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0:0 gegen Bielefeld : Stuttgart ohne Hitzlsperger von der Rolle

Stürmer in einem 0:0-Spiel: Maximal freundlicher Szenenapplaus für Mario Gomez Bild: ddp

Der in ein Formtief abgerutschte Stuttgarter Kapitän Hitzlsperger musste sich das müde Spiel seiner VfB-Kollegen von außen angucken. Gegen Arminia Bielefeld reichte es nur zu einem 0:0.

          Am Mittwoch soll Thomas Hitzlsperger im Länderspiel gegen England möglicherweise Kapitän Michael Ballack als Taktgeber im Mittelfeld der Nationalmannschaft vertreten. Doch während Ballack in Chelsea sogar als angeschlagener und für die deutsche Nationalmannschaft nicht ausreichend spielfähiger Fußballprofi am Samstag abend fit genug war für einen möglichen Einsatz bei West Bromwich Albion, musste sich Hitzlsperger das großteils grausame Geschehen beim 0:0 seines VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld von der Bank aus ansehen.

          Trainer Armin Veh verzichtete trotz einer bedenklich schwachen Leistung des mit großen Ambitionen in die Saison gestarteten VfB neunzig Minuten lang auf seinen bislang in allen vorherigen zwölf Bundesligaspielen gesetzten Kapitän. Offenkundig verordnete Veh seinem in dieser Saison durch die Maximalbelastung von 25 Pflichtspielen in ein Formtief abgerutschten Mittelfeldmotor eine Erholungspause. Diese Auszeit sei abgesprochen, sagte Hitzlsperger, „aber ich hoffe, das wird sich schnell wieder ändern.“

          Schwaben fiel gegen Ostwestfalen nicht viel ein

          Eine Pause haben auch Hitzlspergers Kollegen insgesamt dringend nötig. Bedenklich muss den VfB jedenfalls stimmen, dass die unterhaltsamsten Momente für die 52.000 Zuschauern die auf der Anzeigetafel eingeblendeten Torerfolge der Münchner Bayern und der TSG 1899 Hoffenheim waren. Während Luca Toni oder Vedad Ibisevic aus der Ferne gehuldigt wurden, musste selbst Mario Gomez mit freundlichem Szenenapplaus vorliebnehmen, den er sich in der 15. Minute mit einer feinen Einzelleistung verdiente.

          Die Aktion führte allerdings dank Dennis Eilhoff im Bielefelder Tor nicht zu einem Erfolg. Knapper scheiterte im Verlauf der langweiligen Partie nur noch Ludovic Magnin mit einem Volleyschuss nach 17 Minuten. Sonst fiel dem VfB gegen die Ostwestfalen wenig ein. „Wir haben es dem Gegner zu einfach gemacht“, sagte VfB-Trainer Veh, der bei seinem Team Laufbereitschaft, Aggressivität und spielerische Linie vermisste.

          „Die Mannschaft hat ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht“

          Die seit vier Spielen sieglosen Schwaben mussten letztlich sogar froh sein über den Punktgewinn, da die Bielefelder die beiden besten Chancen des Spiels hatten. Zunächst erarbeiteten sich die Arminen kurz vor dem Pausenpfiff nach dem schönsten Spielzug über Markus Schuler und Oliver Kirch selbst die erste Chance, die VfB-Schlussmann Jens Lehmann vereitelte. In der 52. Minute wollte der dieses Mal ganz den Vorgaben des Knigge gemäß auftretende Lehmann dann offensichtlich Buße tun für seine Flegeleien der vergangenen Wochen.

          In einem Akt äußerster Gastfreundschaft schleuderte er einen soeben abgefangenen Ball per Abwurf direkt zum Bielefelder Spielmacher Christopher Katongo, der das Geschenk nicht annahm und den Ball gegen Lehmann vertändelte. „Die Mannschaft hat ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht und hatte drei hundertprozentige Torchancen“, sagte Arminia-Trainer Michael Frontzeck. „Jeder hat gesehen, dass die Mannschaft absolut intakt ist, wir nehmen das Gute mit und arbeiten an den Schwächen.“

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