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Borussia Dortmund : Opposition gegen Präsident Niebaum

  • Aktualisiert am

Riskante Investitionspolitik: Gerd Niebaum Bild: dpa

BVB-Wirtschaftsrat Reibert hat seinen Rücktritt mit der "Schmutzkampagne" gegen Niebaum erlärt, an der er sich nicht beteiligen wolle. Im Verein wächst das Mißtrauen in die riskante Finanzpolitik.

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          Borussia Dortmund kommt nicht zur Ruhe. Gegen den Präsidenten des Fußball-Bundesligaklubs, Gerd Niebaum, scheint sich eine Opposition zu formieren. Darauf deutet der Rücktritt des Wirtschaftsratsmitglieds Gerd Reibert hin.

          Der Vorstandsvorsitzende der Märkischen Bank in Hagen begründet den Schritt offiziell mit seiner Solidarität gegenüber Niebaum. Reibert sagte der in Hagen erscheinenden Tageszeitung "Westfalenpost", er wolle sich nicht an einer "Schmutzkampagne gegen Gerd Niebaum beteiligen". Im Klub habe sich eine Opposition gebildet, die gegen Niebaum und dessen Präsidiumskollegen Michael Meier agitiere. Niebaum und Meier sind zugleich Geschäftsführer der börsennotierten Borussia Dortmund GmbH & Co KG auf Aktien; ihr risikofreudiges Geschäftsgebaren war zuletzt, offenbar auch intern, hart kritisiert worden. Zum Ende der aktuellen Spielzeit muß der Klub mit einem Verlust von angeblich fünfzig Millionen Euro rechnen und sich von namhaften Spielern trennen.

          "Bei allen Differenzen Fairneß für Niebaum"

          Besonders Niebaum steht für die Investitionspolitik, deren Risiken sich nach dem schwachen Abschneiden der Mannschaft im Europapokal als zu hoch erwiesen haben. Die Geschäftsführung bestreitet jedoch, in Zahlungsschwierigkeiten zu sein. Außerdem betonte Niebaum des öfteren, die Zusammenarbeit mit den Gremien sei "transparent und vertrauensvoll". Doch die angebliche Harmonie steht im Widerspruch zu der von Reibert vermuteten "Schmutzkampagne".

          Der Bankdirektor fordert "bei allen Differenzen Fairneß für Niebaum". Dennoch fällt auf, daß Reibert bei Borussia Dortmund schon zum dritten Mal ein Amt aufgibt. Vor drei Jahren räumte er seinen Platz als Schatzmeister. Nach dem ersten Geschäftsjahr an der Börse trat er als Aufsichtsratsvorsitzender der Kommanditgesellschaft auf Aktien zurück. Presseberichten zufolge wurde er wegen kritischer Einwürfe aus dem Kontrollgremium gemobbt.

          Zeichen des Mißtrauens

          Reiberts gescheiterte Funktionärskarriere beim BVB ist nicht der einzige Anhaltspunkt für Differenzen zwischen der Geschäftsführung und den anderen Gremien des Dortmunder Fußball-Unternehmens. Aus dem sechsköpfigen Gründungsaufsichtsrat sind nur noch drei Mitglieder übrig. Neben Reibert legten zwei weitere Männer ihr Mandat nieder: Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender des Versicherungskonzerns Signal Iduna, und Hans-Dieter Michalski, erster Mann der Volksbank Dortmund.

          Offiziell werden solche unliebsamen Personalien häufig mit "beruflicher Arbeitsüberlastung" begründet. Doch Manager dieser Größenordnung wissen in der Regel vorher, was sie zeitlich zu leisten imstande sind. Skeptiker werteten diese Rücktrittserklärungen schon im vorigen Jahr als Zeichen des Mißtrauens. Dieser Eindruck wird durch den Schritt des Bankvorstands Reibert verstärkt.

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