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Rassismus-Vorfälle : Bulgarische Fußball-Fans festgenommen

  • Aktualisiert am

Unschöne Szenen: Bulgarien-Fans verhöhnen die englischen Spieler und Anhänger. Bild: EPA

Konsequenzen aus den Vorfällen in den EM-Qualifikationsspielen: In Bulgarien werden Fans festgenommen, die an den rassistischen Vorfällen beteiligt gewesen sein sollen. Die Uefa setzt wegen der Salutgrüße der Türken einen Inspektor ein.

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          In Bulgarien sind nach den Rassismus-Vorfällen beim EM-Qualifikationsspiel gegen England sechs bulgarische Fußballfans festgenommen worden. Die Männer werden verdächtigt, an den Entgleisungen im Stadion beteiligt gewesen zu sein. Drei weitere Fans werden gesucht. Das teilte die bulgarische Polizei am Mittwoch während einer Aktion zur Feststellung der Verantwortlichen für die Rassismus-Vorfälle vom Montagabend im Wassil-Lewski-Stadion in Sofia mit. Die Aktion sollte weiter gehen.

          Bei der Partie in Sofia waren die englischen Nationalspieler Raheem Sterling und Tyrone Mings mit Affenlauten von der Tribüne attackiert worden. Zudem zeigten einige Zuschauer den Hitlergruß.

          Staatschef Rumen Radew warnte davor, nach den rassistischen Entgleisungen von bulgarischen Fußballfans Rückschlüsse auf das ganze Land zu ziehen: „Es ist äußerst unangenehm, dass Bulgarien, das 50.000 Juden gerettet hat, nun durch Rassismus dargestellt wird“, sagte Radew am Mittwoch in Sofia. Er verwies damit auf die Weigerung des damaligen, mit Deutschland verbündeten Königreichs Bulgarien, im März 1943 seine Juden auszuliefern. Radew forderte „drakonische Maßnahmen“ gegen Fußball-Hooligans. Bei einem Großteil der Festgenommenen handelt es sich um Mitglieder radikaler Fan-Clubs von Fußballmannschaften, wie die Polizei weiter mitteilte. Die Ergebnisse der Aktion sollen der Staatsanwaltschaft in Sofia vorgelegt werden.

          Bei der Partie in Sofia waren die englischen Nationalspieler Raheem Sterling und Tyrone Mings mit Affenlauten von der Tribüne attackiert worden. Zudem zeigten einige Zuschauer den Hitlergruß.

          Wegen der Ereignisse trat der Präsident des bulgarischen Fußballverbandes, Borisslaw Michailow, am Dienstag nach Aufforderung des bulgarischen Regierungschefs Boiko Borissow zurück. In der Verbandszentrale in Bojana bei Sofia begann kurz darauf eine polizeiliche Überprüfung wegen Korruptionsverdachts.

          Uefa setzt "Ethik- und Disziplinar-Inspektor" ein

          Die Europäische Fußball-Union (Uefa) nimmt derweil den militärischen Gruß einiger türkischer Nationalspieler während der zurückliegenden EM-Qualifikationsspiele noch genauer als bisher angekündigt unter die Lupe. Der Verband gab am Mittwoch bekannt, dass eigens ein "Ethik- und Disziplinar-Inspektor" zur Untersuchung der Vorfälle eingesetzt wurde. Bereits am Dienstag hatte die Uefa angekündigt, dass eine Untersuchung aufgrund der Vorkommnisse während der Spiele in Frankreich (1:1) am Montag und gegen Albanien (1:0) am vergangenen Freitag eingeleitet wird. Dabei geht es um "mögliches provokatives politisches Verhalten" der türkischen Spieler.

          Das Uefa-Regelwerk verbietet politische Äußerungen in Stadien. Ob es zu einer Strafe gegen die Türkei kommt, ist offen. Die Uefa müsste den Spielern nachweisen, dass sie mit der Geste die umstrittene Militär-Offensive in Nordsyrien befürworten.

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