https://www.faz.net/-gtl-79frz

Birgit Prinz : Siegerinnen-Gen

  • -Aktualisiert am

Rücktritt vom Rücktritt? Birgit Prinz (im Bild nach ihrem Abschiedsspiel im vergangenen Jahr) hat den Bundesligaaufstieg mit Hoffenheim geschafft Bild: AFP

Sie hat alles erreicht. Und jetzt auch noch einen Aufstieg. Allein durch ihre Aura verhilft die Frankfurter Frauenfußball-Legende Birgit Prinz der TSG Hoffenheim zum Bundesliga-Aufstieg.

          2 Min.

          In jeder noch so erfolgreichen sportlichen Karriere gibt es Erfolge, die dann doch für eine perfekte Laufbahn fehlen. Wenn es schon nicht der Weltmeistertitel, der Europameistertitel, der Europapokalsieg, die deutsche Meisterschaft oder der Pokalsieg sind, dann mangelt es vielleicht auch nur an einem Meistertitel im Ausland. Bei der zweimaligen Welt- und Europameisterin, dreimaligen Europapokalsiegerin, amerikanischen Meisterin, an neun deutschen Meisterschaften und zehn Pokalsiegen ihrer beiden Frankfurter Klubs FSV und 1. FFC Frankfurt beteiligten Birgit Prinz, die dazu noch dreimal in Serie Weltfußballspielerin und achtmal Deutschlands Fußballerin des Jahres wurde, ist das alles anders: Die beste und auch erfolgreichste Spielerin in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs hat eigentlich alles gewonnen, was möglich war in ihrer 16 Jahre dauernden Karriere auf höchstem Niveau. Was der noch immer in Frankfurt lebenden Birgit Prinz freilich bis zum vergangenen Wochenende gefehlt hat, war ein ganz primitiver Aufstieg.

          Jemand, der immer ganz oben war, der kann eben nicht aufsteigen aus einer unteren Liga in eine höhere. Nun aber hat sich die 35 Jahre alte Sportlerin ein Jahr nach ihrem offiziellen Abschiedsspiel auch noch diesen letzten Traum erfüllt. Bei ihrem Arbeitgeber TSG Hoffenheim, wo die Psychologin drei Tage in der Woche im Nachwuchsleistungszentrum die mentale Stärke der Vereinstalente fördert, hat sie in der zweiten Bundesliga ein paarmal als „Frau für die besonderen Spiele“ ausgeholfen und in der entscheidenden letzten Saisonbegegnung des Tabellenführers gegen den direkten Verfolger 1. FC Köln ihren Beitrag zum Aufstieg geleistet.

          Birgit Prinz wurde in der 53. Minute beim Stand von 1:2 eingewechselt. Gerade diese Spielminute ist dabei ein besondere Pointe: In einer anderen 53. Minute endete schließlich bei der Heim-WM 2011 im Vorrundenspiel gegen Nigeria die Nationalmannschaftskarriere im 214. Länderspiel mit einer Auswechslung denkbar würdelos. Nun trug Birgit Prinz zwar nicht mit einem Tor, aber nach Ansicht aller Beobachter allein mit ihrer Aura und Erfahrung - kurz gesagt: ihrem Sieger-Gen - zur Wende zum Guten bei.

          Mit ihr auf dem Platz endete das Spiel mit einem 3:3, das den Aufstieg sicherte. Eine vermutlich taktisch motivierte Gelbe Karte in der Nachspielzeit gehörte wohl auch zu ihrem Gespür für die richtige Aktion zur rechten Zeit.

          Ob Birgit Prinz nun auch noch einmal in der Bundesliga aufläuft, bleibt fraglich. Uns ist dann übrigens doch noch eine kleine Lücke in der Erfolgssammlung der Birgit Prinz aufgefallen: Der Olympiasieg fehlt noch. Wir warten gespannt auf ihr Comeback im Olympiajahr 2016.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          3:1 bei Hertha BSC : Die starke Eintracht stürmt auf Platz eins

          Hertha BSC wollte den Schwung vom Auftaktsieg mitnehmen. Der Plan geht gewaltig nach hinten los. Frankfurt verliert zwar früh einen Spieler, nutzt aber die Torchancen – und steht vorerst an der Tabellenspitze.

          Duplantis siegt auch ohne großen Höhenflug

          Diamond League : Duplantis siegt auch ohne großen Höhenflug

          Zuletzt meisterte Stabhochspringer Armand Duplantis 6,15 Meter. In Doha bei der Diamond League bleibt er nun weit unter seinem Rekord. Dennoch gewinnt er. Auch ansonsten gibt es wenige überragende Leistungen.

          Topmeldungen

          Besucher auf der Pekinger Automesse probieren den neuen Mercedes V260 L SPV.

          Pekinger Automesse : Autobauer hoffen auf China

          Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie kommt die Autowelt wieder in China zu einer großen Messe zusammen. Die Aussichten für den größten Automarkt sind gut - aber auch die Abhängigkeit von China wächst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.