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Berater Erkut Sögüt : Der Mann hinter Mesut Özil

Erkut Sögüt (Mitte mit schwarzem Oberteil und weißer Schrift) ist Mesut Özils Ratgeber. Bild: Picture-Alliance

Der Entourage Mesut Özils gehören mehr als eine Handvoll Mitglieder an. Einer von ihnen spielt in der Affäre um den Rücktritt aus der DFB-Elf die zentrale Rolle. Wer ist dieser Berater an der Seite Özils?

          Der Entourage Mesut Özils gehören mehr als eine Handvoll Mitglieder an – Geschwister, Verwandte, Freunde, enge Berater. Einer von ihnen spielt in der sich nun zuspitzenden Affäre um den Rücktritt des Mittelfeldspielers aus der deutschen Nationalmannschaft die zentrale Rolle: Erkut Sögüt. Seit 2012 kümmert sich der Enddreißiger, der in Hannover geboren wurde, maßgeblich um die Geschäfte des Fußballstars. Sögüt verhandelte den neuen Vertrag Özils mit dem englischen Klub Arsenal London, aus welchem der 29 Jahre Fußballprofi nun über vier Jahre um die 80 Millionen Euro schöpfen soll. Üblicherweise erhält der Spielerberater daraus eine Provision von rund zehn Prozent.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch nun hat sich Sögüt zusammen mit seinem Mandanten in eine höchst fragwürdige Position manövriert. Dem vor der Weltmeisterschaft arrangierten Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, das den Deutschen Fußball-Bund (DFB) kalt erwischte und für größte Turbulenzen im Verband sorgt, ist die wütende Abkehr vom Nationalteam gefolgt – inklusive Rassismus-Vorwurf an den DFB. Es wirkt fast so, als wolle Özil seiner Heimat Deutschland ganz den Rücken kehren und die Brücken abbrechen. Manche Kenner sehen Sögüt als treibende Kraft. Der unversöhnliche Ton in der Rücktrittserklärung und der Zorn, der daraus spreche, seien wohl kaum die Sache Özils.

          Doch der Spieler ist derzeit für Fragen nicht erreichbar. Und auch die einzigen Aussagen seines engsten Beraters, am Montagabend gegenüber dem Internet-Portal Goal gegeben, drehen sich lediglich um die harsche Kritik von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der Özil mangelnde spielerische Qualität in den vergangenen Jahren vorwirft. Hoeneß versuche dabei nur „die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Thema, dem Rassismus und der Diskriminierung in Deutschland, abzulenken“, meint Sögüt und fügt pikiert hinzu: „Außerdem kann er seine dummen Aussagen, die komplett übertrieben sind, nicht belegen.“ Hoeneß sei „nicht nur eine Schande für sich selbst, sondern vor allem für Bayern München und die Leute in Deutschland.“

          Der Berater als Orientierungspunkt

          Orientiert hat sich Özil in den vergangenen Jahren seines Aufstiegs an genau diesem Berater, nachdem sich der Fußballstar mit seinem Vater Mustafa überworfen hatte. Sögüt ist ebenso Nachfahre türkischer Einwanderer – eine typische Aufsteigerkarriere. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ einmal berichtet hat, arbeitete sein Vater 30 Jahre in Hannover in einer Fabrik, seine Mutter war Putzfrau. Nach Abitur und Zivildienst nahm Sögüt 2001 ein Jurastudium in Osnabrück auf. Finanziert hat er dies auch nach eigener Aussage mit einem Aushilfsjob in einem Dönerimbiss. Dem ersten Staatsexamen folgten das zweite Staatsexamen in Düsseldorf sowie die Promotion mit einer Doktorarbeit in Sportrecht wiederum in Osnabrück. Sögüt ist ehrgeizig, intelligent und will im Big Business Fußball hoch hinaus.

          Eingeführt ins Spielervermittler-Gewerbe wurde er von Harun Arslan in Hannover. Dieser ist seit vielen Jahren engster Berater von Bundestrainer Joachim Löw. Sögüt wird weiterhin auf der Internetseite von Arslans Unternehmen ARP Sportmarketing International als Berater genannt. Offenbar konnte oder wollte auch Arslan den Özil-Crash nicht verhindern. Sögüt lebt längst in London und betreibt mit Family & Football seine eigene Beratungsagentur. Von ihr lassen sich auch die beiden deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan, der ebenso den umstrittenen Erdogan-Fototermin wahrnahm, und Shkodran Mustafi vertreten. Mit Özil hat der Berater Sögüt seinen lukrativsten Deal gemacht – doch wahrscheinlich mit hohem immateriellen Schaden für alle.

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