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Brasilianischer Fußballverband : Klub der Korrupten

  • -Aktualisiert am

In der Öffentlichkeit im Anzug, im Büro mit Hundekeksen: Rogerio Caboclo, Präsident des brasilianischen Fußball-Verbandes, ist vorerst aus dem Spiel. Bild: AFP

Im brasilianischen Fußball-Verband CBF folgt ein krimineller Präsident auf den nächsten. Nun muss der amtierende Vorsitzende wegen Missbrauchsvorwürfen gehen.

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          Der jüngste Einschlag kam von den Britischen Jungferninseln. Dort ist ein Konsortium internationaler Journalisten (ICIJ) fündig geworden. Marco Polo Del Nero, immerhin zwei Jahre an der Spitze des brasilianischen Fußball-Verbandes, pflegte im Steuerparadies ein Konto. Dass sich Polo Del Nero damit auf juristisch dünnem Eis bewegte, dürfte ihm bewusst gewesen sein. Der Mann ist Jurist mit Spezialisierung auf Strafrecht. Zur Zeit der Kontogründung 2014 war schon absehbar, dass Polo Del Nero in Kürze die Macht im brasilianischen Fußballverband übernehmen werde, weil sein Vorgänger José Maria Marin wegen Korruptionsvorwürfen in massiven Schwierigkeiten steckte. Und ganz offensichtlich braucht ein Präsident des erfolgreichsten Verbandes der Welt mit bislang fünf WM-Titeln ein geheimes Konto, um dorthin zu erwartende Einnahmen an der interessierten Öffentlichkeit, den Steuerbehörden und den Medien vorbei transferieren zu können.

          Der Fall Polo Del Nero ist einer von einer Reihe von Fehltritten, die die Präsidenten des CBF in ihrer Amtszeit begleiten, als sei es genau so vorgegeben, im höchsten Amt der wichtigsten Fußballnation der Welt stets mit einem Bein in kriminelle, strafrechtlich relevante oder ethisch verwerfliche Machenschaften verwickelt zu sein.

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