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Fifa-Abschlussbericht : „Die Reform ist nicht in den Köpfen“

  • -Aktualisiert am

Noch immer gibt es im Reformprozess der Fifa eine Menge zu tun Bild: dpa

Die Fifa sieht sich im Reformprozess auf einem guten Weg, der Abschlussbericht der unabhängigen Governance-Kommission sieht noch viel Arbeit. Vor allem in der Qatar-Frage fehlt es noch an Aufklärung.

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          Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) hat weiter ein Glaubwürdigkeitsproblem. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch veröffentlichte Abschlussbericht der sogenannten unabhängigen Governance-Kommission, die über mehr als zwei Jahre den Reformprozess bei der skandalgeschüttelten Organisation begleitet hat.

          „Wenn man die Fifa fragt, dann gibt es dort eine lange Liste mit Reformpunkten, die schon umgesetzt wurden. Das ist beeindruckend. Aber aus unserer Sicht ist die Reform nicht fertig, weil sie noch in den Köpfen der Verantwortlichen vollzogen werden muss. Die Fifa muss einen echten Kulturwandel hinbekommen“, sagte Mark Pieth, Schweizer Anti-Korruptions-Experte und Vorsitzender der inzwischen aufgelösten Governance-Kommission, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Um dafür zu sorgen, dass der Weg der Reform bis zum Ende gegangen wird, solle weiterhin ein externes unabhängiges Organ mit der Fifa zusammenarbeiten. „Die Einsicht gibt es dort zwar noch nicht. Aber es braucht diese institutionalisierten Störenfriede unbedingt. Sie sollten sich aus Vertretern der Fifa-Stakeholder, aber auch aus der Zivilgesellschaft zusammensetzten. Gut wäre, Leute hereinzuholen wie Sylvia Schenk von Transparency International“, sagte Pieth.

          Der Abschlussbericht zeigt erreichte Veränderungen auf wie die Einsetzung einer unabhängigen Ethikkommission oder den Aufbau der internen Audit- und Compliance-Einheit. Trotzdem sei weitere Transparenz notwendig. Dazu gehöre eine Offenlegung der individuellen Vergütungen von „Schlüsselpersonen“.

          Mark Pieth
          Mark Pieth : Bild: dpa

          Weiterhin wird kritisiert, dass der Europäische Fußball-Verband wichtige Reformschritte wie die Einführung einer Amtszeitbegrenzung für alle Fifa-Vorstände blockiere. So fehle noch die „wahrhaftige Bereitschaft“ zum Veränderungsprozess. Dies gefährde die Reformen. In Bezug auf Korruptionsvorwürfe gegen den WM-Ausrichter Qatar wird die Fifa in dem Bericht aufgefordert, eine „überzeugende und transparente Antwort auf alle Fragen“ zu geben.

          Die Ethikkommission solle nicht ruhen, bis es eine schlüssige, endgültige Antwort gibt, heißt es. „Ob die Ethikkommission das hält, was sie verspricht, hängt von ihrer konkreten Arbeit ab. Wir sehen deshalb unseren Bericht auch als Wink mit dem Zaunpfahl an die Adresse des verantwortlichen Fifa-Ermittlers Michael Garcia“, sagte Pieth der F.A.Z.

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