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Borussia Dortmund : Doch kein gutes Ende für Götze in Sicht

Letzte gemeinsame Arbeitswoche: Jürgen Klopp kann Mario Götze vielleicht doch nicht aufs Finale vorbereiten Bild: dpa

Dortmunder Hoffnung für Wembley: Mario Götze steigt nun schon wieder ins Dortmunder Mannschaftstraining ein. Aber er muss die Einheit wieder abbrechen.

          Spielt er oder spielt er nicht ? Das ist die Frage aller Fragen vor diesem Finale in der Champions League. Gemeint ist Mario Götze, um dem sich in diesen Tagen mal wieder vielerlei dreht in Dortmund. Am Dienstag war die allgemeine Aufregung groß, schließlich wird momentan jede Kleinigkeit und jede Äußerung gleich von einer ganzen Heerschar an Experten und vor allem von den Fans gedeutet.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Das sah also dementsprechend am Morgen nicht gut aus, denn anders als angekündigt fehlte Götze nach seinem im Halbfinal-Rückspiel in Madrid erlittenen Muskelfaserriss beim Mannschaftstraining und absolvierte nur ein individuelles Lauftraining auf einem Nebenplatz, der noch dazu mit Sichtblenden versehen war. Wie nicht anders zu erwarten war, führte das zu Spekulationen, die ein paar Stunden später zunächst alle ad absurdum geführt wurden. Bei der Übungsstunde am Nachmittag trat der 20 Jahre alte Nationalspieler zum ersten Male wieder im Kreis seiner Arbeitskollegen gegen den Ball, allerdings nur für kurze Zeit. Dann faste er sich an den Oberschenkel und brach das Training wieder ab. Das sieht aus BVB-Sicht nicht nach einem Happy end aus.

          Bald hat es Götze ja mit einem neuen Arbeitsplatz zu tun, und in einem Interview mit der englischen Tageszeitung „Guardian“ gestand Jürgen Klopp derweil erstmals, wie tief ihn die Nachricht vom bevorstehenden Transfer seines Mittelfeldjuwels zum FC Bayern geschockt hatte. „Es war wie ein Herzanfall“, sagte der Dortmunder Trainer, Alle Versuche, Götze umzustimmen, seien erfolglos geblieben: „Die Bayern sagten Mario: jetzt oder nie. Ich sagte ihm, die werden es nächstes Jahr und in zwei Jahren wieder versuchen. Aber er ist 20 und dachte, er muss gehen.“

          Die üblichen Spekulationen halt

          Götze wird also am nächsten Samstag im Mittelpunkt stehen, unabhängig davon, ob er von Beginn an spielen wird oder nicht. Das Risiko, ihn in seinem letzten Spiel für die Borussia von Beginn an stürmen zu lassen, ist dabei möglicherweise geringer, als ihn erst später einzuwechseln. Sollte sich nämlich unter Wettkampfbedingungen schnell herausstellen, dass die Verletzung doch noch nicht gänzlich auskuriert ist, müsste Klopp wenig später abermals auswechseln. Grundvoraussetzung für derlei Überlegungen wäre allerdings, dass sich Götze überhaupt bereit für den Einsatz fühlt. „Ein Sieg in der Champions League im letzten Spiel für die Borussia wäre das Allergrößte“, ließ er schon einmal mitteilen.

          Und sonst? Die üblichen Spekulationen halt, die Mats Hummels zum Teil damit beendete, dass er dem „Kicker“ sagte, es habe, was seine Person angeht, nie Gespräche mit anderen Vereinen gegeben. Hummels scheint gewillt, den Weg der Borussia weiter zu begleiten, bei einem anderen Objekt der Begierde bleibt das zweifelhaft. Während Klopp hartnäckig weiter davon ausgeht, dass Robert Lewandowski auch in der kommenden Saison für den BVB spielt, haben spanische Zeitungen die Gerüchteküche neu angeheizt. Nach der Trennung von Trainer Mourinho bemüht sich Real Madrid also angeblich vehement um den Polen, was irgendwie klingt, als sei Mourinho da im Wege gewesen, was man sich kaum vorstellen kann. Fürs erste viel wichtiger ist dem BVB die naheliegende Personalie: Auch Hummels fehlte nach seiner Bänderdehnung aus dem Spiel gegen Hoffenheim beim Mannschaftstraining. Am Mittwoch werden wieder alle Kiebitze genau hinschauen.

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