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Benedikt Höwedes im Gespräch : „Das Auf und Ab zerrt an den Nerven“

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Wir haben im Sommer gute Transfers gemacht. Das waren sehr vernünftige und zukunftsorientierte Einkäufe. Wir setzen nun mehr auf die Jugend als in den Jahren zuvor, und ich glaube, das ist der richtige Weg. Aber die Bayern und Dortmund sind uns noch einen Schritt voraus. Wer das Champions-League-Finale gesehen hat, weiß, was für eine unfassbar hohe Qualität in diesen Mannschaften steckt. Beide haben eine viel bessere Ordnung auf dem Platz und eine brutale Konstanz. Diese muss irgendwann auch bei uns einkehren. Dieses ständige Auf und Ab zerrt schon gewaltig an den Nerven.

Wie wichtig ist Julian Draxler für Schalke? Ist er schon der Führungsspieler?

Julian ist ein Gesicht von Schalke geworden. Er wird als Spieler noch einiges lernen, reifen. Aber die Frechheit, die er auf dem Platz hat, tut uns gut.

Gegen Saloniki geht es in der Qualifikation zur Königsklasse nun gegen einen alten Bekannten: Huub Stevens
Gegen Saloniki geht es in der Qualifikation zur Königsklasse nun gegen einen alten Bekannten: Huub Stevens : Bild: dpa

Ist die Meisterschaft für Schalke in den kommenden Jahren möglich?

Möglich auf jeden Fall. Es ist immer was drin, wenn man einen guten Start erwischt. Umso mehr ärgere ich mich, dass wir jetzt wieder von Anfang an hinterherrennen. Wir dürfen uns aber nicht zu sehr unter Druck setzen. Wir müssen weg von diesem Gedanken: Wir müssen, müssen, müssen endlich die Schale holen!

Stimmt es, dass Sie als kleiner Junge Fan des FC Bayern München waren?

Ich war nicht wirklich ein Fan, aber ich denke, jedes Kind ist für die Mannschaft, die am erfolgreichsten ist, wenn sich ein Interesse für den Fußball entwickelt. Als das bei mir anfing mit dem Fußball, waren das eben die Bayern.

Hatten Sie einen Lieblingsspieler?

Ja, Mehmet Scholl und Giovane Elber. Ihre Tore und vor allem, wie sie danach gejubelt haben, fand ich toll. Ich war ja selbst lange Zeit Stürmer, bis ich zum Innenverteidiger umgeschult wurde.

Es gab immer mal wieder Gerüchte, dass die Bayern Sie gerne verpflichten würden ...

Verschiedene Vereine hatten Interesse. Auch die Bayern.

Wieso hat es letztlich nicht geklappt mit einem Wechsel an die Säbener Straße?

Ich habe mich auf Schalke immer wohl gefühlt, spiele hier jetzt schon seit 2001. Die Anfragen habe ich als Bestätigung für meine guten Leistungen gewertet. Einen Wechsel kann man nie ganz ausschließen. Aktuell habe ich aber keine Wechselgedanken.

Schalkes Manager Heldt sagte nach dem 3:3 der deutschen Nationalmannschaft im Testspiel gegen Paraguay, dass Sie der einzige Gewinner dieses Länderspiels seien. Sehen Sie das auch so?

Wahrscheinlich hat er das gesagt, weil ich gar nicht gespielt habe. Wir haben in dem Spiel taktische Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen, und an denen war ich deshalb logischerweise auch nicht beteiligt.

Einsatzzeiten in der Innenverteidigung, Ihrer Lieblingsposition, haben Sie in der Nationalelf bisher kaum erhalten. Hoffen Sie noch auf eine Bewährungschance in den kommenden Spielen?

Ich bin glücklich, in diesem Team überhaupt spielen zu dürfen. In den vergangenen zwei Jahren habe ich kontinuierlich meine Einsätze als Außenverteidiger gehabt. Ich denke, der Bundestrainer weiß, dass er auf mich setzen kann.

Auf Ihrer Facebook-Seite oder in Fan-Foren gibt es vereinzelte Stimmen, die an Ihrer Führungsstärke zweifeln.

Alles, was in sozialen Netzwerken verbreitet wird, kann und werde ich nicht kommentieren. Denn bei manchen Kommentaren überwiegen die Emotionen.

Bei Jens Keller genießen Sie volles Vertrauen?

Wir haben ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis, und ich denke, Schalke geht mit mir als Kapitän einen guten Weg. Die letzten zwei Jahre waren für uns erfolgreich.

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