https://www.faz.net/-gtl-9xj83

Bergamo-Spieler Gosens : „Es ist sehr, sehr krass“

  • Aktualisiert am

Der Deutsche Robin Gosens ist Spieler bei Atalanta Bergamo. Bild: dpa

Der deutsche Fußball-Profi Robin Gosens zeichnet ein erschreckendes Bild der Lage in seiner Wahlheimat Italien. Er beschreibt die Lage in der Geisterstadt Bergamo und erklärt, wie er nur noch das Haus verlassen kann.

          2 Min.

          Der deutsche Fußball-Profi Robin Gosens vom italienischen Erstligaklub Atalanta Bergamo hat ein erschreckendes Bild der Lage in seiner Wahlheimat gezeichnet. „So drastisch es klingt: Aktuell leben wir in einer Geisterstadt. Die Menschen sind angehalten, drinnen zu bleiben. Es ist sehr, sehr krass“, sagte der Abwehrspieler des Champions-League-Viertelfinalteilnehmer im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

          F.A.Z.-Newsletter „Coronavirus“

          Die ganze Welt spricht über das Coronavirus. Alle Nachrichten und Analysen über die Ausbreitung und Bekämpfung der Pandemie täglich in Ihrem E-Mail-Postfach.

          Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

          „Wir dürfen das Haus nur verlassen, wenn wir Einkäufe erledigen müssen. Das darf dann leider auch nur noch mit Schutzmasken und Handschuhen passieren“, sagte Gosens. Ihm selbst gehe es „den Umständen entsprechend gut“. Bergamo liegt inmitten der Krisenregion Lombardei, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen ist. Gosens beschrieb zudem, wie schnell die Krise ihn und das Land getroffen habe. „Vor zehn Tagen war das noch gar nicht da. Da ist man ganz normal essen gegangen. Theoretisch hätte man sich da schon anstecken können“, sagte der 25-Jährige in der Live-Schalte.

          Gosens hatte mit Atalanta am Dienstag beim FC Valencia das Viertelfinale der Champions League erreicht, für den Klub war dies der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Nach fünf positiven Coronatests bei den Spaniern verkündete Bergamo am Sonntag, dass die Mannschaft ab sofort auch offiziell unter Quarantäne steht. Wie es weiter geht, ist völlig offen. Die Serie A ist derzeit bis zum 2. April ausgesetzt, auch die Königsklasse ist gestoppt.

          „Wenn wir am 3. April wieder anfangen sollten, haben wir fünf Nachholspiele plus die Champions League“, sagte Gosens über die anstehenden Fußball-Probleme. Diese stünden aber hinter weit den gesellschaftlichen zurück: „Es geht viel mehr um die Gesundheit der Menschen. Aber klar stellt man sich die Frage, wie es weitergeht.“

          Torjäger Josip Ilicic hat derweil dem Krankenhaus Papa Giovanni XXIII in der vom Coronavirus erschütterten norditalienischen Stadt Bergamo seinen „Vier-Tore-Ball“ aus der Champions League geschenkt. „Auch wir sind an eurer Seite, unsere Engel, um das wichtigste Spiel von allen zu gewinnen“, wurde Ilicic auf der Atalanta-Homepage zitiert. Der 32 Jahre alte Slowene, Teamkollege des Emmerichers Gosens, hatte seine Mannschaft am Dienstag mit vier Toren beim FC Valencia (4:3) ins Viertelfinale geschossen. Nach der Partie, die aufgrund der Coronakrise vor leeren Rängen ausgetragen wurde, nahm Ilicic einen der Bälle mit.

          Generell ist die Solidarität in Italiens Fußball mit den im Dauereinsatz befindlichen Ärzten groß. Bergamo-Trainer Gian Piero Gasperini bat um Mittel für die Anschaffung medizinischer Geräte für das Krankenhaus. Auch andere Fußballgrößen im Land des viermaligen Weltmeisters engagieren sich. Kapitän Lorenzo Insigne vom SSC Neapel spendete 100.000 Euro an ein örtliches Krankenhaus, Juventus-Verteidiger Leonardo Bonucci überwies gar 120.000 Euro an ein Hospital in Turin. In Italien pausiert der Fußball aufgrund der Corona-Pandemie zunächst bis zum 3. April. Verbandschef Gabriele Gravina schloss am Samstag einen Abbruch der Meisterschaft nach jetzigem Stand aus.

          Weitere Themen

          Barcelona wittert Verschwörung im Videokeller

          Aufregung in Spanien : Barcelona wittert Verschwörung im Videokeller

          Hartnäckig hält sich die Legende, Real Madrid gewinne seine Titel mit Hilfe der Schiedsrichter. Nun entscheidet der Videoreferee mehrfach für die Königlichen. Die Gegner schimpfen. Dafür erhält Real unerwartete Rückendeckung.

          Topmeldungen

          Aufregung in Spanien : Barcelona wittert Verschwörung im Videokeller

          Hartnäckig hält sich die Legende, Real Madrid gewinne seine Titel mit Hilfe der Schiedsrichter. Nun entscheidet der Videoreferee mehrfach für die Königlichen. Die Gegner schimpfen. Dafür erhält Real unerwartete Rückendeckung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.