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DFB-Pokalsieg über Hertha : Dortmund gewinnt das Elfmeter-Drama

  • -Aktualisiert am

Reus gelang der Ausgleich für Dortmund, das später nach Elfmeterschießen siegte. Bild: AFP

Herthas Traum vom Pokalfinale im eigenen Stadion lebt nach Kalous Tor in Dortmund. Doch der BVB kommt durch Reus zurück ins Spiel. Im Elfmeterschießen versagen zu vielen Berlinern die Nerven.

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          Im Spiel eins nach den Krawallen vom Samstag stand im Dortmunder Stadion wieder der Fußball im Vordergrund. Im Achtelfinale des DFB-Pokals bekamen die 80.000 Zuschauer eine Partie mit Überlänge geboten. Nach neunzig Minuten hatte es aufgrund der Tore von Salomon Kalou (27.) und Marco Reus (48.) 1:1 gestanden, im Elfmeterschießen entschied Borussia Dortmund dann die Partie gegen Hertha BSC mit 3:2 für sich. Der Berliner Lustenberger scheiterte an der Latte, Darida am BVB-Torwart Bürki und dann schoss Kalou zum Abschluss über das Tor. Von den Dortmundern musste sich nur Pulisic Torwart Jarstein geschlagen geben, Dembele, Aubameyang und Castro trafen für die Borussen.

          „Elfmeterschießen ist immer Glücksache, das ist Schicksal. Ich muss ein Kompliment an meine Mannschaft richten. Letztes Jahr haben wir unter Druck so ein Spiel nicht gemacht. Die Fans können stolz auf die Mannschaft sein“, sagte Hertha-Coach Pal Dardai. Dortmunds Youngster Julian Weigl war dagegen glücklich: „Es war ein schweres Spiel von Anfang an. Hertha hat es uns schwer gemacht. Wir haben aber nicht aufgesteckt. Zum Glück haben wir die Nerven behalten. Zugleich hatten wir einen super Torwart.“

          Eine Viertelstunde vor dem Anpfiff kam Norbert Dickel, der Stadionsprecher des BVB, im Vorprogramm auf die körperlichen und verbalen Exzesse zurück, die sich am vergangenen Samstag beim Bundesligaspiel gegen RB Leipzig ereignet hatten. Die Art, wie Dortmunder Fans gegen das Geschäftsmodell des Aufsteigers Front machten, hatte allenthalben Empörung hervorgerufen und den westfälischen Traditionsklub in Verruf gebracht.

          Also bezog Dickel zu Beginn des Fußballabends im Namen des Vereins Stellung. „Normalerweise begrüße ich immer die besten Fans der Welt. Ich möchte das gern wieder tun“, sagte er. „Wir möchten nicht, dass das, wofür der Verein steht und wofür wir viele Jahre gearbeitet haben, durch die Tat einzelner zerstört wird. Deshalb begrüße ich heute: die wahren Fans von Borussia Dortmund.“

          Nicht nur dieser Fans entschuldigte sich für andere Plakate am Wochenende. Bilderstrecke
          Nicht nur dieser Fans entschuldigte sich für andere Plakate am Wochenende. :

          Auf der Südtribüne waren rund ein Dutzend Transparente zu sehen mit der Botschaft: „Nein zur Gewalt.“ Die untere Mitte der „Süd“ mit den Blöcken der Ultras blieb frei von Spruchbändern.

          Kurz vor Spielbeginn ergriff dann der Kapitän des BVB in einer Videobotschaft das Wort. Mit Bestürzung habe die Mannschaft in der Kabine nach dem Schlusspfiff von den Ausschreitungen erfahren. „Wir Spieler waren und sind sehr entsetzt und traurig darüber, was dort passiert ist. Denn so etwas kennen wir von euch nicht“, sagte Marcel Schmelzer. „Am Samstagabend sind Menschen zu Schaden gekommen. Und das verurteilen wir als Mannschaft. Wir verurteilen komplett Gewalt gegen andere. Wir entschuldigen uns dafür, was passiert ist. Es tut uns wirklich sehr, sehr leid.“ Das Publikum nahm diese Beteuerungen mit Beifall zur Kenntnis.

          Dann war die Rasenbühne frei für den Fußball. Beide Mannschaften kamen trotz winterlicher Kälte rasch auf Betriebstemperatur – und zu ersten Chancen. Dabei vermochten die beiden Torjäger sich allerdings nicht auszuzeichnen. Pierre-Emerick Aubameyang vergab zwei Möglichkeiten für Dortmund, und auch sein Berliner Gegenüber Vedad Ibisevic scheiterte zweimal. Nach knapp einer halben Stunde wurden die Borussen, die fast immer für ein Gegentor gut sind, kalt erwischt. Erst ließ die Abwehr Niklas Stark ungehindert flanken, dann konnte sich Kalou die Freiheit nehmen, den Ball ins Tor zu befördern.

          Die Berliner gingen nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte nicht unverdient mit der knappen Führung in die Pause, sahen sich nach dem Seitenwechsel kurz aber sogleich einer Welle gegnerischer Angriffe ausgesetzt. Einen davon schloss Reus kurz nach Wiederbeginn mit dem Ausgleich ab. Danach setzten die Dortmunder ihre Offensive fort, trotz guter Chancen aber ohne durchschlagenden Erfolg. So mussten die Spieler am späten Abend noch Überstunden machen.

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