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Blatter gegen IOC : „Finanzgebaren einer Hausfrau“

  • Aktualisiert am

Jetzt schießt Blatter zurück: Der Fifa-Präsident in Qatar Bild: AFP

Joseph Blatter verteidigt offensiv: Der wegen der WM-Vergaben an Russland und Qatar sowie diverser Korruptionsfälle in seinem Verband in der Kritik stehende Fifa-Präsident greift das IOC scharf an und mokiert sich über dessen königliche Mitglieder. Im Glashaus sieht er sich nicht.

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          Joseph Blatter, Präsident des Internationalen Fußballverbandes (Fifa) hat scharfe Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geübt und dessen Finanzgebaren mit dem einer „Hausfrau“ verglichen. „Das IOC macht es wie eine Hausfrau. Sie erhält etwas Geld und sie gibt etwas Geld aus“, sagte Blatter am Freitag in Doha am Rande des Asien Cup. Seinen eigenen Verband, der wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck steht, nahm der Schweizer hingegen in Schutz. Während das IOC „keine Transparenz hat“, gelte für den Fußball-Weltverband: „Unsere Geschäftsbücher sind für jedermann offen.“ Dies sei seit seinem Amtsantritt 1998 so, sagte Blatter, der seit 1999 auch dem IOC angehört.

          Das IOC reagierte auf Anfrage der F.A.Z. mit einem sachlichen Statement auf die Blatter-Attacke: „Die IOC-Finanzen sind gesund, professionell gemanagt und transparent.“ Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Price Waterhouse prüfe die Bücher seit Mitte der achtziger Jahre. Es gebe einen jährlichen öffentlichen Finanzbericht.

          Der 74 Jahre alte Blatter kritisierte darüber hinaus die Zusammensetzung des IOC. „Von den 115 Mitgliedern des IOC sind nur 45 direkt mit dem Sport verbunden“, bemängelte Blatter. Falls man wissen wolle, wo es in der Welt noch Prinzen, Prinzessinnen und Könige gebe, solle man sich die Liste der IOC-Mitglieder ansehen. „Du wirst viele von ihnen finden.“ Dass er selbst seit Donnerstag einen jordanischen Prinzen als Vizepräsidenten an seiner Seite hat, kommentierte Blatter süffisant: „Einen können wir uns leisten.“

          „Einen Prinz können wir uns leisten“

          Die Fifa muss derzeit mit genügend eigenen Problemen fertig werden. Der Zuschlag für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Qatar war von Bestechlichkeitsvorwürfen begleitet worden. Der Umgang des IOC mit seinem Korruptionsskandal von 1999 war Blatter vielfach als Vorbild vorgehalten worden. Die Ethikkommission des IOC geht – soweit selbst betroffen – Berichten des britischen Senders BBC nach, wonach drei langjährige Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees in den neunziger Jahren Schmiergelder angenommen haben sollen.

          Nach anfänglichem Zögern äußerte sich Blatter erstmals klar für eine Verlegung der Fußball-WM 2022 in Qatar in die kühlere Jahreszeit. „Ich erwarte, dass sie im Winter ausgetragen wird“, sagte der Schweizer.

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