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Anschlag auf Mannschaftsbus : Tatverdächtiger soll allein gehandelt haben

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Borussia Dortmund hofft nach der Festnahme auf eine schnelle und umfassende Aufklärung des Falls. Die Vereinsführung hoffe, „dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für den niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte“, erklärte der Verein. BVB-Kapitän Marcel Schmelzer wünschte sich, „dass wir die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren“. Für alle, die im Bus gesessen hätten, „wären diese Informationen wichtig, denn sie würden den Verarbeitungsprozess deutlich erleichtern“.

BVB-Kapitän Marcel Schmelzer (hinten) wünschte sich, „dass wir die tatsächlichen Hintergründe des Anschlags erfahren“

Laut Bundesanwaltschaft hat der Beschuldigte am 11. April - dem Tag des Anschlags gegen den BVB-Bus - 15.000 Verkaufsoptionen für 78.000 Euro in Bezug auf die BVB-Aktie erworben. Die Papiere hätten eine Laufzeit bis zum 17. Juni gehabt. Der Kauf der sogenannten Put-Optionen erfolgte demnach über die IP-Adresse des Hotels „L'Arrivée“, wo die Mannschaft von Borussia Dortmund gastierte. Der Beschuldigte habe die Papiere über einen am Anfang April 2017 aufgenommenen Verbraucherkredit finanziert, hieß es.

Der Käufer spekulierte laut Generalbundesanwalt auf fallende Kurse - die Höhe des Gewinns hänge von der Höhe des Kursverlustes ab. Bei einem massiven Verfall der Aktie von Borussia Dortmund hätte der Gewinn „ein Vielfaches des Einsatzes“ betragen. Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn wegen des Anschlags Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären.

Zimmer mit Blick auf den Anschlagsort

Sergej W. habe im Mannschaftshotel des BVB in Dortmund bereits am 9. April ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf den späteren Anschlagsort bezogen. Die BVB-Spieler waren kurz vor dem Anschlag mit ihrem Bus zum Champions League-Hinspiel gegen den AS Monaco abgefahren. Das Spiel war dann wegen des Anschlags um einen Tag verschoben worden.

Anschlagsziel Mannschaftsbus: der mittlere der drei Sprengsätze war offenbar zu hoch angebracht, um seine Wirkung voll entfalten zu können.

Die Sprengsätze waren dem Generalbundesanwalt zufolge über eine Länge von zwölf Metern in einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Mannschaftsbusses angebracht. Die Sprengwirkung der mit sieben Zentimeter langen Metallstiften bestückten Sprengsätze sei auf den Bus ausgerichtet gewesen. Ein Metallstift sei noch in einer Entfernung von 250 Meter aufgefunden worden. „Wir können von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist", hatte eine Sprecherin der Anklagebehörde gesagt.

Zwei der Sprengsätze befanden sich der Mitteilung zufolge in Bodennähe, ein Dritter war in einer Höhe von etwa einem Meter plaziert - zum Glück für die Spieler: „Damit war er zu hoch angebracht, um seine Wirkung voll entfalten zu können“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die Zündung sei nach derzeitigem Erkenntnisstand für jeden Sprengsatz separat über eine funkausgelöste elektrische Schaltung erfolgt. Zur Art des verwendeten Sprengstoffs lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Es war in alle Richtungen ermittelt worden

Die verschiedenen nach dem Anschlag aufgetauchten Bekennerschreiben führten offenbar in die Irre. Am Tatort waren drei identische Schreiben gefunden worden, in denen ein radikalislamisches Motiv für den Anschlag angegeben wurde. Laut Bundesanwaltschaft bestanden nach islamwissenschaftlichen Untersuchungen dieser Schreiben „an einem radikalislamistischen Ursprung erhebliche Zweifel“.

Im Internet war zudem ein Bekennerschreiben aus der linksextremen Szene veröffentlicht worden, an dessen Echtheit aber ebenfalls erhebliche Zweifel bestehen. Auch bei den rechtsextremen Bekennerschreiben, die am 13. April bei mehreren Medien eingingen, deutet laut Bundesanwaltschaft „derzeit nichts daraufhin, dass es vom Täter stammt“.

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 Unser Autor: Patrick Schlereth

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