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0:0 gegen Mönchengladbach : Herthas Aufholjagd gerät ins Stocken

  • -Aktualisiert am

Punktlieferant: Hertha-Torwart Jaroslaw Drobny hielt einen Elfmeter und rettete das 0:0 Bild: ddp

Nach dem 3:0-Sieg in Hannover wollte Hertha im Heimspiel nachlegen. Doch gegen Mönchengladbach kamen die Berliner nicht über ein 0:0 hinaus. Dabei wehrte Hertha-Torwart Jaroslaw Drobny noch einen Elfmeter der Borussen ab.

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          Kurz vor der Partie umspielte ein Lächeln die Lippen von Michael Preetz, dem Manager von Hertha BSC Berlin. „Das gab es aber lange nicht“, sagte er süffisant, als er erfuhr, dass die Buchmacher seinen Klub als Favoriten für das Duell gegen Borussia Mönchengladbach gemeldet hatten. Nach dem Spiel sah Preetz eher verkniffen aus.

          Der Tabellenletzte, der seit 126 Tagen am Ende steht, war die bessere Elf, konnte aber die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Nur einen Zähler errangen die Blau-Weißen beim 0:0, ein wenig ist der Schwung aus der Aufholjagd gekommen. Wobei: Dieses agile Ensemble, das sich viele Gelegenheiten erspielte, ist mit der oft leblosen Mannschaft der Hinrunde nicht mehr zu vergleichen.

          Es hätte auch noch schlimmer kommen können. So lief die 41. Minute, als der Glauben in Berlin auf besondere Weise neue Nahrung erhielt. Kapitän Friedrich hatte ungestüm gegen Colautti einen Elfmeter verursacht. Doch Torhüter Drobny hielt nicht nur den Ball aus elf Metern von Arango, sondern im Verbund mit Kobiaschwili auch noch dessen Nachschuss.

          Auch der Aufhol-Bär hilft Hertha nicht wirklich weiter

          „Jetzt geht es los!“, brüllten 46.000 Fans, die wieder an ihre Mannschaft glauben. Der Verein hat auch viel dafür getan, das Interesse in der Stadt zu wecken - mit Tickets, die es bei einem Discounter zum Schleuderpreis gab. Und einer Kampagne, schon mehreren tausend verkauften Shirts, die mit „Aufholjäger“ bedruckt sind. In diesen Tagen, da Hertha ums nackte Überleben kämpft, wirkt auch der Name des Maskottchens nicht mehr so recht passend - also heißt „Hertinho“ ab sofort auch mit Zweitnamen Aufhol-Bär.

          Ja, es war schon eine besondere Atmosphäre bei minus zehn Grad im Olympiastadion. Normalerweise gilt Schalke 04 hier als Feindbild - diesmal wurden die Tore der Königsblauen bejubelt. Ein Sieg in Bochum hätte der Hertha helfen können, am Ende aber erkämpften auch die Bochumer ein Unentschieden. Die Berliner selbst waren ebenso wie die Gladbacher von Beginn an um ein intensives Spiel bemüht, allein der letzte Pass wollte oft nicht ankommen.

          Dennoch hatten in einem rassigen Kampfspiel beide ihre Chancen. Cicero (12.) und Gekas (25.) vergaben für die Berliner, die Borussen hatten durch Bobadilla (15.) und Bouwers (32.) schon beste Gelegenheiten vor dem verschossenen Strafstoß. Der schien die Herthaner zu beflügeln, denn sie erhöhten in der Folge den Druck.

          Borussia-Torhüter Bailly stand mehrfach im Mittelpunkt, vor allem beim Freistoß von Cicero (54.), den er mit einer Faust abwehrte. In Halbzeit zwei war es zumeist ein Spiel auf ein Tor - so gesehen, kam zu wenig für Hertha heraus. Bei den Versuchen von Kringe (54.) und Ramos (61., 73.) fehlte es den Berlinern an Präzision. Das beklagte am Ende auch Trainer Friedhelm Funkel. Er hat 34 Punkte als Ziel ausgegeben. Erst in wenigen Wochen wird sich zeigen, was der am Samstag errungene zehnte Zähler wert war.

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