) - Helmes, Mandzukic
          Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
          Zuschauer: 34.110
          Gelbe Karten: Simunek (1), Sukuta-Pasu (4) / Josué (5)

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