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Böllerwurf beim Rheinderby : „Es gibt immer Idioten“

  • Aktualisiert am

Kölner Fans während der Partie gegen Borussia Mönchengladbach Bild: dpa

Sportlich war das 122. Rheinderby weniger ansehnlich. Neben dem Platz geschah außerdem viel Unrühmliches. Aus dem Kölner Block heraus gab es einen Böllerwurf, und zuvor war es schon zu einem Buttersäure-Anschlag gekommen.

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          Die befürchteten Groß-Krawalle waren ausgeblieben, dennoch sprachen nach dem 122. Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach (0:1) alle über einen schlimmen Zwischenfall abseits des Spielfeldes. Genauer gesagt rund einen Meter Luftlinie daneben. „Das war völlig überflüssig. Das braucht kein Mensch“, schimpfte Kölns Trainer Achim Beierlorzer im ZDF-„Sportstudio“ über jenen Zwischenfall in der 86. Minute.

          Als der laute Böller aus dem Kölner Block kurz hinter dem Tor explodierte, waren Beierlorzer und die meisten der 50.000 Zuschauer zusammengeschreckt. Zwölf Personen, unter ihnen Ordner und Fotografen, wurden mit Verdacht auf Knalltraumata ins Krankenhaus gebracht. Auch Kameras der Fotografen gingen zu Bruch. „So ein Zwischenfall ist schade, weil ein Fußball-Spiel eigentlich Freude bringen soll“, sagte Kölns Kapitän Jonas Hector. Gladbachs ehemaliger Weltmeister Christoph Kramer sagte: „99,99 Prozent freuen sich auf so ein Spiel. Aber es gibt immer solche Idioten.“

          Verärgerte Fotografen forderten vom FC eine „lückenlose Aufklärung“. Diese könnte erstaunlich schnell gehen. Denn dank Videoaufnahmen konnte ein 35 Jahre alter Kölner schnell als mutmaßlicher Täter identifiziert werden, er wurde noch im Zuschauerblock festgenommen. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Aktion könnte für ihn zudem ziemlich teuer werden. Einen Präzedenzfall in Köln gibt es bereits: 2014 hatte ein Mann im Spiel gegen Paderborn einen Knallkörper auf der Nordtribüne gezündet, er musste letztlich 20.340 Euro zahlen.

          Zu einem Angriff auf einen Polizisten kam es außerdem in einigen Kilometern Entfernung zum Stadion, wo die Ordnungshüter im Kölner Stadtgebiet Fahrzeuge kontrollierten. Dadurch wollten sie Gewalttaten in der sogenannten Fußballstörer-Szene verhindern. Bei dieser Überprüfung trat ein 27-Jähriger am Steuer aufs Gas, anstatt auszusteigen. Er fuhr bedrohlich auf einen Einsatzwagen zu, woraufhin ein Polizist zur Seite springen musste, aber unverletzt blieb. Die Fahrzeuginsassen flüchteten, Beamte konnten sie aber nach kurzer Verfolgung stoppen.

          Der PKW gehörte zu einer Kolonne von Fahrzeugen, die alle überprüft wurden. Dabei stellten die Beamten Schlagwerkzeuge und Vermummungsgegenstände sicher. Die 25 Männer aus der Fahrzeugkolonne wurden verdächtigt, dass sie auf dem Weg zu einer Schlägerei waren. Der 27 Jahre alte Fahrer wurde festgenommen, die Anderen kamen in Gewahrsam. Bei ihren zahlreichen Kontrollen rund um das rheinische Derby verzeichnete die Polizei insgesamt rund 800 gewaltbereite Fans – die Hälfte davon demnach aus Köln.

          Buttersäure-Anschlag vor der Partie

          Bereits vor dem Spiel hatte ein Unbekannter Buttersäure vor dem Eingang zum Gästeblock ausgekippt und damit für üblen Gestank gesorgt. Reinigungskräfte entfernten die Säure.

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