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2:1-Sieg über Frankfurt : Dortmunder Happy End mit DFB-Pokalsieg

Das ist das Ding: Dortmund feiert den Pokalsieg 2017 in Berlin. Bild: Reuters

Nach drei Endspiel-Niederlagen in Serie entscheidet der BVB ein spannendes Finale gegen Frankfurt für sich. Das entscheidende Tor erzielt der Dortmunder Torjäger auf besondere Weise.

          Borussia Dortmund hat seine schwierigste Saison seit langer Zeit mit dem DFB-Pokalsieg zu einem erstaunlichen und emotionalen Ende geführt. Einen guten Monat nach dem Sprengstoffanschlag auf die Borussia holte das Team mit einem 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt die ersten Trophäe für die Borussia seit fünf Jahren. Mit dem Triumph von Berlin dürfte dennoch die Zeit von Trainer Thomas Tuchel in Dortmund vorzeitig abgelaufen sein, weil die BVB-Führung keine gemeinsame Zukunft mehr erkennen kann, auch wenn Tuchel im Moment des Triumphs nicht an ein Ende seiner Zeit in Dortmund dachte: „Natürlich möchte ich Trainer bleiben. Ich habe für drei Jahre Vertrag und möchte ihn erfüllen.“

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Den Sieg in einem spannenden und einem lange ausgeglichenen Spiel sicherte Aubamayang mit einem Foulelfmeter in der 67. Minute, nachdem Rebic (29.) die frühe Dortmunder Führung durch Dembélé (8.) ausgeglichen hatte. Der vierte Dortmunder Pokalsieg dürfte daher vor allem mit zwei Abschieden in Verbindung bleiben. Denn auch der Torjäger aus Gabun wird der jungen Dortmunder Mannschaft in der kommenden Saison vermutlich fehlen, sein millionenschwerer Wechsel ins Ausland gilt als wahrscheinlich.

          Die Eintracht hatte ihre beste Phase in der ersten Halbzeit, als sie den Favoriten nach dem Ausgleich immer stärker in Bedrängnis brachte. Doch einem weiteren Treffer stand der Pfosten im Weg – und in der zweiten Halbzeit dann eine Dortmunder Mannschaft, die entschlossen war, ihr großes Ziel nicht mehr aus den Augen zu lassen. Nach dem 2:1 durch Aubameyang machten die Frankfurter zwar noch einmal Druck, aber zu gefährlichen Torchancen kam das Team von Trainer Niko Kovac nicht mehr. „Über 90 Minuten haben wir ein gutes Spiel gemacht und uns nach Kräften gewehrt. Es geht weiter, wir werden einen neuen Anlauf nehmen. Natürlich ist man enttäuscht, ich weiß es aber auch einzuschätzen. Dass man verliert, gehört zum Fußball dazu“, sagte Kovac.

          Dass es das letzte Spiel von Tuchel bei der Borussia würde, daran hatte es in den vergangenen Wochen keinen begründeten Zweifel mehr gegeben – unabhängig vom Ausgang des Finals. Und auch nicht daran, dass selten ein Trainer mit einer solchen Bilanz ausgespielt hat. Die Dortmunder Mannschaft tat von Beginn an jedenfalls alles, um ihrer Favoritenrolle sofort gerecht zu werden.

          Und als nach acht Minuten das 1:0 durch Dembélé fiel, war diese Führung schon fast zwangsläufig. Zuvor hatte sich Reus schon zweimal am linken Flügel vielversprechend durchgesetzt, aber seinem Zuspiel in die Strafraummitte fehlte noch die Präzision. Auf der anderen Seite machte es Piszczek dann mit seinem Zuspiel viel besser – und Dembélé tanzte daraufhin seinen Gegner im Zweikampf aus und schoss den Ball aus wenigen Metern unter die Latte zur verdienten BVB-Führung.

          Der Favorit schien auf dem besten Weg, sein Momentum, das in den vergangenen Wochen für die Borussia gesprochen, konsequent zu nutzen. Zudem hatten die Borussen über die gesamte Saison hinweg doppelt so viele Tore (76) wie die Eintracht erzielt. Die offensivschwachen Frankfurter hatten es auch nur mit fünf Toren nach Berlin gebracht hatten, mit so wenig Treffern wie nie ein Team seit Gründung der Bundesliga.

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