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Verlegung der WM 2022 : „Qatar ist schlimm hoch Drei!“

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„Das ist schon unglaublich!“: Hoffenheims Trainer Markus Gisdol Bild: dpa

Im Streit mit der Fifa um Entschädigungen für die WM-Verlegung 2022 wollen die Bundesliga und die Premier League eine Allianz bilden. Deutliche Kritik am Turnier in Qatar übt nicht nur BVB-Trainer Klopp. 

          Im Streit mit der Fifa um Entschädigungen wegen der Winter-Weltmeisterschaft 2022 in Qatar hat der deutsche Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball eine Allianz mit der Premier League angekündigt. Man werde die Schritte „in enger Abstimmung mit der englischen Liga machen“, sagte Rauball der „Süddeutsche Zeitung“. Er prophezeite: „Von allen großen europäischen Ligen ist eine ähnliche Haltung zu dem Thema zu erwarten.“

          Der Fußball-Weltverband hatte am Mittwoch durch Generalsekretär Jérôme Valcke klargestellt, dass es eine geldliche Wiedergutmachung für die Terminverlegung der WM vom Sommer in die Monate November und Dezember nicht geben werde. Dies hatte die Vereinigung der europäischen Topklubs aber gefordert. Man werde nun Expertisen einholen, „welche Nachteile durch eine Winter-WM auf uns zukommen“, sagte Rauball. So sei er fast sicher, dass die Fernsehpartner Abschläge auf die Übertragungshonorare machen würde.

          Horst Heldt empfahl ein gemeinsames Vorgehen der Top-Vereine. „Das soll Wirkung zeigen“, sagte der Manager des Bundesligavereins FC Schalke 04 am Donnerstag in Gelsenkirchen. Tendenziell laufe der WM-Termin tatsächlich auf November/Dezember 2022 hinaus. „Aber man muss abwarten, ob sich das auch bestätigt“, ergänzte Heldt. Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hatte gleichzeitig am Donnerstag kurz und knapp deutlich gemacht, was er von einer WM 2022 in den Wintermonaten hält: „Nichts!“

          So sieht Qatars WM-Traum 2022 aus – doch es gibt viele Probleme rund um das Turnier in sieben Jahren Bilderstrecke

          Auch sein Hoffenheimer Kollege Markus Gisdol kritisierte die Verlegung in den Winter heftig. „Wie viele Leute müssen die Rechnung einer solchen Vergabe bezahlen? Das ist schon unglaublich! Ich sehe mit mehreren weinenden Augen eine solche Vergabe nach Qatar, die so extreme Folgen nach sich zieht“, sagte Gisdol am Donnerstag.

          „Ich frage mich immer noch: Wie kann jemand, der mit Fußball auch nur im Ansatz etwas zu tun hat, eine WM nach Qatar vergeben. Das ist für mich mit das Unglaublichste und Kurioseste in der Zeit, in der wir uns befinden“, sagte der 1899-Coach. „Alle beschweren sich darüber und vielleicht 20 Mann in der Welt treffen so eine Entscheidung.“ Er sehe mit „Grauen“, dass die nächsten WM-Turniere in Russland und Qatar stattfinden würden. „Qatar ist schlimm hoch Drei!“

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