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2:1 gegen Gladbach : Brandt rettet Dortmund im Borussen-Duell

  • -Aktualisiert am

Julian Brandt sorgte mit zwei Toren für den Dortmunder Sieg. Bild: EPA

Der BVB wendet ein Aus im DFB-Pokal gerade noch ab. Gladbach geht in Führung in einer Partie weit unterhalb des maximalen Energielevels. Doch dann hat ein Nationalspieler in der Schlussphase seinen großen Auftritt.

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          Lange Zeit hatten die Dortmunder und die Gladbacher gespielt, als würden sie vorsorglich Kräfte für eine Verlängerung sparen, statt energisch und intensiv nach vorne zu spielen in diesem vermeintlichen Topspiel der zweiten Runde des DFB-Pokals. Bis Mitte der zweiten Hälfte erlebte das Publikum einen Wettkampf deutlich unterhalb des maximalen Energielevels, aber das hoch spannende Ende taugte dann doch als wunderbare Entschädigung für die weniger aufregenden Phasen des Partie.

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          Durch zwei späte Treffer von Julian Brandt konnte Borussia Dortmund am Ende einen knappen 2:1-Sieg bejubeln und steht im Achtelfinale des Wettbewerbs. „Solche Siege wie heute, bei denen man die Zähne zusammenbeißen muss, die tun einem gut“, sagte Brandt in der ARD und betonte: „Dass man hier in dem Stadion ein Spiel auch noch drehen kann, ist jedem bewusst.“

          Wirklich souverän hatten sie aber am Mittwoch nicht gespielt, nachdem mit Roman Bürki (Infekt), Mats Hummels (Magen-Darm) und Marco Reus (muskuläre Probleme) drei wichtige Anführer ausgefallen waren. Trainer Lucien Favre musste also improvisieren. Jacob Bruun Larsen und Dan-Axel Zagadou standen erstmals in dieser Saison in der Startelf, wohingegen Mario Götze, Raphael Guerreiro, Achraf Hakimi und Thomas Delaney trotz der Ausfälle nur auf der Bank saßen. Die andere Borussia spielte nicht zuletzt aufgrund ähnlich vieler Ausfälle mit einer Dreierkette, in deren Zentrum überraschend der Mittelfeldspieler Denis Zakaria verteidigte. „Wir wollen uns trotzdem treu bleiben“, hatte Trainer Marco Rose vor dem Anpfiff auf die Frage nach Auswirkungen dieser Maßnahme auf dem Spielansatz geantwortet und angemerkt.

          Aber es war der BVB, der zunächst besser mit den Veränderungen klar kam. Der Revierklub, der zuletzt neun Pflichtspiele am Stück gegen Gladbach gewinnen konnte, hatte nicht nur viel Ballbesitz, gefährliche Momente im Strafraum blieben aber selten. Mehrfach gelang Thorgan Hazard nicht das richtige letzte Abspiel vor dem Tor, dafür traf der Belgier mit einem schönen Fernschuss die Latte (29.).

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          Auch Sancho wirkte agil und freudvoll, der beste Abschluss des Engländers in der ersten Halbzeit rauschte wenige Zentimeter am Pfosten vorbei (33.). Der Tabellenführer der Bundesliga war hingegen vor der Pause nur einmal richtig gefährlich: Doch Marcus Thuram schoss nach einem Querpass von Stefan Lainer aus wenigen Metern den Dortmunder Torhüter an (38.).

          Und auch nach der Pause änderte sich zunächst nicht viel. Die Abwehr des BVB um den starken Zagadou stand stabil, und vor dem Gladbacher Tor war etwas mehr los. Bis auf zwei drei Fernschüsse fanden der Favorit aber keine Möglichkeiten zum Torabschluss. Mönchengladbach war in der Offensive schon anzumerken, dass die Stürmer Breel Embolo und Alassane Pleá derzeit verletzt sind, erst Mitte der zweiten Halbzeit wurden die Gladbacher mutiger hatten längere Ballbesitzphasen und gingen prompt in Führung.

          Zagadou verlor nach einer Flanke von Oscar Wendt seinen Gegenspieler Thuram aus den Augen, der aus fünf Metern das 0:1 köpfte (71.). Erst jetzt erwachte die Partie, und Brandt wurde zum Helden der Nacht. Zunächst traf der Nationalspieler etwas glücklich mit einem von Zakaria abgefälschten Schuss von der Strafraumkante zum 1:1 (77.), bevor er zwei Minuten später eine Flanke von Hazard zum 2:1 ins Tor köpfte. Und in der Nachspielzeit sah Gladbachs Trainer Rose auch noch eine Rote Karte.

          Für den BVB ist dieser Sieg von immenser Bedeutung, denn die Situation steht auf der Kippe nach zuletzt nur einem Sieg aus fünf Bundesligapartien sowie der Niederlage bei Inter Mailand im Europapokal. In jedem Spiel drohen die Trainerdebatte und das Krisengefühl neuen Treibstoff zu erhalten. Der hoch ambitionierte Meisterschaftskandidat wartet ganz dringend auf eine Phase der Befreiung, und so ein Sieg in einem Abendspiel in einem K.o.-Wettbewerb hat vielleicht wirklich das Potential, neue Energien frei zu setzen.

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