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Elfmeterschießen gegen Bremen : Dortmund fliegt nach Drama aus DFB-Pokal

  • -Aktualisiert am

Aus und vorbei: Paco Alcacer und Dortmund scheitern im DFB-Pokal. Bild: Reuters

Der Bundesliga-Spitzenreiter scheitert schon im Achtelfinale. Der BVB und Bremen zeigen vor allem in der Verlängerung ein Spektakel. Im Elfmeterschießen versagen dann zwei Dortmundern die Nerven.

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          Der süße Traum vom ganz großen schwarz-gelben Erfolg wird nicht in Erfüllung gehen im Jahr 2019. Das Double kann der Tabellenführer der Bundesliga nicht mehr gewinnen. Am Ende eines spektakulären Pokaldramas, das nach 90 Minuten 1:1 und nach 120 Minuten 3:3 stand, verlor Borussia Dortmund am Dienstagabend im Elfmeterschießen 2:4 gegen Werder Bremen. Paco Alcacér und Maximilian Philipp vergaben gleich die ersten beiden Dortmunder Versuche, beide Male parierte Bremens Torwart Jiri Pavlenka. Für Werder trafen alle vier Schützen, Pizarro, Maximilian Eggestein, Klaassen und, zum Schluss, Kruse.

          „Wir haben uns das total verdient“, sagte Kruse in der ARD: „Großen Dank an die gesamte Mannschaft. Einfach überragend, dass wir das Viertelfinale erreicht haben. Jetzt schauen wir mal, wer bei der Auslosung herausspringt.“ Auch Pizarro war glücklich: „Der Sieg heute hier ist der Wahnsinn! Wir haben es verdient, in die nächste Phase des Pokals zu kommen. Das war besonders für uns, wir haben gekämpft und auch die Tore gemacht.“

          DFB-Pokal
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          Es war aus Dortmunder Sicht das unglückliche Ende eines Tages, der für den BVB schon unglücklich begonnen hatte. Der Kader war von einer Krankheitswelle überrollt worden, Jadon Sancho, Roman Bürki, Marvin Hitz und Marcel Schmelzer meldeten sich grippekrank, Lukasz Piszczek musste aufgrund eines schmerzenden Fußes pausieren. „Das ist schon ein Nachteil für uns“, sagte Sportdirektor Michael Zorc vor dem Anpfiff, wobei Lucien Favre ganz unabhängig von den Infektionen verschiedene Personalwechsel angekündigt hatte, um die Kräfte für die bevorstehenden englischen Wochen zu schonen.

          „Rotation ist obligatorisch“, erklärte der Trainer, dass aber ein Profi namens Eric Oelschlägel in der Startelf auftauchen würde, hatte kaum jemand erwartet. Weil mit Bürki und Hitz beide Keeper ausfielen, kam es zum Pflichtspieldebüt des 23 Jahre alten dritten Mannes – ein seltsamer Zufall. Oelschlägel war im Sommer von der zweiten Mannschaft von Werder Bremen ins Revier gekommen. Und der Abend begann mit einem Schock für den Torhüter. Keinen einzigen Ballkontakt hatte Oelschlägel gehabt, als seine ehemaligen Kollegen zum ersten Mal jubelten.

          In der fünften Minute spielte Max Kruse einen klugen Freistoß flach und hart in den Strafraum, wo Milot Rashica den Ball nahe des Elfmeterpunktes unhaltbar abfälschte. Abdou Diallo, der schon der Freistoßverursacher gewesen war, hatte nicht aufmerksam genug verteidigt. Aber der Tabellenführer der Bundesliga ist derzeit stabil genug, um sich von solchen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Die Dortmunder betrieben viel Aufwand, um den Fauxpas aus der Anfangsphase möglichst schnell zu korrigieren, Mario Götze (15.) und Raphael Guerreiro (22.) hatten gute Chancen, doch je länger die erste Hälfte dauerte, desto besser gelang es der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt, den Favoriten vom eigenen Tor fernzuhalten.

          In vielen Phasen erinnerte das Spiel an die weniger guten Vorrundenauftritte der Dortmunder gegen den FC Brügge (0:0), in Hannover (0:0) oder in Düsseldorf (0:2), als gut sortierte und tiefstehende Gegner den schwarz-gelben Angriffsschwung effizient bremsen konnten. Es passte, dass der Ausgleich nicht herausgespielt wurde, sondern nach einer Standardsituation fiel. Marco Reus zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern über die Bremer Mauer (45.). Das war dann aber auch die letzte Aktion des Kapitäns, der in der Pause offenbar mit Adduktorenproblemen ausgewechselt und von Paco Alcacer ersetzt wurde.

          Das tat dem Spiel der Dortmunder nicht gut, der Mangel an Ideen und Tempo wurde noch deutlicher. Kein Wunder, dass Werder die erste gute Chance der zweiten Halbzeit hatte, als Oelschlägel einen starken 20-Meter-Schuss von Kruse zur Ecke klären musste (54.). Die Dortmunder Versuche, Lücken im Werder-Verbund zu finden, waren mühsam, und wenn sich mal Räume öffneten, fehlten Ideen und Präzision. In der 75. Minute hatte der BVB dann Pech, als Schiedsrichter Felix Brych nach einem schwer zu bewertenden Zweikampf zwischen Nuri Sahin und Guerreiro auf einen Elfmeterpfiff verzichtete. Auf der anderen Seite bugsierte Oelschlägel einen gefährlichen abgefälschten Kruse-Freistoß über die Latte (89.).

          Nicht zu halten: Bremen stürmt ins Viertelfinale im DFB-Pokal.

          Es gab eine Verlängerung, in der die Dortmunder Werder erstmal den Ball überließen, und dieses Konzept funktionierte. Nach einer Balleroberung sprintete Christian Pulisic mit dem Ball am Fuß weit in die Bremer Hälfte hinein, spielte einen Doppelpass mit Paco Alcácer und traf aus zehn Metern zum 2:1 (105.), aber auch die Bremer kamen zurück, der mittlerweile 40 Jahre alte Claudio Pizarro traf aus kurzer Distanz zum Ausgleich (108.), es war nun ein Drama. Auf beiden Seiten gab es Chancen, zunächst schoss Hakimi nach einer tollen Vorarbeit von Maximilian Philipp das 3:2 (113.), doch auch das reichte nicht zum Sieg. Denn in der 119. Minute rettete Martin Harnik sein Team mit einem Kopfballtreffer, bei dem Oelschlägel nicht gut aussah, ins Elfmeterschießen. In dem zeigten die Bremer Souveränität. „Normalerweise müssen drei Tore zu Hause reichen. Das war sehr, sehr bitter in der Summe – und dann auch noch im Elfmeterschießen zu verlieren. Das war ein gebrauchter Abend“, sagte Dortmunds Götze. 

          Damit haben die Dortmunder also erstmals im laufenden Spieljahr einen Rückschlag erlitten, der sich nicht mehr reparieren lässt. Aber für das große Ziel Meisterschaft muss das nicht einmal so schlecht sein. Der Verschleiß in den unterschiedlichen Wettbewerben ist enorm, und die Zeit, die Lucien Favre im vollen Spielkalender bleibt, um sein Team auf den jeweils nächsten Gegner vorzubereiten, ist kurz. Nun werden die Dortmunder zumindest in den Pokalwochen Zeit haben, sich zu erholen.

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