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Neuer Trainer in Dortmund : BVB verpflichtet Thomas Tuchel

  • Aktualisiert am

In Dortmund war Thomas Tuchel schon öfters – allerdings als Trainer von Mainz 05 Bild: dpa

Thomas Tuchel tritt zur kommenden Saison die Nachfolge von Jürgen Klopp als Trainer von Borussia Dortmund an. Der 41 Jahre alte Coach erhält bei dem Bundesligaklub einen Dreijahresvertrag.

          Thomas Tuchel tritt bei Borussia Dortmund das schwere Erbe von Cheftrainer Jürgen Klopp an. Nur vier Tage nach der Ankündigung des langjährigen Erfolgstrainers, seine Amtszeit beim BVB zum Saisonende vorzeitig zu beenden, teilte der Revierklub am Sonntag die Entscheidung über den Nachfolger mit.

          Wie erwartet, entschied sich die Vereinsführung für den in den vergangenen Monaten von vielen Klubs umworbenen 41 Jahre alten Tuchel. Bereits kurz nach der Rücktrittserklärung von Klopp waren Gerüchte aufgenommen, dass Tuchel das Traineramt in Dortmund übernehmen werde.

          Vorstellung erst nach Saisonende

          Der einstige Coach des FSV Mainz und der in dieser Saison im Mittelmaß versunkene BVB einigten sich auf einen Dreijahresvertrag bis zum Juni 2018. Mit Rücksicht auf den noch amtierenden Klopp will die Borussia ihren neuen Trainer erst in der Woche nach dem Saisonende offiziell vorstellen: „Der BVB bittet um Verständnis dafür, dass sich alle Beteiligten bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Sache äußern werden“, teilte der Verein auf seiner Homepage mit.

          Damit steht Tuchel nach gut einjähriger Pause vor einer Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne. Der 41 Jahre alte Trainer hatte seine Arbeit in Mainz am Ende der Saison 2013/14 auf eigenen Wunsch vorzeitig beendet. Sein noch ein Jahr länger datierter Vertrag war jedoch nicht vorzeitig aufgelöst worden. Zuletzt hatte sich der Hamburger SV vergeblich um eine Verpflichtung des Diplom-Betriebswirts bemüht, bevor die Norddeutschen schließlich Bruno Labbadia verpflichteten.

          Wie Tuchel, der in der Zeit von 2009 bis 2014 die Mainzer trainierte, stand auch Jürgen Klopp vor seiner Aufgabe beim BVB zwischen 2001 und 2008 bei den Rheinhessen an der Seitenlinie. Während Klopp den FSV 2004 in die Bundesliga führte, gelang den Mainzern unter Tuchel in der Saison 2010/2011 mit dem Sprung auf den fünften Platz und dem damit verbundenen Erreichen der Europa League, die bis dahin beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Auch wegen ihres ähnlichen Verständnisses von modernem und schnellem Angriffs-Fußball wurden beide oft miteinander verglichen. Zudem verfügen beide über einen akademischen Hintergrund und großes rhetorisches Geschick.

          Für Tuchel ist das neue Engagement die bisher größte Herausforderung als Coach. Schließlich wird von ihm erwartet, dass er den zuletzt wankenden Revierklub zurück in die Bundesliga-Spitze führt. Der lange Schatten seines von den Fans verehrten Vorgängers dürfte die Aufgabe erschweren. Unter der siebenjährigen Regie von Klopp gewann der BVB zwei deutsche Meisterschaften (2011 und 2012), den DFB-Pokal (2012) und zog in das Champions-League-Finale (2013) ein. Wie populär Klopp in Dortmund noch immer ist, dokumentieren die Ereignisse beim 3:0 des BVB am Samstag gegen den SC Paderborn. In den letzten Minuten der Partie wurde der scheidende Coach in minutenlangen Sprechchören gefeiert.

          Große Gefühle ließ Klopp jedoch nicht an sich heran: „Das will doch niemand sehen, wenn ein 47 Jahre alter Mann jede Woche wild flennend im TV rumsteht“, kommentierte er seine kühle Reaktion und verwies auf sein letztes Heimspiel beim BVB im Mai gegen Bremen: „Es wird noch einmal richtig emotional. Aber bis dahin muss ich einen Schutzpanzer tragen und kann mich als Mensch nicht jedes Mal darauf einlassen.“

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