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Liverpool bei Klub-WM : Klopp streitet an der Seitenlinie

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Duell am Spielfeldrand: Jürgen Klopp äfft den gegnerischen Trainer Antonio Mohamed nach. Bild: EPA

Jürgen Klopp greift im Finale der Klub-WM mit dem FC Liverpool erstmals nach dem Titel. Sein Zoff an der Seitenlinie mit dem Trainerkollegen war der größte Aufreger in einem wenig spektakulären Halbfinale gegen CF Monterrey.

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          Jürgen Klopp machte sich ganz breit und blickte grimmig zu Antonio Mohamed hinüber. Doch der Trainer von CF Monterrey hörte einfach nicht auf, beim Schiedsrichter eine Rote Karte für den FC Liverpool zu fordern. Klopp wurde immer wütender, schließlich äffte er seinen Widersacher mit einer Grimasse und Geste nach.

          Der Trainer-Zoff an der Seitenlinie, der beiden Protagonisten eine Gelbe Karte (75.) einbrachte, war vielleicht sogar der größte Aufreger im Halbfinale der Klub-WM in Katar. Champions-League-Sieger Liverpool setzte sich glanzlos und dank des Last-Minute-Treffers des Ex-Hoffenheimers Roberto Firmino (90.+1) mit 2:1 (1:1) gegen den mexikanischen Meister durch. Im Endspiel treffen die Reds am Samstag (18.30 Uhr/DAZN) auf den brasilianischen Topklub Flamengo Rio de Janeiro.

          „Ich bin wirklich überglücklich mit der Leistung, denn ich wusste schon vor dem Spiel: Das wird richtig hart und schwer“, sagte Klopp, der das Endspiel angesichts der größeren Qualität beim Gegner und der vielen Strapazen als „noch schwieriger“ einstuft: „Wir müssen jetzt Kraft tanken und regenerieren. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, welcher Spieler bereit sein wird.“ Ein Einsatz des erkrankten Abwehrchefs Virgil van Dijk ist weiter fraglich.

          Verstärkung aus Salzburg

          Noch nicht zur Verfügung steht Takumi Minamino. Der 24 Jahre alte Japaner wechselt erst am 1. Januar von Red Bull Salzburg für eine festgeschrieben Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro zu den Reds. Klopp nannte den Transfer des flinken und dribbelstarken Rechtsaußen „fabelhaft“ und „wunderbar“.

          Minamino ähnelt in seiner Spielanlage Mohamed Salah, der bei der Klub-WM in Katar wie ein Popstar gefeiert wird. „Die Aufmerksamkeit für Mo Salah im Teil dieser Welt ist massiv“, sagte Klopp, der trotz des großen Drucks seinem Offensivstar ein „sensationelles Spiel“ attestierte.

          Salah selbst war wegen der Dauerbewachung durch meistens zwei Mexikaner um seine Gesundheit besorgt. „Sie waren sehr aggressiv“, sagte der Ägypter, „wir alle haben auf unsere Beine aufgepasst.“ Bei der Vorbereitung des 1:0 durch Naby Keita bewies Salah, warum er sein feines Füßchen unbedingt schützen wollte.

          Klopp lobte aber auch Vollstrecker Keita. Der frühere Leipziger deutete endlich mal wieder an, warum Liverpool ihn im Sommer 2018 für 60 Millionen Euro verpflichtet hatte. Ein „super Tor“ habe Keita geschossen und ein „super Spiel“ gemacht, meinte Klopp: „Er ist ein Spieler, der aus dem Mittelfeld heraus Tore schießen kann.“ Das war bislang einer der ganz wenigen Schwachpunkte im Liverpool-Spiel.

          Monterrey-Trainer Antonio Mohamed scheint jedoch nicht so viel von Liverpool zu halten. Nach dem Zoff mit Klopp legte der Argentinier mit dem Spitznamen „El Turco“ (Der Türke) im TV-Interview nach. Joe Gomez hätte eine klare Rote Karte bekommen müssen, „aber vielleicht wiegt das Liverpool-Trikot schwerer und deswegen wurde der Liverpooler Spieler nicht vom Platz geschickt“. Klopp war bei diesen Aussagen zum Glück außer Hörweite.

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