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DFB-Pokal in Fürth : Witsel und Reus verhindern Dortmunder Blamage

  • -Aktualisiert am

Da ist es doch noch passiert: Marco Reus dreht jubelnd ab nach dem 2:1. Bild: Reuters

Unglaubliches Spiel im DFB-Pokal: Der BVB ist fast ausgeschieden in Fürth. Dann hat ein Neuzugang seinen Auftritt. Das Drama geht in die Verlängerung. Und Dortmund bucht das Weiterkommen last minute.

          Es fehlten nur noch ein paar Sekunden der regulären Spielzeit, und Borussia Dortmund wäre gleich bei seinem ersten Pflichtspiel in dieser Saison böse auf die Nase gefallen. 1:0 führte die Spielvereinigung Greuther Fürth am Montagabend in dem Pokalduell der ersten Runde durch den Treffer von Sebastian Ernst (77. Minute), als der spät eingewechselte Belgier Axel Witsel in der fünften Minute der Nachspielzeit noch auf 1:1 ausglich und damit die Verlängerung für den Favoriten erzwang. Die ganz große Blamage war fürs Erste aufgeschoben.

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          Sie war endgültig abgewendet, als Marco Reus in allerletzter Minute noch das 2:1 für die überglücklichen und noch einmal davongekommenen Dortmunder erzielte. „Das war ein typisches Pokalspiel. Wir sind mit Glück in die Saison gestartet“, sagte Reus. „Jetzt müssen wir einfach mal so einen dreckigen Sieg mit nach Hause nehmen und froh sein, dass wir eine Runde weiter sind.“ Um am Sonntag zum Bundesliga-Auftakt daheim gegen RB Leipzig zu gewinnen, muss sich die Borussia aber erheblich steigern, soll es nicht mit einer Niederlage enden.

          Der Fürther Cheftrainer Damir Buric fehlte den „Kleeblättlern“ am Montag wegen eines Trauerfalls in seiner Familie. Ihn vertraten seine Assistenten Oliver Barth und Petr Ruman. Die Fürther, mit einem Sieg und einem Remis gut in die neue Zweitligasaison gestartet, hofften auf eine Revanche für die unglückliche 0:1-Niederlage gegen den BVB im Halbfinale des Pokalwettbewerbs 2011/12. 15.500 Zuschauer im ausverkauften Sportpark Ronhof freuten sich auf das mit einem Feuerwerk illuminierte Wiedersehen mit diesem Spitzenteam und dachten auch mit ein wenig Wehmut an die bisher gerade mal eine Erstligasaison der Franken in der Spielzeit 2012/13.

          Wie der BVB die anspruchsvolle Generalprobe vor dem Bundesligastart am Sonntag daheim gegen RB Leipzig bestehen würde, war eine der spannenden Fragen an diesem Montagabend. Sie taten es suboptimal. Trainer Lucien Favre, seit dieser Saison in Diensten der Borussia, hatte seinen prominentesten Neuzugang, den belgischen Nationalspieler Witsel, wegen dessen noch nicht ganz aufgeholten Trainingsrückstands zunächst auf die Bank gesetzt. Sonst aber begannen die Westfalen die lange Serie ihrer Pflichtspiele mit der derzeit bestmöglichen Mannschaft. Die tat sich zwanzig Minuten lang schwer gegen früh pressende, kampfstarke Fürther. Erst danach kam das Kombinationsspiel des BVB besser auf Touren, doch Reus (23./32.) und Delaney (44.) konnten beste Gelegenheiten für die Schwarz-Gelben nicht nutzen.

          Dortmund gönnte sich kurz nach der Pause eine Auszeit und nahm dann wieder Fahrt auf – ohne die nötige Präzision. Favre reagierte, schickte Philipp als neuen Mittelstürmer auf den Rasen, für den Reus nach links außen wechselte. Götze, am Montag wieder einmal eher unauffällig, nahm auf der Bank Platz (64.). Vor dem Tor der Fürther aber fehlte den Dortmundern weiter die Durchschlagskraft. Nur der emsige Pulisic verbreitete so etwas wie Gefahr, als sein Schuss den Außenpfosten traf (60.).

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          Von der 74. Minute an sollte dann endlich Witsel anstelle von Delaney für mehr Struktur im Borussen-Spiel sorgen. Kaum war der Belgier drin, fiel Reus der Ball in bester Position vor den Fuß, doch der Kapitän scheiterte an Torhüter Burchert (75.). Die Dortmunder Saumseligkeit wurde zwei Minuten später von Ernst bestraft, der bei seinem Treffer aus kurzer Distanz völlig frei stand. Als für die verkrampften Dortmunder schon fast alles verloren schien, wurde der freistehende Witsel mit seinem Volleyschuss zum 1:1 noch zu einem Dortmunder Retter (90.+5). Er hatte als einziger den Durchblick, als es darauf ankam.

          Wie vor sechs Jahren ging das Pokalduell zwischen Fürth und Dortmund in die Verlängerung. Und noch immer wirkte der BVB nicht beschwingt – trotz des Last-Minute-Ausgleichs. Die Mannschaft schien an diesem Montagabend mental zu blockiert, um ihre Qualitäten gegen einen jederzeit angstfreien klassentieferen Gegner endlich ausspielen zu können. Die große Chance zum 2:1 besaß Fürth, als der frühere Schalker Reese allein auf Bürki zulief (113.) und am Dortmunder Keeper scheiterte. Reus machte es sieben Minuten später besser, als er Sanchos perfekte Vorleistung zum 2:1-Siegtreffer nutzte. „Wir wussten, dass es sehr schwierig wird. Fürth hat richtig guten Fußball gespielt. Das war ein Zittersieg“, sagte Bürki in der ARD. „Schade, so brutal ist Fußball manchmal. Das wird einige Zeit dauern, das zu verdauen“, sagte Fürths Kotrainer Oliver Barth, der Buric vertrat.

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