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Internationaler Konflikt : Schlag gegen Qatars Sportsender

Im Fokus: der TV-Sender BeIN Sports Bild: Reuters

Ein jahrelanges Gerangel mündet in einer Konfrontation: Saudi-Arabien entzieht BeIN Sports die Lizenz. Das verschärft die derzeitige Lage und wirft eine zentrale Frage auf.

          2 Min.

          Die politische Fehde zwischen Saudi-Arabien und Qatar, welche auch vehement auf dem Gebiet des Sports ausgetragen wird, ist um eine Facette reicher. So hat die saudische Wettbewerbsbehörde dem auch in Europa aktiven Sportsender BeIN Sports aus dem kleinen Nachbaremirat die Lizenz für Übertragungen in dem Königreich entzogen. Begründet wurde das Sendeverbot mit einer „beherrschenden Stellung mit monopolistischen Praktiken“. Zudem soll der Sport-Ableger des qatarischen Nachrichtenkanals Al Dschazira eine Geldstrafe in Höhe von 2,6 Millionen Dollar zahlen.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Betroffen sind davon vor allem populäre Fußballübertragungen. So zeigt BeIN Sports in Saudi-Arabien (34 Millionen Einwohner) die Spiele der englischen Premier League bis Ende der Saison 2021/22. Auch die Bundesliga wurde bisher über diesen Weg in das Königreich live übertragen. Auf Anfrage teilte eine Sprecherin der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit, dass die Tochtergesellschaft für die Auslandsvermarktung, Bundesliga International, derzeit mit BeIN über eine weitere Zusammenarbeit für die kommenden Spielzeiten verhandele. Der qatarische Sportsender nannte in einer auf der Internetseite „Sports Pro“ veröffentlichten Stellungnahme das Marktverbot „absurd“.

          Hinter der Konfrontation steckt ein jahrelanges Gerangel. So hat 2017, nachdem am Golf von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine politische sowie wirtschaftliche Blockade gegen Qatar initiiert worden war, ein Piratensender seinen Betrieb aufgenommen, der seither hochkarätige Sportveranstaltungen wie WM-Spiele, Champions League, Formel 1 oder Tennisturniere zeigt – ohne dafür die Rechte zu besitzen. Die liegen für die meisten Länder der arabischen Welt bei BeIN Sports. Der Piratensender operiert mit einem Namen, der auf das isolierte Emirat anspielt: BeoutQ. Also: Be out Qatar. Das Programm wurde bislang über einen Satelliten des Unternehmens Arabsat ausgestrahlt. Größter Anteilseigner ist Saudi-Arabien.

          Im Juni hatte die Welthandelsorganisation WTO in einem Report festgestellt, dass die Regierung Saudi-Arabiens geistige Eigentumsrechte (von BeIN Sports) verletzt habe, indem sie nichts gegen den Piratensender unternommen habe. Verschiedene Sportorganisationen bis zum Internationalen Fußball-Verband werteten den WTO-Vorstoß als Erfolg. Die DFL forderte, dass Saudi-Arabien nun gegen den Missbrauch vorgehen müsse. Die Reaktion der saudischen Behörden ist nun aber anders ausgefallen und hat die Lage nochmal verschärft. Die Frage wird sein, ob die Verbände den Konflikt weiter ausfechten wollen, weil zugleich bekannt ist, dass das Königreich bestrebt ist, mehr in Fußballvereine, Sportveranstaltungen und Sportrechte zu investieren. So soll ein Staatsfonds an der Übernahme des englischen Klubs Newcastle United interessiert sein.

          Qatar 2022: Vier Gruppenspiele pro Spieltag

          Fußball fast rund um die Uhr und das Finale zum Adventskaffee: Der ohnehin schon außergewöhnliche Spielplan der WM 2022 in Qatar ist um weitere Besonderheiten erweitert worden. Wie der Weltverband Fifa am Mittwoch mitteilte, werden in der Vorrunde (21. November bis 2. Dezember) vier Partien pro Spieltag angepfiffen – mit Ausnahme des letzten Gruppenspieltages um 11.00 Uhr, 14.00 Uhr, 17.00 Uhr und 20.00 Uhr deutscher Zeit. Die womöglich entscheidenden Gruppenspiele finden zeitgleich wie auch die K.o.-Partien im Achtel-, Viertel- und Halbfinale um 16.00 Uhr oder 20.00 Uhr statt.

          Das Eröffnungsspiel im Al-Bayt-Stadion an einem Montag ist entsprechend für 11.00 Uhr terminiert. Das Finale vor 80.000 Fans im Lusail-Stadion wird am 18. Dezember um 16.00 Uhr angepfiffen. Die Qatar-Endrunde war aufgrund der zu erwartenden Sommerhitze in den Winter 2022 gelegt worden. Die genaue Zuordnung der Partien erfolgt erst nach der Auslosung (geplant nach März 2022), um die für die jeweiligen Nationen bestmögliche Anstoßzeit zu finden. Die WM-Qualifikation in Europa beginnt in zehn Gruppen im März 2021. An der WM in Qatar nehmen letztmals 32 Mannschaften teil, ehe beim Turnier vier Jahre später auf 48 Teams aufgestockt wird. (dpa)

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