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Länder einig bei Fan-Rückkehr : Die Zeit der Geisterspiele ist vorbei

  • Aktualisiert am

Rekordzahl: Mehr als 10.000 Fans haben die Partie zwischen Dresden und Hamburg im Stadion verfolgt. Bild: dpa

Es ist ein Schritt zurück zur Normalität. Die Länder einigen sich auf einheitliche Regeln zur Rückkehr der Zuschauer, auch in den Hallen. Ein Testbetrieb soll klären, wie wirksam diese sind.

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          Die Bundesländer haben sich rechtzeitig zum Start der Fußball-Bundesliga an diesem Wochenende auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr geeinigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen verständigten sich die Chefs der Staatskanzleien am Dienstag auf einen sechswöchigen Testbetrieb mit Zuschauern unter Corona-Bedingungen. Die Grenze liegt bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität – 1000 Zuschauer dürfen auf jeden Fall ins Stadion oder in die Halle. Denn die Regeln gelten nicht nur für Fußball, sondern etwa auch für Handball- oder Basketballspiele.

          „Ich begrüße es sehr, dass wir uns jetzt auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen mit klaren und transparenten Regeln verständigt haben. Dafür habe ich mich stark gemacht“, sagte etwa Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag, mahnte aber auch an: „Da stehen die Vereine und Verbände jetzt in der Verantwortung.“ Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, Frank Bohmann, freute sich über den Entscheid. „Für uns ist es ein großer Schritt nach vorne. Zwar hätten wir uns etwas mehr als die 20 Prozent gewünscht, aber wir wollen da nicht kleinkrämerisch sein. In Gesprächen ist uns klar geworden, dass einige Personen, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, bereits jetzt über ihren Schatten gesprungen sind. Wir hoffen nun darauf, dass wir die Auslastung ab Ende Oktober noch weiter steigern können. 20 Prozent reichen für uns auf Dauer nicht aus, um profitabel zu wirtschaften“, sagte er.

          Nach diesen Informationen soll es wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wichtige Einschränkungen geben. So sollen unter anderem keine Tickets für Fans der jeweiligen Gastmannschaften ausgegeben werden. Die Tickets werden nur personalisiert verkauft, damit eine Nachverfolgung von Infektionsketten gewährleistet wird. Vorzugsweise soll es darum vollständig digitale Lösungen im Rahmen des Ticketings geben.

          Abstandsgebot von 1,5 Metern

          Entsprechend den jeweils geltenden Landesregeln muss ein Abstandsgebot von 1,5 Metern eingehalten werden. Dies werde „insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Zuschauerauslastung, eine Entzerrung der Besucherströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass, ein Verbot des Ausschanks und Konsums von alkoholhaltigen Getränken sowie ein Zutrittsverbot für erkennbar alkoholisierte Personen“ erreicht, heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegenden Beschluss.

          Die jeweils zuständigen Sportverbände sollen den Testbetrieb wissenschaftlich begleiten. Dabei solle besonders auf die Problematiken der Aerosole, Verkehrslenkung, des Ticketing, Einlass und Verlassen des Stadions und die Unterschiede zwischen Hallen- und Freiluftsport eingegangen werden. Spätestens Ende Oktober soll nach dem Beschluss über die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb und über die Überführung in einen Dauerbetrieb entschieden werden. „Sportveranstaltungen leben von der Unterstützung der Fans, von der Atmosphäre mit Publikum - das gilt sowohl für Bundesligaspiele als auch für den Amateur- und Breitensport. Mit sicheren Infektionsschutzkonzepten und Grenzen bei der Kapazität können die Vereine ihre Sportstätten jetzt endlich wieder mit Leben füllen. Dabei gilt: Hygienekonzepte, Schutzmaßnahmen und ein umsichtiges Vorgehen haben Priorität“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

          Zuschauer und Verstöße

          Während der Spiele im DFB-Pokal jubelten bereits in Rostock, Chemnitz und Magdeburg am Sonntag etliche Anhänger auf den Tribünen. Dabei kam es besonders in Rostock zu mehreren Verstößen gegen die Hygienemaßnahmen. Video- und Bildaufnahmen zeigten auf der Südtribüne des Ostseestadions zahlreiche Fans dichtgedrängt und ohne Mund- und Nasenschutz. Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) kritisierte das Verhalten der Zuschauer: „Wenn sich die Länder auf einen bundesweit einheitlichen Vorschlag in der Zuschauer-Frage verständigt haben und auch bei uns in Baden-Württemberg wieder mehr Zuschauer in Stadien und Sporthallen kommen dürfen, muss dauerhaft und verlässlich gewährleistet werden, dass das Hygienekonzept für die Veranstaltungsstätte umgesetzt wird“. Man müsse unbedingt verhindern, dass ein Fußballspiel zu einem „Superspreader-Event“ werde. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lobte hingegen über Twitter die Atmosphäre der Partie. Die Politikerin wurde für die Haltung in den Sozialen Medien kritisiert.

          Als Folge der Verstöße sollen Fans auf der Südtribüne künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Diese Entscheidung sei nach Gesprächen mit der Stadt und dem Gesundheitsamt am Dienstag gefallen, sagte Hansa Rostocks Vorstandschef Robert Marien am Dienstag der dpa. Auch bei der Montags-Partie zwischen Dresden und Hamburg, bei der mehr als 10.000 Zuschauer anwesend waren, kam es zu vereinzelten Verstößen. So griff Hamburgs Innenverteidiger Toni Leister nach einer mutmaßlichen Beleidigungen einen Dresdener-Fan an und sorgte kurzzeitig für Tumult.

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