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Brasilianischer Fußball : Romário fordert Rücktritt des Verbandschefs

  • Aktualisiert am

Petition mit fast 55.000 Unterschriften: Romário (rechts) und Ivo Herzog Bild: AP

Der frühere Stürmerstar Romário wirft Verbandschef José María Marín vor, für den Foltertod des Journalisten Vladimir Herzog während der Militärdiktatur mitverantwortlich gewesen zu sein.

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          Der frühere Stürmerstar und heutige Parlamentsabgeordnete Romário hat den Rücktritt des brasilianischen Fußball-Verbandschefs José María Marín gefordert. Er wirft dem Achtzigjährigen vor, für den Foltertod des Journalisten Vladimir Herzog während der Militärdiktatur im Jahr 1975 mitverantwortlich gewesen zu sein. Romário überreichte dem brasilianischen Verband (CBF) eine Petition mit fast 55.000 Unterschriften.

          Marín hatte 1975 als Abgeordneter der Regierungspartei kurz vor der Verhaftung Vladimir Herzogs im Parlament Maßnahmen gegen oppositionelle Tendenzen bei dessen Fernsehsender unterstützt. Marín, der auch das lokale Organisationskomitee der WM 2014 leitet und somit maßgeblich für das Großereignis in 14 Monaten verantwortlich ist, wies die Anschuldigungen zurück. Es handele sich um eine auf Lügen basierende „Destabilisierungs-Kampagne“, teilte er auf der Internetseite des Verbandes mit.

          Erkennt die Vorwürfe nicht an: Marin spricht von „Destabilisierungs-Kampagne“

          Unter den Unterzeichnern der Petition sei auch der Musiker Chico Buarque de Hollanda, sagte Ivo Herzog, der Sohn des getöteten Journalisten. Marín werde von der Wahrheitskommission vorgeladen, die Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur (1964 bis 1985) untersucht. Erst vor einem Monat hatte Ivo Herzog eine Richtigstellung der Sterbeurkunde seines Vaters erwirkt, in der belegt wird, dass er an Folterungen durch die Militärs gestorben ist.

          Marín leitet den brasilianischen Verband seit März 2012. Zuvor war er Stellvertreter von Ricardo Teixeira. Der ehemalige Schwiegersohn des früheren Präsidenten des Internationalen Fußball-Verbands (Fifa) João Havelange war offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Seine Demission erfolgte im Zuge der Ermittlungen um den Korruptionsskandal der Fifa und der ehemaligen Vermarktungsfirma ISL. Von der Fifa gibt es keine öffentliche Stellungnahme zu Marín. Hinter den Kulissen ist man aber nicht glücklich über seinen offenbar rüden und unprofessionellen Führungsstil.

          Früher Stürmerstar, heute Parlamentsabgeordneter: Romário

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